30.01.2026 Wattbewerb: Marburg verdoppelt Solarleistung

Gemeinsam für nachhaltige Energie

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Foto: Sebastian Reichel, i. A. d. Stadt Marburg
Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (v.l.), Dr. Martin Egger (Geschäftsführer von Innexis), Stadtrat Dr. Michael Kopatz, Bürgermeisterin Nadine Bernshausen, Jürgen Rausch (Geschäftsführer gewobau), Alexander Sauer (Stadtwerke Marburg), Axel Erdmann (ehrenamtlicher Solarberater) und Stefan Schulte (Parents for Future) freuten sich gemeinsam über die Verdopplung der Solarleistung im Stadtgebiet und damit über das Erreichen des Ziels im Wattbewerb.

Welche Kommune nutzt mehr Energie aus der Sonne? Die Stadt Marburg hat gemeinsam mit den Stadtwerken, der gewobau, der Philipps-Universität und zivilgesellschaftlichen Gruppen zur Teilnahme am Wattbewerb aufgerufen. Die Solarleistung in Marburg hat sich seitdem mehr als verdoppelt.

Der Wattbewerb ist ein bundesweiter Wettbewerb zwischen Kommunen. Ziel des Wattbewerbs ist die Verdoppelung der Photovoltaik-Leistung im Stadtgebiet – und hierbei sind alle gefragt, egal ob Stadtverwaltung, Institutionen, Unternehmen oder Privatleute. Los ging es 2021. Im Sommer 2025 hat Marburg das Ziel mit der Inbetriebnahme der Photovoltaik-Freiflächenanlage M159 der Innexis am Pharmastandort Görzhausen übertroffen.

„Die Anlage M159 hat die ausschlaggebenden Megawatt Peak geliefert, die zur Verdopplung der Solarleistung in Marburg beigetragen haben“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und ergänzt: „Dieses Projekt steht exemplarisch für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Stadt, Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Akteur*innen im Rahmen des Wattbewerbs.“ Mit einer Leistung von 3 Megawatt Peak (MWp) zählt die neue Freiflächenanlage zu den größten freistehenden Photovoltaik-Projekten im Stadtgebiet. „Damit gelingt Marburg ein zentraler Meilenstein auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt. Die Investition von Innexis spiegelt die Verantwortung des Standorts für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Wirtschaft wider“, so das Stadtoberhaupt.

„Wir von Innexis verfolgen eine nachhaltige Wirtschaftsstrategie. Der Ausbau von Photovoltaik spielt dabei eine große Rolle“, sagt Dr. Martin Egger, Geschäftsführer von Innexis und ergänzt: „Dass wir durch unsere Anlage auch den Wattbewerb unterstützt haben, freut uns sehr.“ 

Gestartet ist Marburg im Juni 2021 mit 1.264 PV-Anlagen – inzwischen sind insgesamt 3.710 Anlagen im Stadtgebiet installiert. Die Solarleistung ist seit dem Aufruf zur Teilnahme in 2021 von 21,2 MWp auf 45,6 MWp im Sommer 2025 und mittlerweile sogar auf 47,4 MWp angestiegen. Damit hat sich Marburgs Stromerzeugung aus Solarenergie mehr als verdoppelt.

Seit dem Start des Wattbewerbs wurde der Ausbau von PV-Anlagen in Marburg von vielen Akeur*innen vorangetrieben: durch die Beratungen der ehrenamtlichen Solarberater*innen sowie der städtischen Energieberater*innen, durch die Förderprogramme der Stadt, durch den PV-Ausbau der Stadtwerke Marburg, der gewobau, der Philipps-Universität Marburg, des Pharmastandorts sowie zahlreicher zivilgesellschaftlicher Initiativen und Aktionen.

