15.04.2026 Prof. Dr. Roland Koch übernimmt Professur für Allgemeinmedizin am Campus Fulda

Regionale Versorgung im Fokus – 180 Studierende im klinischen Semester

Annette Becker und Roland Koch
Foto: Martin Engel
Ein Institut, zwei Standorte: Prof. Dr. Annette Becker und Prof. Dr. Roland Koch aus dem Leitungsteam des Instituts für Allgemeinmedizin der Philipps-Universität Marburg.

Die akademische Medizin am Standort Fulda erfährt eine bedeutende Stärkung: Zum 1. Oktober 2025 hat Prof. Dr. med. Roland Koch die neu eingerichtete W3-Professur für Allgemeinmedizin am Campus Fulda der Philipps-Universität Marburg übernommen. „Mit dieser Berufung setzt die Universität Marburg gemeinsam mit dem Klinikum Fulda ein deutliches Signal für eine zukunftsweisende, vernetzte Patientenversorgung und eine moderne Ausbildung des medizinischen Nachwuchses“, erläutert Prof. Dr. Thomas Nauss, Präsident der Philipps-Universität Marburg.

Die Schnittstelle von Mensch und Innovation

Professor Koch versteht die Allgemeinmedizin nicht nur als medizinisches Fach, sondern als zentrale Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Lehre und gesellschaftlicher Verantwortung. Ein besonderer Fokus seiner Arbeit liegt auf der digitalen Transformation und der Prävention. Dabei verfolgt er einen klaren humanistischen Ansatz: „Es geht nicht um Technik als Selbstzweck, sondern darum, durch Telemedizin und Künstliche Intelligenz neue Freiräume für das eigentliche ärztliche Handeln zu schaffen“, erklärt Prof. Koch. „Die Kunst der Heilung – das Gespräch und die körperliche Untersuchung – soll durch technische Innovationen wieder in den Mittelpunkt rücken. Davon profitieren alle: Patienten, der medizinische Nachwuchs und die interprofessionellen Teams.“

Ein Mensch tastet eine Simulationspuppe mit einem Stethoskop ab.
Foto: Konstantin Desch
An einer Simulationspuppe kann die allgemeinmedizinische Diagnostik eingeübt werden.

Interprofessionelle Ausbildung als Erfolgsmodell 

Am Campus Fulda der Universitätsmedizin Marburg studieren bereits 180 Studierende unter modernsten Lern-Bedingungen. Das Besondere am Standort Fulda ist die enge Kooperation mit der Hochschule Fulda, die eine gemeinsame Ausbildung mit anderen Gesundheitsberufen wie Pflege, Hebammenkunde und Physiotherapie ermöglicht.

Priv.-Doz. Dr. Achim Hellinger, Leiter der Studienkommission, blickt stolz auf die bisherigen Erfolge: „Der erste Jahrgang hat im Herbst das Zweite Medizinische Staatsexamen erfolgreich absolviert. Dies unterstreicht die exzellente Qualität der Ausbildung an unserem Campus.“

Brückenschlag zwischen Klinik und Praxis

Ein Kernziel der neuen Professur ist die Überwindung klassischer Sektorengrenzen. Forschung und Lehre sollen einen starken regionalen Bezug erhalten und die Vernetzung zwischen dem Klinikum, den ambulanten Praxen und der häuslichen Versorgung intensivieren.

Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Sprecher des Vorstands des Klinikums Fulda, betont die strategische Relevanz: „Wir freuen uns außerordentlich, mit Prof. Roland Koch einen wissenschaftlich ausgewiesenen Allgemeinmediziner gewonnen zu haben, der die Allgemeinmedizin als modernen Brückenbauer versteht. Wir wollen unser Klinikum noch enger mit den Praxen verzahnen, um eine lückenlose und hochqualitative Versorgung sicherzustellen und freuen uns auf die gemeinsamen Impulse für die Medizin der Zukunft!“

Über den Campus Fulda

Seit über zwei Jahren werden am Campus Fulda Medizinstudierende der Universität Marburg im klinischen Abschnitt ausgebildet. In der hochmodernen Campus-Etage des Klinikums Fulda stehen unter anderem Simulationsräume zur Verfügung, in denen angehende Ärztinnen und Ärzte mit Schauspielpatienten praxisnahe Behandlungssituationen trainieren können.

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