23.09.2026 Mit Nanopartikeln gezielt Wirkstoffe in Zellen bringen
Humboldt-Förderung ermöglicht Biotechnologin aus Malaysia zweijährigen Forschungsaufenthalt
Dr. Yan Shan Loo erforscht am Fachbereich Pharmazie der Philipps-Universität Marburg neue Wege, Wirkstoffe gezielt in Zellen zu transportieren. Für ihr Forschungsprojekt zur Entwicklung biokompatibler, multifunktionaler Nanopartikel wird die Biotechnologin aus Malaysia mit einem Postdoc-Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert. Vom Juni 2026 bis zum Mai 2028 forscht sie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Udo Bakowsky und Dr. Jens Schäfer am Institut für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie. Im Mittelpunkt stehen dabei kationische hybride Nanopartikel auf Basis von Glykolipiden und Polymeren, sogenannte Cubosomen, welche Wirkstoffe schützend umhüllen, gezielt zu ihrem Wirkort bringen und kontrolliert freisetzen sollen.
Bereicherung für die Forschung
Der Forschungsaufenthalt verbindet internationale Expertise mit der pharmazeutischen Forschung am Standort Marburg. „Die Förderung durch die Alexander von Humboldt-Stiftung ist eine besondere Auszeichnung für Dr. Yan Shan Loo und zugleich eine Bereicherung für die Philipps-Universität. Internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen neue Perspektiven und Expertise in unsere Forschung ein und stärken damit die internationale Vernetzung unserer Universität“, sagt der Vizepräsident für Forschung, Prof. Dr. Gert Bange. Mit ihrer Forschung knüpft Loo unmittelbar an die Arbeiten der Arbeitsgruppe von Udo Bakowsky an, die sich unter anderem mit innovativen Wirkstofftransportsystemen und Nanomedizin beschäftigt.
Maßgeschneiderte Partikel für die Medikamentenabgabe
Loo untersucht strukturierte Nanopartikel – winzige Strukturen, die sich aus bestimmten Lipid- oder Polymermolekülen selbst organisieren. Dabei interessiert sie besonders, wie sich deren Zusammensetzung und innerer Aufbau beeinflussen lässt und was mit den Nanopartikeln in biologischen Systemen geschieht. Die aus natürlichen Ausgangsstoffen gewonnenen Glykolipide bieten dabei vielfältige Möglichkeiten, die Eigenschaften der Partikel gezielt anzupassen. Ziel ist es, Struktur und Funktion der Nanopartikel so aufeinander abzustimmen, dass sie sich für die kontrollierte Abgabe von Oligonukleotiden eignen. Solche kurzen Nukleinsäure-Moleküle können gezielt in biologische Prozesse eingreifen, müssen dafür aber sicher und möglichst präzise an ihren Wirkort gelangen. Darüber hinaus untersucht Loo, wie sich die Nanopartikel für sogenannte „theranostische“ Anwendungen nutzen lassen – also für Systeme, die therapeutische und diagnostische Funktionen miteinander verbinden. Denkbar ist etwa, dass die Partikel auf bestimmte RNA-Sequenzen reagieren und so krankheitsrelevante molekulare Signale erkennen.
Kontakt
Prof. Dr. Udo Bakowsky
Tel.: 06421 28-25881
Mail: bakowsky@staff.uni-marburg.de
Fachbereich Pharmazie
Philipps-Universität Marburg