20.10.2026 Schlossbegegnungen: Aufbruch

Neuanfänge durch das Aufbrechen alter Muster

Foto: Imogen Grönninger
Ausbruch aus Gewohntem.

Die Gründung der Universität durch Philipp den Großmütigen war ein Aufbruch in eine neue Epoche. Wir beleuchten bei den „Schlossbegegnungen“ das Phänomen Aufbruch etwas allgemeiner, auch in dem Sinne, dass alte Muster aufgebrochen werden, dass neue Sphären erschlossen werden oder auch Barrieren durch- und aufgebrochen werden. Aufbruch bedeutet, Grenzen zu überschreiten und Übergänge zu gestalten. 

Besonders herausfordernd ist das Aufbrechen von alten Mustern und der Aufbruch zu neuen Zielen, wenn Angst im Spiel ist. Angst schützt uns auf der einen Seite vor reellen Gefahren, auf der anderen Seite kann Angst auch das Vorankommen hindern, wo die Gefahren die Angst objektiv nicht mehr rechtfertigen. 

Einer der weltweit führenden Forschenden in der Behandlung von Angststörungen und Depressionen durch Methoden der Kognitiven Verhaltenstherapie ist Prof. Dr. Stefan G. Hofmann, Alexander-von-Humboldt-Professor sowie LOEWE-Spitzenprofessor für Translationale klinische Psychologie an der Uni Marburg. In seinem Vortrag „Gefühle im Wandel: Die wundersame Welt unserer Emotionen“ am 9. November um 19 Uhr im Fürstensaal gewährt er einen allgemeinverständlichen Einblick in seine Forschungsergebnisse. Eintritt frei.

Dr. Lukas Wagner, Leiter der AG Physik der Solar-Energiekonversion, hält im Rahmen des Formats Aufgeschlossen – Wissenswertes aus der Werkstatt am 24. November um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema „Nachhaltiges Energiesystem: Aufbruch, Umbruch, Chance“ im Fürstensaal. Der Nachwuchsforscher ist Mitglied der Young Academy for Sustainability Research (YAS) des Freiburg Institute for Advanced Studies an der Universität Freiburg. Die YAS fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen herausragenden Postdoktorand*innen im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung. Im Dezember 2025 erhielt er zudem in Würdigung seiner herausragenden Beiträge zur Photovoltaikforschung das Wilhelm und Else Heraeus Research Fellowship. Zugleich ist Lukas Wagner ein hervorragender Wissenschaftskommunikator. Eintritt frei.

Ein ganz besonderes und integratives Erlebnis erwartet das Publikum am 29. November um 18 Uhr im Fürstensaal. Musikkenner*innen und -genießer*innen wie auch Menschen mit Hörschädigung kommen ganz auf ihre Kosten, wenn das A-Cappella-Ensemble Bolongaro Sextett und die Gebärdenmusikerin Julia Schulenburg gemeinsam den Advent einläuten. Auf dem Programm stehen frühbarocke Werke von Andreas Hammerschmidt, Heinrich Schütz sowie kunstvolle Sätze beliebter Advents- und Weihnachtslieder. Die Kunst des „Musikgebärdens“ von Julia Schulenburg ist mehr als Gebärdensprachdolmetschen: Die Atmosphäre und Struktur der Komposition werden ebenfalls zum Ausdruck gebracht und ermöglichen eine breite Teilhabe. Das vom Ensemble moderierte Konzert wird außerdem in DGS gedolmetscht. Für blinde Besucher*innen stehen barrierefreie Programmhefte zur Verfügung. Pay as you wish an der Abendkasse. 

Weitere Veranstaltungen:

10. November, 19 Uhr: Schlossgeflüster – Wenn Worte leuchten. In Kooperation mit der Deutschen Blindenstudienanstalt e. V. (blista) liest ein blinder Mensch im dunklen Fürstensaal aus Michail Bulgakows „Der Meister und Margarita“ vor. Der satirische Kultroman handelt vom Besuch des Teufels im stalinistischen Moskau und einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte. Eintritt frei.

24. November, 18:30 Uhr: Schlossgarn – Erzählgespräche. 30 Minuten vor Beginn des Vortrags „Nachhaltiges Energiesystem: Aufbruch, Umbruch, Chance“ wird ein phantasievoller Kontrapunkt mit (beinahe) improvisierten Geschichten gesetzt. Dies geschieht gemeinsam durch den professionellen Erzähler und Autor Florian Schwebel und das Publikum. Eintritt frei.

Ausblick Dezember 2026: Festlichkeiten

Festlichkeiten strukturieren das Jahr und verbinden Menschen über Zeiten und Kulturen hinweg. Unsere Veranstaltungen nähern sich diesem Thema historisch, kulturell und musikalisch. Dabei geht es nicht nur um religiöse Inhalte, sondern auch um Bräuche, Erzählungen und gemeinschaftsstiftende Rituale.

Hintergrund 

Mit der Reihe „Schlossbegegnungen“ öffnet Philipps-Universität das Landgrafenschloss gezielt als Ort des Austauschs und lädt Stadtgesellschaft und Gäste dazu ein, Wissenschaft und Kultur in neuen Formaten zu erleben – anschaulich, dialogisch und überraschend vielseitig. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Universität organisiert das Programm und spannt damit den Bogen zwischen Wissenschaft, Kunst und gesellschaftlichem Dialog. Das Marburger Wahrzeichen wird damit zu einem attraktiven, zeitgemäßen und zukunftsoffenen Museums-, Erlebnis-, Veranstaltungs- und Bildungsort. Jeder Monat steht unter einem anderen thematischen Schwerpunkt. Die Veranstaltungen laden dazu ein, sich für Neues zu öffnen, mit anderen in Kontakt zu treten, voneinander zu lernen und vieles gemeinsam zu erleben. 

Weitere Informationen

Anmeldung und Kontakt:

Programmvorschau: www.uni-marburg.de/schlossbegegnungen 

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