08.10.2026 Call for Participation!
Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist eine Praxis, die erlernt und immer wieder neu ausgehandelt werden muss. Schulen kommt dabei eine zentrale Rolle zu: Sie erreichen Kinder und Jugendliche unabhängig von Herkunft, Milieu und Elternhaus und sind damit ein zentraler gesellschaftlicher Ort demokratischer Sozialisation.
Der 6. Bundeskongress Kulturelle Schulentwicklung rückt deshalb die Demokratiebildung in den Mittelpunkt und fragt danach, wie Kulturelle Bildung und ästhetische Praxis dazu beitragen können, Demokratie als Lebenswirklichkeit in Schule zu verankern. Denn demokratische Kompetenzen wie Perspektivwechsel, Konfliktfähigkeit, Urteilsbildung, Toleranz gegenüber Ambiguität und die Bereitschaft zur Auseinandersetzung entstehen nicht von alleine – sie müssen erfahren, erprobt und gestaltet werden.
Künstlerische Praxis eröffnet dafür besondere Erfahrungsräume: Theater kann Aushandlung, Kompromiss und kollektive Entscheidungen erfahrbar machen; gemeinsames Musizieren erfordert Zuhören und Koordination. Solche Erfahrungen sind körperlich und emotional verankert. Kulturelle Schulentwicklung kann damit einen wichtigen Boden für ein demokratisches Schulklima bereiten – fächerübergreifend, im Unterricht und im Ganztag.
Ziel des Kongresses ist es, einen Ideenaustausch und Netzwerkbildung verschiedener Personen, die an Schulentwicklung beteiligt sind anzuregen, und in Bezug auf das Tagungsthema 2027 gemeinsam Antworten auf folgende Kernfragen zu finden:
(Politische) Strukturen und Rahmenbedingungen
Wie wird Demokratiebildung auf Ebene der Länder und Kommunen gestärkt, aber auch in Schule und mit außerschulischen Bildungspartner:innen organisiert und was können die Akteur:innen voneinander lernen?
Wer finanziert und fördert Demokratiebildung mit Schulen in Verbindung mit den ästhetischen Ausdrucksformen?
Welche guten strukturellen Best-Practice Beispiele gibt es in unterschiedlichen Ländern oder Kommunen?
Vernetzung kultureller und politischer Bildungsakteure
Wer ist in welchem Maß, mit welchen Zielen und Gestaltungsräumen an kultureller Demokratiebildung beteiligt?
Wo liegen die Hindernisse in der Vernetzung unterschiedlicher Bildungsakteure (inhaltlich, strukturell) und wie werden sie aus dem Weg geräumt?
Wie sehen (kommunale) Strukturen für Vernetzung aus?
Unterrichtsentwicklung / Ästhetische Praxis
Wie durchziehen ästhetische Praktiken der Demokratiebildung den Schulalltag?
Wie sehen Fort- und Weiterbildungsmodelle für Lehrkräfte und andere Bildungsakteure in der kulturellen Demokratiebildung aus?
Welche Rolle spielen die Fachdidaktiken (v. a. Musik/ Bildende Kunst/ Darstellendes Spiel) und was tragen sie jeweils zu einer Demokratiebildung mit ästhetischen Ausdrucksformen bei?
Wir suchen Ihre Perspektiven und Erfahrungen
Wir laden Sie ein, den Bundeskongress mit einem eigenen Beitrag mitzugestalten. Gesucht werden Praxisbeispiele aus der Schule, Forschungszugänge, Konzepte, künstlerische bzw. ästhetische Arbeitsweisen und strukturelle Perspektiven, die zeigen, wie Demokratiebildung in der Schule gestärkt werden kann.
Besonders interessieren uns Beiträge, die zum gemeinsamen Nachdenken und Aushandeln einladen: Was funktioniert? Wo liegen Widersprüche und Grenzen? Wie lassen sich ästhetische Erfahrungen und demokratische Praxis im Unterricht und im Ganztag miteinander verbinden? Wir sind offen für neue Formate und künstlerische Arbeiten.
Formate
Es gibt zwei Formate.
Klassischer Workshop à 60 Minuten am Donnerstag, 23. 09. 27, der zwischen 13:30 Uhr – 17 Uhr durchgeführt wird.
2 x 60 Minuten intensive Forschungslabore oder Werkstätten, in denen die Teilnehmer:innen über zwei Blöcke vertieft in ein Thema einsteigen und an diesem ästhetisch-künstlerisch arbeiten.
Aufbau und methodische Gestaltung der Formate liegen in den Händen der Einreichenden. Es wird mit 12 bis max. 20 Teilnehmenden pro Format gerechnet. Es stehen Honorarmittel für die Vergütung des Formats zur Verfügung.
Zielgruppe des Kongresses
Der Kongress richtet sich an alle Akteur:innen, die an Schulentwicklung beteiligt sind, insbesondere an: Schulleitungen und Lehrkräfte, Schüler:innen, Wissenschaftler:innen, Akteur:innen der außerschulischen Kinder- und Jugendbildung, Künstler:innen und kulturpädagogische Fachkräfte, Akteur:innen aus Politik und Verwaltung, Stiftungen und Förderinstitutionen.
Einreichung
Bitte reichen Sie ein Abstract von maximal 400 Wörtern als PDF ein. Wählen Sie eines der o. g. Kernthemen aus und skizzieren Sie Ihre Fragestellung, den Bezug zur Demokratiebildung und/oder Kultureller Schulentwicklung, die methodische Herangehensweise und erwartete Ergebnisse. Fügen Sie gerne eine kurze Selbstdarstellung Ihrer Person oder Organisation bei.
Einreichungsfrist: 15. November 2026
Einreichung unter: bundeskongress@gesellschaft-kultur-geschichte.de
Kontakt: Sabina Meier Zur, 0176 204 718 45, Bundeskongress@gesellschaft-kultur-geschichte.de
Weitere Infos: www.buko-kulturelle-schulentwicklung.de 3
Rückmeldung von uns: bis Ende Januar 2027
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!