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Mein Weg ins Studium

Lea Vetter
Bild: Anselm Wagner

Biologie war bereits auf der Realschule ein Fach, das mir wirklich Spaß gemacht und mich nachhaltig fasziniert hat. Ich verbinde damit die Liebe zu Tieren und den Wunsch, Natur und Umwelt zu schützen. Mein Kindheitstraum war es daher Tierärztin zu werden. Leider haben meine Eltern mein Ziel zu studieren nie unterstützt und mich zunächst überzeugt, eine Ausbildung zur Technischen Zeichnerin zu machen, um finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Diese habe ich mit sehr guten Noten abgeschlossen, allerdings auch mit dem Wissen, dass ich niemals in diesem Beruf arbeiten möchte. Ich wusste zunächst nicht, wie es beruflich für mich weiter gehen soll. Durch den Bundesfreiwilligendienst in einem Tierheim rückte dann meine wahre Leidenschaft wieder in den Vordergrund und spätestens jetzt war ich mir sicher, dass es meine Berufung ist, Tieren zu helfen. Eine Online-Recherche hat die Entscheidung gebracht. Ich bin zufällig auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, dass man in Hessen auch ohne Abitur oder Fachabitur studieren kann. Mittlerweile bin ich im 5. Semester Biologie und möchte mich nach meinem Abschluss im Naturschutz engagieren. Wahrscheinlich werde ich noch den Master in Biologie anschließen, um meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Ob das in Marburg sein wird, weiß ich aber noch nicht. Ich bin ein reiselustiger, neugieriger Mensch und entdecke gerne neue Orte. Wer weiß, wo mich das Leben noch hin führt.

Lea V., studiert Biologie an der Philipps-Universität Marburg

Jan Gaudron
Bild: Anselm Wagner

Ich komme aus einer Großfamilie mit 5 Geschwistern und hatte keinen einfachen Start ins Schulleben. Durch eine ADHS-Diagnose hat man mir wenig zugetraut und so bin ich zunächst auf der Hauptschule gelandet. Obwohl ich früh gemerkt habe, dass ich das Zeug habe um auf die Realschule zu gehen, wurde mir in meinem Umfeld das Gefühl vermittelt: „Du kannst das eh nicht“. Aus Trotz und Ehrgeiz wollte ich dann erst recht allen zeigen, was wirklich in mir steckt. Eigentlich wollte ich Musik studieren, doch fehlte mir damals noch die klare Linie und die nötige Konsequenz in meinem Leben. Durch ein Praktikum in einer KiTa habe ich gemerkt, dass ich ein Talent habe mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Ich habe mich anschließend für eine zweijährige Ausbildung zum Sozialassistenten entschieden und so meine Fachhochschulreife erworben. Mittlerweile studiere ich im zweiten Semester Erziehungs- und Bildungswissenschaft und bin mir sicher, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Mein Ziel ist es, später in der Bildungspolitik oder Forschung zu arbeiten und so an grundlegenden Veränderungsprozessen in unserem Bildungssystem mitzuwirken. Ich hoffe, dass andere dadurch mit weniger Hürden in der Schule konfrontiert werden als ich. Nebenher engagiere ich mich ehrenamtlich in der Fachschaft und bin meiner Leidenschaft, der Musik, treu geblieben.

Jan G., studiert Erziehungs- und Bildungswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg