23.04.2026 Ringvorlesung beleuchtet rechten Geschichtsrevisionismus

Interdisziplinäre Reihe der Unis Marburg, Gießen und Kassel diskutiert globale Herausforderungen für Erinnerungskultur und Demokratie

Schriftzug Umkämpfte Geschichte
Bild: Nahuel Almiron Rogriguez
Umkämpfte Geschichte(n) ist der Titel einer 11-teiligen Vortragsreihe zum Geschichtsrevisionismus

Die öffentliche Ringvorlesung „Umkämpfte Geschichte(n). Rechter Geschichtsrevisionismus in interdisziplinärer Perspektive und im internationalen Vergleich“ widmet sich einem hochaktuellen gesellschaftlichen Phänomen: der gezielten Umdeutung von Geschichte durch neurechte Akteur*innen. In Zeiten eines globalen Rechtsrucks geraten etablierte Erinnerungskulturen zunehmend unter Druck. Internationale Expert*innen aus Kultur- und Politikwissenschaften, Geschichtsdidaktik und Romanistik analysieren anhand von Fallbeispielen aus Argentinien, Chile, Deutschland und Spanien, wie historische Narrative strategisch verändert und für antidemokratische Zwecke instrumentalisiert werden. Die am Di., 28. April 2026 startende Vortragsreihe schafft Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit den Auswirkungen dieser Entwicklungen auf demokratische Gesellschaften.

Auftaktveranstaltung

  • Referent: Prof. Dr. Jens-Christian Wagner (Leiter der Gedenkstätte Buchenwald)
  • Thema: „Erinnerungskultur unter Druck. Die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen in Zeiten des weltweiten Rechtsrucks“
  • Di., 28. April 2026; Zeit: 18:00–20:00 Uhr
  • Ort: Hörsaal, Bahnhofsstraße 7, Marburg (mit digitaler Übertragung)

Die Ringvorlesung findet jeweils dienstagabends statt. Die Auftaktveranstaltung findet darüber hinaus in Marburg in Präsenz, die Abschlussveranstaltung in Kassel gleichfalls in Präsenz statt. Die Ringvorlesung wird im Rahmen des hessischen Förderprogramms zur Stärkung der Demokratieforschung organisiert und von einem interuniversitären Netzwerk getragen. Im Fokus stehen Fragen nach den Strategien geschichtsrevisionistischer Bewegungen, der Rolle sozialer Medien sowie den gesellschaftlichen Konsequenzen für Erinnerungspolitik und demokratische Diskurse. Weitere Informationen sowie das vollständige Programm finden sich auf der Projektwebseite: Programm zur Ringvorlesung

Weitere Termine und Themen

05.05. | Volker Weiß | Hamburg: Das Deutsche Demokratische Reich. Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört

12.05. | Sören Brinkmann | Willy-Brandt-Zentrum: Versöhnung statt Aufarbeitung? Die spanische Rechte im Kampf gegen die „Politiken der Erinnerung“

19.05. | Nina Keller-Kemmerer | JLU Gießen: Das Lüth-Urteil und die juristische Konstruktion der deutschen Nachkriegsgeschichte

02.06. | Stephan Ruderer | Pontificia Universidad Católica Chile: Ein Erbe Pinochets? Diktatur, Vergangenheitsaufarbeitung und neue rechte Regierung in Chile

09.06. | Patrick Eser | Uni Kassel: Make Argentina Great Again: Mythopoetik, lit. Dekadenznarrative, Neu-Erfindung der argentinischen Nation unter Milei

16.06. | Claudia Hilb | U Buenos Aires-CONICET, Argentinien: Memory, justice and politics in post-dictatorial Argentina: reflections on the handling of the recent past

23.06. | Eva Berendsen | Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt: Der Holocaust als Meme. Wie auf Social Media Geschichte umgedeutet wird

30.06. | Sarah Huber | Ingolstadt: Provokation und Verharmlosung – Das Geschichtsbild der Neuen Rechten

07.07. | Gerd Wiegel | DGB-Berlin: Abwicklung der Geschichte? Geschichtspolitische Vorstöße der neuen Rechten im Umfeld der deutsch-deutschen Vereinigung

14.07. | Carlos Collado Seidel | Uni Marburg: Mythen um Diktator Franco. Von der Konstruktion zur De-Konstruktion und zum Revisionismus? Präsenzvortrag in Kassel, Kurt-Wolters-Str. 5, Raum 1017 (digitale Übertragung)

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