20.02.2026 Regine Kahmann erhält den Communitas-Preis der Max-Planck-Gesellschaft
Die Auszeichnung würdigt das außergewöhnliche Engagement der emeritierten Direktorin des Marburger Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie
Wenn der Wissenschaftliche Rat der Max-Planck-Gesellschaft im Februar tagt, zeichnet Präsident Patrick Cramer auch Personen für ihr besonderes Engagement zum Wohle der Max-Planck-Gesellschaft aus. Zu den diesjährigen Preisträgern zählt Prof. Dr. Regine Kahmann, ehemalige Direktorin am Max-Planck-Institut und Professorin für Genetik am Fachbereich Biologie der Philipps-Universität Marburg.
Der lateinische Begriff „Communitas”, also Gemeinschaft oder Gemeinsinn, setzt ein Signal, dass besondere Anstrengungen zum Wohl der gesamten Gesellschaft wahrgenommen und gewürdigt werden – zum Beispiel langwierige Kommissionsarbeit, Vermittlung bei Konflikten, Vertretung von MPG-Interessen in externen Gremien oder ein besonderer Einsatz für die gute Zusammenarbeit mit Universitäten.
Trotz Emeritierung sind sie weiterhin unermüdlich im Einsatz für die Max-Planck-Gesellschaft: Regine Kahmann (MPI für terrestrische Mikrobiologie), Heinz Wässle (MPI für Hirnforschung) und Lothar Willmitzer (Ernst-Strüngmann-Institut). „Ihr drei seid Vorbilder für uns alle, da ihr euch mit Leib und Seele für unsere Institute einsetzt – und dieses Engagement auch nach eurem Eintritt in den Ruhestand fortsetzt“, so Max-Planck-Präsident Patrick Cramer in seiner Laudatio.
So hat Regine Kahmann mehrfach an anderen Instituten gewirkt und sie durch schwierige Fahrwasser navigiert. „Als Mediatorin und Ombudsfrau verkörpert sie Ruhe, Fairness und Zurückhaltung – Eigenschaften, die sie mit unerschütterlicher Empathie auch in andere Institute einbrachte“, betont Cramer.
Heinz Wässle hat sich vor allem bei der Aufarbeitung der Geschichte der Hirnforschung in der Max-Planck-Gesellschaft sowie der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft – der Vorgängerorganisation der MPG – verdient gemacht. Sein Engagement im laufenden Opferforschungsprojekt hilft dabei, tausenden Opfern der Euthanasie ihren Namen und ihre Geschichte zurückzugeben.
Als kommissarischer Leiter sprang Lothar Willmitzer 2024 ohne zu zögern ein, als das privatfinanzierte und mit der MPG assoziierte Ernst-Strüngmann-Institut (ESI) plötzlich ohne Führung war. Keine leichte Aufgabe: In einer extrem angespannten Situation und unter hoher Medienaufmerksamkeit gelang es ihm, das Institut wieder zu stabilisieren. Er hat damit wesentlich dazu beigetragen, dass das ESI zum Januar 2026 in die MPG integriert werden konnte.
Prof. Dr. Regine Kahmann war von 2000 bis 2019 Direktorin der Abteilung „Organismische Interaktionen“ des Marburger Max-Planck-Instituts und von 2001 bis 2019 Professorin für Genetik an der Philipps-Universität Marburg. Sie wirkt derzeit an der Universität Marburg sowie am Marburger MPI als Ombudsperson.
Im Zentrum ihrer Forschung steht der Pilz Ustilago maydis, Erreger des Maisbeulenbrandes. Diese Pflanzenkrankheit vernichtet jährlich weltweit bis zu 20 Prozent der Maisernte. Die Max-Planck-Forscherin klärte in jahrzehntelanger Forschung die molekularen Grundlagen dieser Krankheit auf und schuf damit wesentliche Grundlagen zur Bekämpfung dieser - und verwandter - Pflanzenkrankheiten. Sie ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, auswärtiges Mitglied der National Academy of Sciences (NAS), der Royal Society der American Academy of Arts & Sciences und Ehrenmitglied der Deutschen Botanischen Gesellschaft.
(Pressemeldung des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie)
Kontakt
Dr. Virginia Geisel
Mail: virginia.geisel@mpi-marburg.mpg.de
Press Officer | Forschungskommunikation
Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie