18.03.2026 Investition in die Zukunft: Universität saniert Fenster und Fassade der alten Jägerkaserne
Bedeutendes historisches Gebäude im Zentrum Marburgs wird energieeffizienter
Ein großes historisches Gebäude der Universität Marburg wird ab April umfassend saniert. In der so genannten alten Jägerkaserne in der Gutenbergstraße werden in den kommenden Monaten die Fenster denkmalgerecht saniert und zum Teil erneuert. Zudem wird die Sandsteinfassade instandgesetzt und einige Holzbauteile wie Dachgauben werden saniert. Das Gebäude, das ab den 1870er Jahren als Kaserne errichtet wurde, beherbergt heute Teile des Fachbereichs Psychologie und des Instituts für Grafik und Malerei.
Aktuell wird das Gerüst für den ersten Bauabschnitt errichtet. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Sommer 2027 dauern. Die energetische Sanierung ist Teil umfassender Anstrengungen der Universität zur Steigerung der Energieeffizienz und wird voraussichtlich ca. 3 Millionen Euro kosten.
Da die Arbeiten im laufenden Vorlesungs- und Forschungsbetrieb stattfinden, werden sie in fünf Abschnitte unterteilt, die sich jeweils über ganze Fassadenbereiche erstrecken. Um die Beeinträchtigung möglichst gering zu halten, werden die Fenster jeweils am selben Tag ausgebaut und durch neue Fenster ersetzt. Die Sanierung beginnt am Gebäudeteil, der der Frankfurter Straße zugewandt ist.
„Mit der Sanierung wird ein prägendes historisches Gebäude Marburgs langfristig gesichert und gleichzeitig an die Anforderungen eines modernen Universitätsbetriebs angepasst“, erklärt Uni-Kanzler Claas Cordes. „Wir legen besonderen Wert auf den denkmalgerechten Umgang mit der historischen Bausubstanz.“ Deshalb bleiben einige Fenster erhalten und werden restauriert. Fünf vermutlich noch aus der Bauzeit stammende Fenster werden aufgearbeitet und an der Nordinnenfassade wieder eingesetzt. Für eine bessere Energieeffizienz erhalten sie an der Innenseite ein Vorsatzfenster.
Im Zuge der Sanierung werden auch moderne, elektrisch betriebene Sonnenschutzsysteme an den Süd-, West- und Ostfassaden sowie an den Innenhoffassaden eingebaut. Um das Fassadengerüst möglichst effizient zu nutzen, wird parallel zur Verbesserung der Fenster eine Sanierung der Sandsteinfassade durchgeführt.
Hintergrund: Alte Jägerkaserne
Das Gebäude wurde in den Jahren 1867 bis 1869 als preußisches Kasernengebäude für Jägertruppen errichtet. Bereits 1872/73 folgten erste Erweiterungen, zwischen 1907 und 1911 wurde das Gebäude grundlegend umgebaut. Nachdem 1913 an anderer Stelle an der Frankfurter Straße eine neue Jägerkaserne entstand, wurde das Gebäude umgebaut und erhielt einen verputzten Anbau am Ostflügel. Der Umbau wurde bis 1916 fertiggestellt. Die Universität nutzt die ehemalige Kaserne seit 1948.
Sanierung und Finanzierung
Das Gebäude befindet sich zwischen Jägerstraße, Frankfurter Straße und Gutenbergstraße. Die Baustellenzufahrt erfolgt über die Frankfurter Straße und die Gutenbergstraße. Während der Bauzeit werden Teile der Grün- und Parkplatzflächen für Baustelleneinrichtung und Lagerflächen genutzt.
Bauherr der Maßnahme ist das Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, umgesetzt durch die Philipps-Universität Marburg in Abstimmung mit dem Hessischen Ministerium der Finanzen. Die Sanierung wird anteilig aus dem CO2-Minderungs- und Energieeffizienzprogramm (COME) des Landes Hessen finanziert.