„Durch die enge Zusammenarbeit lokaler Institutionen zeigt Marburg, dass Klimaschutz ein echtes Gemeinschaftsprojekt ist. Die Stadt hat die Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme am Wattbewerb aufgerufen und unterstützt sie dabei mit gezielten Förderprogrammen – und außerdem durch eigens ausgebildete ehrenamtliche Solarberaterinnen und -Berater“, sagte Bürgermeisterin und Klimaschutzdezernentin Nadine Bernshausen. Allein durch das Zuschussprogramm „Klimafreundlich Wohnen“ der Stadt wurden seit 2020 mehr als 949 Photovoltaikanlagen gefördert. Diese decken den Jahresstrombedarf von mehr als 3.000 Marburger Haushalten. Bis Ende 2024 wurde dank der Förderprogramme eine Gesamtleistung von mehr als 10 MWp installiert.

„Als Kommune ist es uns wichtig, auch selbst mit gutem Beispiel voranzugehen und unsere eigenen Gebäude, wo die Möglichkeit besteht, mit PV-Anlagen auszustatten“, sagt Stadtrat Dr. Michael Kopatz. So verfügen beispielsweise die Schule am Schwanhof, der Feuerwehrstützpunkt Cappel oder auch das Nachbarschaftszentrum Waldtal über PV-Anlagen. Die Stadt hat seit Beginn des Wattbewerbs eine Leistung von rund 270 Kilowatt-Peak (kWp) installiert. „Das Ziel des Wattbewerbs haben wir erreicht. Das bedeutet nicht, dass wir aufhören. Als Stadt werden wir auch weiterhin nachhaltiges und klimaeffizientes Bauen verfolgen“, so Kopatz weiter.

Auch die Stadtwerke Marburg und die gewobau haben maßgeblich zum Erreichen des Wattbewerb-Ziels beigetragen. So haben die Stadtwerke auf den eigenen Liegenschaften eine Gesamtleistung von 317 kWp installiert. Hinzukommen 1,1 MWp durch Anlagen, die die Stadtwerke in Zusammenarbeit mit Wohnungsbaugesellschaften errichtet haben und von den Stadtwerken betrieben werden. Von diesen 1,1 MWp stammen allein 948 kWp von den Anlagen der gewobau. „Wir freuen uns, das gemeinsame Ziel zur Verdopplung der Solarleistung mit vorangetrieben und in dieser Sache so gut zusammengearbeitet zu haben“, erklären Jürgen Rausch von der gewobau und Alexander Sauer von den Stadtwerken.

Die Philipps-Universität Marburg, die ebenfalls zur Teilnahme am Wattbewerb mit aufgerufen hatte, verfügt beispielsweise über PV-Anlagen auf dem Gebäude der Chemie, der Universitätsbibliothek, dem Synmikro oder auch dem Parkhaus Nord. Während des Wettbewerbzeitraums hat die Uni insgesamt eine Leistung von 528,1 kWp installiert.

Vertreter*innen der „Scientists for Future“ und „Parents for Future“ begrüßen das Erreichen des Ziels als wichtigen Meilenstein. So waren die zivilgesellschaftlichen Gruppen maßgeblich daran beteiligt, über die Möglichkeiten der Förderungen als auch über alle Fragen rund um PV-Anlagen aufzuklären – sei es im Rahmen eines PV-Picknicks, einer Infoveranstaltung zu Balkonmodulen, einer aufsuchenden Solarberatung oder auf einer Solarparty. Das Zusammenwirken aller Maßnahmen hat dazu beigetragen, Photovoltaik in Marburg als zentralen Hebel für den Ausbau erneuerbarer und kosteneffizienter Energien bekannter zu machen.

Der Wattbewerb läuft weiter und bietet weiterhin einen Anreiz für den freundschaftlichen Wettbewerb der Kommunen im Ausbau der Solarenergie (https://plattform.wattbewerb.de/ranking). Die Zahlen und Entwicklung zum Ausbau der PV-Anlagen sind auch im Datendashboard „Marburg in Zahlen“ im Bereich „Umwelt und Klima“ und dort unter „Energie und Ressourcen“ zu finden (https://marburginzahlen.marburg.de). 

 (Pressemitteilung der Universitätsstadt Marburg)

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