04.02.2026 Studierende thematisieren den „Blick“ auf eigener medienwissenschaftlicher Konferenz
Über 120 Studierende präsentieren Ergebnisse aus sieben Lehrveranstaltungen bei Studierendenkonferenz
Es war ein aufregender Tag, an dem mehr als 120 Studierende teilgenommen haben: Das mit dem Lehrpreis der Philipps-Universität Marburg ausgezeichnete Projekt "Mehr als Seminarraum: Über ein Semesterthema zur großen studentischen Konferenz" fand vergangenen Samstag seinen Abschluss in der großen Studierendenkonferenz unter dem Motto des Semesterthemas „Blick“. Die Studierenden aus sieben Lehrveranstaltungen des Instituts für Medienwissenschaft präsentierten und diskutierten ihre vielfältigen Studienergebnisse, reflektierten das Projekt und tauschten ihre persönlichen Erfahrungen aus.
Die Rolle des Blicks in audiovisuellen Medien
Der Blick spielt in audiovisuellen Medien und ihrer Rezeption eine entscheidende Rolle: Blicke steuern die Wahrnehmung der Zuschauer*innen, sie konstruieren und dekonstruieren Bedeutungen, versichern oder verunsichern, eröffnen neue Perspektiven, überraschen und bezaubern oder schockieren, sie entlarven oder konstituieren Machtverhältnisse.
„Das Ziel der Studierendenkonferenz war es, die Studierenden in die Auseinandersetzung mit diesen komplexen Problemstellungen einzubinden, Synergien innerhalb des Fachs zu erfahren, Lerninhalte aktiv mitzugestalten und sich selbst in einer professionellen Kommunikationsform zu erproben. So konnte sich alle als Teil einer gemeinschaftlich produzierten Wissenskultur erleben“, berichtet Dr. Vera Cuntz-Leng vom Institut für Medienwissenschaft.
Breites Themenspektrum
Geboten wurde nicht nur ein breites Themenspektrum, sondern auch die Präsentationsformen sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Den Auftakt machten die Lehrveranstaltungen von Vera Cuntz-Leng und Christian Alexius, wobei erstere sich mit queeren Blickkonstellationen im Film befasste und letztere den "Auteur" David Lynch fokussierte. Anschließend lud der Kurs von Alena Strohmaier und Daniel Wetzel die Zuhörenden zu einer interaktiven Performance zum Postkolonialismus ein. Nach der Mittagspause folgte eine Postersession, bei der die Studierenden von Marie Krämer die Aufmerksamkeit auf die Stadt Marburg als Filmort richteten und in ihren Projekten ganz praxisnah der Frage nachgingen, wie Film mit dem musealen Raum in Beziehung kommen kann.
Den eigenen Blick schärfen
Die Gruppe von Monika Weiß präsentierte vier eindrückliche Audio-Visual Essays zu queeren Rezeptionsweisen, Sexismus bei den Olympischen Spielen, parasozialen Beziehungen und der Frage, wie Algorithmen unsere Aufmerksamkeit steuern. Nach einer kurzen Kaffeepause ging es weiter mit einer Präsentation zum ethnografischen Blick im digitalen Raum, bei der Studierende von Sophie G. Einwächter auch ihre eigene Forschung zu einem Veganismus-Subreddit präsentierten. Zum Abschluss stellten alle Kursteilnehmer*innen von Nilgün Yelpaze ihre Videoaktivismus-Projekte vor, die bildkräftig aufzeigten, wie unterschiedlich, vielseitig und durchaus auch sehr persönlich der Akt des Hinschauens sein kann.
Vorstellungsvideo des Projekts
https://www.youtube.com/watch?v=GGNqfHdBxGs
Konferenz-Broschüre
https://www.uni-marburg.de/de/fb09/medienwissenschaft/pdfs/2026/2026_01_31_programm_blick_studierendenkonferenz.pdf
Kontakt
Dr. Alena Strohmaier
Tel.: 064212825662
Mail: alena.strohmaier@staff.uni-marburg.de
Institut für Medienwissenschaft
Philipps-Universität Marburg
35032 Marburg