24.02.2026 Rudolf-Schönheimer-Medaille für Prof. Dr. Ralf Kinscherf

Auszeichnung für große Verdienste in der Arterioskleroseforschung

Gruppenfoto Preisverleihung
Foto: Norbert Gerdes
Prof. Dr. Ralf Kinscherf (Mitte) wird mit der Rudolf-Schönheimer-Medaille ausgezeichnet. Prof. Dr. Daniel Sedding, 1. Vorsitzender der DGAF (links), und Prof. Dr. Michael Torzewski, stellvertretender Vorsitzender der DGAF (rechts), gratulieren.

Prof. Dr. Ralf Kinscherf, Direktor des Instituts für Anatomie und Zellbiologie am Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg, wurde im Rahmen des VMAC (Vascular Medicine and Atherosclerosis Congress) in Köln mit der Rudolf-Schönheimer-Medaille ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt seine großen Verdienste um die Deutsche Gesellschaft für Arterioskleroseforschung (DGAF) sowie seine langjährige wissenschaftliche Exzellenz auf dem Gebiet der Gefäß- und Entzündungsforschung.

„Die Rudolf-Schönheimer-Medaille ist für mich eine große Ehre. Sie würdigt nicht nur meine eigene Arbeit, sondern vor allem das Engagement und die wissenschaftliche Neugier vieler Kolleginnen und Kollegen sowie unserer Nachwuchsforschenden – sie sind die Zukunft“, sagt Kinscherf. 

Die Rudolf-Schönheimer-Medaille wird jährlich von der Deutschen Gesellschaft für Arterioskleroseforschung (DGAF) an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um die Erforschung der Arteriosklerose verdient gemacht haben. Arteriosklerose – umgangssprachlich als Gefäßverkalkung bezeichnet – ist eine chronische Erkrankung der Arterien. Sie führt zu Verhärtungen und Verengungen der Blutgefäße und stellt eine der Hauptursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall dar.

In seiner Forschung widmet sich Kinscherf der Aufklärung zellbiologischer und molekularer Mechanismen der Arteriosklerose sowie immunologischer Prozesse, die zur Entstehung und Progression kardiovaskulärer Erkrankungen beitragen. Aktuelle Projekte untersuchen die Rolle des Neuropeptids (PACAP) und seines Rezeptors PAC-1 bei arteriosklerotischen Prozessen und bei durch metabolischen Stress mediierten Fibrose im Herzen. Seine Arbeiten verbinden grundlegende molekulare Fragestellungen mit translational relevanten Ansätzen und tragen damit wesentlich zum Verständnis und zur möglichen Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei.

Seit Oktober 2009 ist Prof. Dr. Kinscherf Professor an der Philipps-Universität Marburg. Zuvor war er am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Heidelberg tätig, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Hochschuldozent und außerplanmäßiger Professor und von 2006 bis 2009 als Leiter der Sektion Makroskopische Anatomie. Seine wissenschaftliche Laufbahn begann nach dem Studium der Biologie und Sport(wissenschaft) mit der Promotion im Jahr 1992; anschließend forschte er am Deutschen Krebsforschungszentrum.

Mit der Verleihung der Rudolf-Schönheimer-Medaille würdigt die DGAF nicht nur das wissenschaftliche Gesamtwerk von Ralf Kinscherf, sondern auch sein langjähriges Engagement in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und sein Beitrag zur Weiterentwicklung der Arterioskleroseforschung in Deutschland und international – unter anderem auch durch seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied von 2012 und 2021 und erster Vorsitzender der DGAF von 2015 bis 2018.

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