20.05.2026 Internationale Perspektiven auf die Lehrkräftebildung
Hochschulallianz EUPeace: Lehramtsstudierende aus Limoges (Frankreich) zu Gast in Gießen und Marburg – Chancengleichheit im Klassenraum im Fokus
Die europäische Hochschulallianz EUPeace treibt die Internationalisierung der Lehrkräftebildung weiter voran: Bereits zum dritten Mal empfangen die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die Philipps-Universität Marburg (UMR) eine Gruppe von Lehramtsstudierenden der Université de Limoges (Frankreich). Der Besuch vom 17. bis 23. Mai 2026 unterstreicht die wachsende Bedeutung des Austauschs innerhalb der Allianz für eine zukunftsorientierte Lehrkräftebildung.
38 Studierende für das Vor- und Grundschullehramt aus Limoges sind nach Gießen und Marburg gekommen, um tiefgehende Einblicke in das deutsche Schulsystem zu gewinnen. Ihr einwöchiger Aufenthalt ist Teil des EUPeace-Arbeitspakets, das sich der Internationalisierung der Lehrkräftebildung widmet. Dessen Ziel ist es, angehenden und praktizierenden Lehrkräften unter anderem durch internationale Mobilität und Lehrveranstaltungen interkulturelle Fähigkeiten zu vermitteln, damit sie ihre Schülerinnen und Schüler auf eine aktive, inklusive und demokratiebewusste Teilhabe an der Gesellschaft vorbereiten können.
mehr erfahren: www.EUPeace.eu
Unterrichtsmethoden und Classroom-Management
Der Austausch bietet den französischen Studierenden die Möglichkeit, Unterrichtsmethoden und Classroom-Management-Strategien in verschiedenen deutschen Schulen zu beobachten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Gestaltung von Lernräumen unter dem Aspekt der Chancengleichheit. Das Programm umfasst Besuche an Grund- und weiterführenden Schulen in Gießen – darunter die Gesamtschule Gießen-Ost als assoziierter Partner der JLU – sowie in Marburg. Ergänzt wird dies durch Aktivitäten wie den Besuch der Selbstlernwerkstatt Romanistik an der JLU sowie des Sprachenzentrums an der UMR, eine Campusrallye an der JLU, Vernetzungstreffen der Studierenden und eine Exkursion zur Zeiteninsel – Archäologisches Freilichtmuseum Marburger Land.
Dass diese Form der Mobilität nachhaltig wirkt, zeigt das Beispiel einer Studentin aus Limoges: Nach ihrer Teilnahme am Besuchsprogramm im vergangenen Jahr war sie so begeistert, dass sie von Januar bis März 2026 zwei vierwöchige Praktika an der Gesamtschule Gießen-Ost sowie der Ludwig-Uhland-Schule absolvierte.
Internationale Mobilität von Lehramtsstudierenden fördern
Um Studierende zukünftig noch besser auf solche Auslandserfahrungen vorzubereiten, entwickeln die JLU, die UMR und die Université de Limoges derzeit ein gemeinsames Vorbereitungsmodul. Dieses wird zahlreiche Selbstlerneinheiten zu unterrichtspraktischen Aspekten sowie zu den EUPeace-Kernthemen Frieden, Gerechtigkeit und Inklusion enthalten. Parallel dazu arbeiten die EUPeace-Partner daran, die strukturellen Rahmenbedingungen zu festigen. So fand vom 4. bis 7. Mai 2026 in Tropea (Kalabrien, Italien) das „EUPeace Associated Schools Training and Networking Event“ statt. Hier kamen Lehrkräfte und Mitglieder des Arbeitspakets zur Internationalisierung der Lehrkräftebildung zusammen, um Netzwerke zu bilden, die Auslandspraktika für Lehramtsstudierende innerhalb der Allianz dauerhaft absichern.
„Die Kooperation innerhalb von EUPeace ermöglicht unseren Studierenden wertvolle Einblicke in andere Bildungssysteme und fördert eine europäische Identität in der Lehrkräftebildung“, so Dr. Wiebke Nierste, Koordinatorin des Arbeitspakets zur Internationalisierung der Lehrkräftebildung an der JLU. „Die Begeisterung der Studierenden aus Limoges zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind, den europäischen Bildungsraum für die nächste Generation von Lehrkräften aktiv zu gestalten.“