15.10.2026 Was von der Geschichte übrigblieb
Ausstellung zu 500 Jahre Universität im Marburger Landgrafenschloss eröffnet
Die Ausstellung „500 Jahre Universität Marburg – was von der Geschichte übrigblieb“ lädt ein, Geschichte anhand konkreter Objekte zu entdecken. Bis 28. Februar 2027 sind im Landgrafenschloss historische Insignien, Urkunden, Porträts, wissenschaftliche Objekte und Schriftstücke aus fünf Jahrhunderten zu sehen.
Die Ausstellung vereint dabei prunkvolle Stücke ebenso wie unscheinbare Dokumente, die von den unterschiedlichen Facetten der Universitätsgeschichte erzählen. Zu sehen sind unter anderem das Gründungsprivileg der Universität, Zeugnisse zur Geschichte des Frauenstudiums und zur Zeit des Nationalsozialismus sowie die Nobelpreisurkunde des Marburger Mediziners Emil von Behring, die nach langer Zeit erstmals wieder präsentiert wird. Die Objekte stammen aus dem Universitätsarchiv, der Universitätsbibliothek und dem Universitätsmuseum. Sie machen sichtbar, was die Universität über fünf Jahrhunderte geprägt hat – und laden zugleich dazu ein, darüber nachzudenken, was davon in die Zukunft weist und welche Rolle die Universität künftig in Stadt und Gesellschaft spielen kann.
Ausgangspunkt der Präsentation sind die Insignien der Universität, also das Privileg, Zepter, Matrikel, Statuten, Schlüssel und die Präsidentenkette. „Diese Objekte sind nicht nur schön und teilweise kostbar, sondern symbolisierten auch Befugnisse und Rechte der Universität“, erläutert die Kuratorin der Ausstellung und Leiterin des Universitätsarchivs Dr. Katharina Schaal. Darüber hinaus wirft die Ausstellung Schlaglichter auf Themen wie das Pädagog und die Stipendiatenanstalt, die wissenschaftlichen Sammlungen oder die studentischen Proteste um das Jahr 1968.
Nachdem der Universitätsbetrieb der protestantischen Gründung ohne das übliche päpstliche Privileg 1527 aufgenommen worden war, erlangte die Universität mit dem 1541 verliehenen kaiserlichen Privileg die reichsweite Anerkennung. Bereits vorher drängten die Professoren auf die Anfertigung eines Siegels, das 1531 geschnitten wurde, und auf die Anschaffung zweier Zepter. Das Siegel diente zum Beglaubigen von Rechtsgeschäften und von Abschlüssen. Die 1533 fertiggestellten Zepter symbolisieren die akademische Selbstverwaltung. Sie wurden bis 1968 beim Rektorenwechsel dem alten und neuen Rektor vorangetragen. Durch ihren Einband sind der 1559 begonnene zweite Matrikelband und ein Band mit Abschriften der Statuten und wichtiger Urkunden als Pendants gestaltet. Der Statutenband befindet sich seit rund 400 Jahren in Gießen, beide Bände sind hier vermutlich erstmals wieder vereint. Sie verdeutlichen den rechtlichen Rahmen der Alma Mater sowohl in Bezug auf die Regelungen und Privilegien als auch hinsichtlich der Frage, welche Personen dazu gehörten: neben den Studenten finden sich in der frühen Zeit die Namen der Professoren in der Matrikel. Diese wichtigen Objekte aus der Geschichte der Universität sollen in deren Jubiläumsjahr einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Kontakt
Dr. Katharina Schaal
Tel.: 06421 28-9250-176
Mail: uniarchiv@verwaltung.uni-marburg.de
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Philipps-Universität Marburg