28.08.2026 Ein Abend mit der hessischen Spitzenforschung an Bord der MS Wissenschaft
LOEWE Podiumsdiskussion zum Thema One Health in Rüsselsheim
Wie beeinflussen Klimawandel, Luftverschmutzung oder moderne Landwirtschaft unsere Gesundheit? Über die globalen Herausforderungen und Chancen unserer Zeit und die Rolle und Möglichkeiten der hessischen Wissenschaft diskutierten Spitzenforscher*innen auf dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft, das in diesem Jahr zum ersten Mal auch in Rüsselsheim anlegte.
Zu der Podiumsdiskussion „One Health in der LOEWE-Forschung“ hatte das hessische Netzwerk der Forschungsvorhaben ProLOEWE geladen. Dr. Werner Nickel vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur und Rüsselsheims Oberbürgermeister Patrick Burghardt eröffneten den Abend vor den Besucherinnen und Besuchern. Im Mittelpunkt des Podiums standen vier hessische Spitzenforscherinnen und -Forscher und ihre LOEWE-Forschungsprojekte, die an diesem Abend einmal mehr verdeutlichten, dass die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt untrennbar miteinander verknüpft ist: Prof. Dr. Sandra Ciesek (Goethe-Universität Frankfurt) für LOEWE-COROPAN (Justus-Liebig Universität Gießen), die aufzeigte, wie neu auftretende Viren und Zoonosen an den Schnittstellen zwischen Tier und Mensch entstehen, Prof. Dr. Carolin Bock für LOEWE-emergenCITY (Technische Universität Darmstadt), die beleuchtete, wie krisenfeste urbane Infrastrukturen die menschliche Gesundheit im Katastrophenfall schützen und was Ihre Forschung dazu beiträgt, Prof. Dr. med. Bernhard Schieffer für LOEWE-Habitat (Philipps-Universität Marburg), der verdeutlichte, wie stark veränderte Umweltfaktoren und Klimawandel die (Herz-) Gesundheit der Bevölkerung direkt belasten, und Prof. Dr. Miriam Athmann LOEWE-Trio von der Universität Kassel. Sie erläuterte den essenziellen Beitrag der ökologischen Landwirtschaft und zeigte auf, wie biodiversitätsreiche Mischkultursysteme zu stabilen Ökosystemen, langfristiger Ernährungssicherheit sowie zur ganzheitlichen Gesundheit von Mensch, Tier und Natur (Umwelt) beitragen.
Moderiert wurde das Podium von Prof. Dr. Gert Bange, Vizepräsident für Forschung der Philipps-Universität Marburg, der selbst als LOEWE-Wissenschaftler tätig ist. Nach gut viel zu kurzen anderthalb Stunden mit Einblicken in die Arbeit der LOEWE Spitzenforschung und einem angeregten Austausch von Wissenschaftlern und Publikum, bleibt folgendes Kurzfazit: Viele Projekte, die dem Allgemeinwohl dienen, bringen kurzfristig keinen messbaren wirtschaftlichen Profit. Sie drohen deshalb im klassischen Marktsystem oft übersehen zu werden, sind aber essenziell wichtig, wie zum Beispiel Projekte rund um das Thema Biodiversität. Mit Blick auf die aktuelle politische Lage in Deutschland äußerten die Podiumsgäste zudem Sorgen. Politische Instabilitäten, drohende Budgetkürzungen und ein sich veränderndes gesellschaftliches Klima gefährden die Planungssicherheit der Forschung. Drängende Fragen wie die Pandemievorsorge oder der Klimawandel bräuchten jedoch einen langen Atem und eine ideologiefreie, internationale Zusammenarbeit.
Die Wissenschaftler:innen und LOEWE-Projekte im Detail
- LOEWE-COROPAN (Pandemievorsorge): Vertreten durch Prof. Dr. Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Main, stellvertretende Sprecherin des Gießener LOEWE-Projekts COROPAN und LOEWE-Spitzenprofessorin. Sie zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der deutschen Infektionsforschung. Im Fokus des Projekts stehen neu auftretende Virusinfektionen, Zoonosen – also Erreger, die vom Tier auf den Menschen überspringen – und die Entwicklung antiviraler Strategien gegen gefährliche Erreger wie Dengue- und andere Flaviviren.
- LOEWE-emergenCITY (Urbane Resilienz): Vertreten durch Prof. Dr. Carolin Bock von der Technischen Universität Darmstadt. Als Expertin für Krisenhandeln, Technologietransfer und urbane Resilienz beleuchtete sie anschaulich, wie moderne Städte und ihre kritischen Infrastrukturen (wie Strom- und Datennetze) widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen Krisen und Extremwetterereignissen gemacht werden können.
- LOEWE-Habitat (Umwelt und Herzgesundheit): Vertreten durch Prof. Dr. med. Bernhard Schieffer von der Philipps-Universität Marburg. Aus kardiologischer Sicht zeigte er auf, wie Klimawandel, Luftverschmutzung und veränderte Umweltfaktoren chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen direkt beeinflussen und welche präventiven Maßnahmen die Medizin hier ergreifen muss.
- LOEWE-TRIO (Nachhaltige Landwirtschaft): Vertreten durch Prof. Dr. Miriam Athmann von der Universität Kassel. Sie erläuterte den essenziellen Beitrag der ökologischen Landwirtschaft und zeigte auf, wie biodiversitätsreiche Mischkultursysteme zu stabilen Ökosystemen, langfristiger Ernährungssicherheit sowie zur ganzheitlichen Gesundheit von Mensch, Tier und Ackerboden beitragen.
Quelle: Pressemitteilung von ProLOEWE
ProLOEWE ist das Netzwerk der Forschungsvorhaben, die im Rahmen des hessischen Exzellenzprogramms LOEWE gefördert werden. Das Programm stärkt die Spitzenforschung an hessischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen nachhaltig.