15.05.2026 Erfolg für die Marburger Pharmazie: neuer Sonderforschungsbereich eingeworben
Universität Marburg stärkt ihre Spitzenstellung mit Beteiligung an TRR 440
Die Philipps-Universität Marburg verzeichnet einen Erfolg für die pharmazeutische Forschung: Ein neuer Transregio-Sonderforschungsbereich (SFB/Transregio) wurde bewilligt, an dem Marburger Wissenschaftler*innen in führender Rolle beteiligt sind. Im SFB/Transregio 440 „smART: specific mRNA targeting“ ist Prof. Dr. Julia Weigand Co-Sprecherin gemeinsam mit Prof. Dr. Harald Schwalbe (Sprecher) von der federführenden Goethe-Universität Frankfurt. Für das Projekt fließen Fördermittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro nach Marburg.
Stärken stärken
Mit diesem Erfolg unterstreicht die Universität Marburg ihre herausragende Stellung in der Universitätspharmazie: Sie ist einer der Top-Standorte in Deutschland mit 16 Professuren, 25 forschungsstarken Arbeitsgruppen und 1300 engagierten Studierenden in diesem Fachbereich. „Die Bewilligung des neuen Transregio-Sonderforschungsbereichs ist ein eindrucksvoller Beleg für die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer pharmazeutischen Forschung“, sagt Forschungsvizepräsident Prof. Dr. Gert Bange. „Sie zeigt, dass wir in Marburg exzellente Grundlagenforschung mit hoher Relevanz für medizinische Anwendungen verbinden. Ich gratuliere allen Beteiligten herzlich zu dieser exzellenten Leistung.“
mRNA-Technologie weiterentwickeln
Der SFB/Transregio 440 „smART“ widmet sich der gezielten Steuerung von Boten-RNAs (mRNAs), zentralen Molekülen der Genexpression. Lange Zeit wurde mRNA in den Lebenswissenschaften lediglich als passiver, kurzlebiger Botenstoff bewertet. Heute ist bekannt, dass mRNA-Moleküle bei weitem nicht nur den Protein-Bauplan transportieren, sondern auf zahlreichen Ebenen die Herstellung von Proteinen regulieren. Sein riesiges Anwendungspotenzial zeigte mRNA beispielsweise im Impfstoff gegen das SARS-CoV2-Virus.
Der Sonderforschungsbereich/Transregio 440 smART, „Specific mRNA targeting“ hat sich zum Ziel gesetzt, chemisch-biologische Werkzeuge zu entwickeln, um gezielt mRNA-Moleküle anzusprechen. Ziel ist es, die dreidimensionale Struktur von mRNAs besser zu verstehen und gezielt zu beeinflussen, um Zellprozesse zu modulieren. Co-Sprecherin Weigand: „Wir kombinieren Ansätze aus Chemie, Biologie, Pharmazie und Medizin, um präzise Werkzeuge zu entwickeln, mit denen sich mRNA gezielt adressieren lassen – etwa zur Entwicklung neuer RNA-basierter Therapien.“ Im Fokus steht dabei grundlegende Prozesse wie das Spleißen, die Translation und die Stabilität von mRNA zu kontrollieren, um die Proteinproduktion in Zellen zu steigern. Rund 23 Arbeitsgruppen aus Forschungseinrichtungen in Frankfurt, Marburg, Freiburg, Heidelberg, Gießen und Darmstadt forschen zusammen.
Strategischer Ausbau
Mit dem neuen Forschungsverbund baut die Universität Marburg ihre strategischen Schwerpunkte in den Lebenswissenschaften weiter aus. Insbesondere im Fachbereich Pharmazie ist die Entwicklung innovativer Wirkstoffprinzipien seit Jahren ein aktiv beforschtes Feld. Die enge Zusammenarbeit mit starken Partneruniversitäten und außeruniversitären Einrichtungen schafft optimale Bedingungen für diese interdisziplinäre Spitzenforschung. Perspektivisch sollen die gewonnenen Erkenntnisse nicht nur das grundlegende Verständnis biologischer Prozesse vertiefen, sondern auch neue Impulse für die Entwicklung innovativer Therapien und Medikamente liefern.
Kontakt
Prof. Dr. Julia Weigand
Tel.: 06421 28-25807
Mail: julia.weigand@uni-marburg.de
Fachbereich Pharmazie
Philipps-Universität Marburg