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Was bedeutet Studieren?

Studierende sitzen im Hörsaal und hört aufmerksam zu.
Foto: Anselm Wagner

Die Studienzeit ist ein neuer Lebensabschnitt. Studieren ist in mancher Hinsicht so ähnlich wie zur Schule gehen – in einigen Aspekten jedoch ganz anders. Anstelle vieler verschiedener Fächer, in denen das gelehrt wird, was im Lehrplan steht, wählst du ein Fach oder mehrere Fächer, die dich interessieren. Dabei kannst du neben den verpflichtenden Veranstaltungen in vielen Studienfächern eigene Interessensschwerpunkte wählen. Und anders als in der Schule kannst du dir deinen Stundenplan in den meisten Studiengängen selbst zusammenstellen.

Das zeichnet Studieren aus

Lehre

Studieren geschieht überall. In den Gebäuden der Uni nimmst du zusammen mit deinen Mitstudierenden an Vorlesungen, Seminaren, Übungen oder Laborpraktika teil. Diese Veranstaltungen machen aber nur einen Teil des Studiums aus – vieles wirst du dir auch in Eigenarbeit aneignen.

Drei Studentinnen diskutieren miteinander. Sie sitzen in einem Seminarraum. Vor ihnen befinden sich Tablets, Laptops und Lehrbücher.
Foto: Anselm Wagner

Lernen

In den verschiedenen Bibliotheken und Lernräumen an deinem Fachbereich kannst du in Ruhe lernen, Hausarbeiten schreiben oder nach Literatur für dein nächstes Referat suchen. Das geht allein oder auch in Lerngruppen.

Zum Lernen gehört auch: Pausen einlegen! Ein Spaziergang an der Lahn, Entspannen im Alten Botanischen Garten oder ein Kaffee aus dem Café CoLibri in der Universitätsbibliothek machen den Kopf frei.

Sechs Studierende sitzen im Sommer an der Lahn und lassen ihre Füße ins Wasser hängen.
Foto: Anselm Wagner

Leben

Neben dem Studium bietet dir die Uni Marburg eine bunte Palette an Freizeit- und Sportangeboten. Viele Sportkurse kannst du günstig über den Hochschulsport besuchen oder dich in einer studentischen Hochschulgruppe oder Initiative engagieren. Dort hast du Möglichkeiten, neue Menschen kennenzulernen, die ähnliche Interessen haben wie du.

Drei Studierende bewegen sich beim Ausdruckstanz.
Foto: Felix Wesch

Wie zur Schule gehen – und doch ganz anders

Viele Studierende sind überrascht darüber, wie viel Eigenverantwortung sie im Studium haben. Im Schulunterricht bestimmten Lehrpläne und Hausaufgaben, was du zu tun hast und deine Leistung wird von deinen Lehrer*innen beobachtet und eingeschätzt. Im Studium musst du selbst einschätzen, was für den Erfolg deines Studiums notwendig ist. Du bestimmst, wann und wie viel du lernen musst, um deine Prüfungen zu bestehen.

  • Worauf es im Studium ankommt

    Dein Studiengang kann deinen Interessen und beruflichen Zielen entsprechen. In Vorlesungen, Seminaren und praktischen Übungen erwirbst du theoretisches Wissen. Dazu gehört auch das Studium relevanter Literatur und  wissenschaftlicher Texte. Du wirst ermutigt, kritisch zu hinterfragen, Konzepte zu analysieren und Theorien in der Praxis anzuwenden.

    Ein wichtiger Aspekt des Studierens ist die aktive Teilnahme an der Bildungsgemeinschaft. Du hast die Möglichkeit, dich mit anderen Studierenden sowie Dozierenden auszutauschen, Fragen zu stellen und Diskussionen zu führen. Um dein Wissen zu vertiefen, arbeitest du auch in Projektgruppen oder im Forschungslabor.

    Studieren kann zur Vorbereitung auf deinen zukünftigen Beruf dienen. Viele Arbeitgeber*innen schätzen die Fähigkeiten, die du durch ein erfolgreich abgeschlossenes Studium erworben hast. Neben den fachlichen Kompetenzen spielen auch überfachliche Schlüsselkompetenzen wie Sprachkenntnisse, Präsentationstechniken, analytische Fähigkeiten und Zeitmanagement eine wichtige Rolle. Die Uni Marburg hat für den Erwerb von Schlüsselqualifikationen einen extra Studienbereich, die sogenannten "MarSkills", eingerichtet. 

Leben als Student*in

Beim Start ins Studium wirst du dich neben dem neuen Wissen, das dir die Universität vermittelt, mit den Dingen des alltäglichen Lebens auseinandersetzen: Du wirst dich selbstständig um deine Finanzen kümmern und vielleicht in eine neue Wohnung  oder ein (WG-)Zimmer umziehen. Die Gestaltung deiner Freizeit und deines sozialen Umfelds liegen ganz in deiner Hand. Bereitest du dich rechtzeitig vor, kannst du dein Studierendenleben stressfreier angehen und weißt, wohin du dich bei Fragen wenden kannst.

Info-Seiten zum Studienstart

Genau hingeschaut: Unterschiede zwischen Schule und Hochschule

  • 1. Akademische Spezialisierung

    In der Schule liegt der Fokus darauf, eine breite Allgemeinbildung zu vermitteln. Der Lehrplan ist festgelegt und deckt eine Vielzahl von Themen ab.

    An der Universität hingegen spezialisierst du dich auf Fachgebiete, die deinen Interessen entsprechen: Du wählst einen Studiengang oder eine Kombination aus Haupt- und Nebenfach. Diese bilden den Schwerpunkt deiner akademischen Ausbildung. Durch Kurse, Vorlesungen und Übungen vertiefst du dein Wissen und deine Fähigkeiten und wirst Spezialist*in auf deinem Fachgebiet. 

    Diese akademische Spezialisierung bedeutet allerdings nicht, dass du dich ausschließlich auf ein Fach konzentrieren musst. Du hast immer die Möglichkeit, Kurse aus anderen Fachbereichen zu belegen, Sprachkurse wahrzunehmen oder dich außerhalb deines Fachgebiets umzuschauen. Dieses fächerübergreifende Lernen nennt sich Interdisziplinarität.

  • 2. Autonomie und Eigenverantwortung

    An der Schule läuft der Unterricht oft nach klaren Strukturen und Vorgaben ab. Lehrer*innen geben Anweisungen und Schüler*innen folgen diesen.

    An der Universität werden von dir mehr Eigenverantwortung und Autonomie verlangt. Für deine Lernorganisation bist du selbst verantwortlich. Es gibt weniger direkte Anleitung und Kontrolle und du hast mehr Freiheit bei der Auswahl deiner Kurse und Studieninhalte.

  • 3. Lernmethoden

    In der Schule liegt der Schwerpunkt oft darauf, Fakten und Grundlagen zu bestimmten Themen zu lernen und das Gelernte in Tests und Prüfungen anzuwenden.

    In der Universität wird neben einer Vermittlung von themenspezifischem Wissen eine kritische Auseinandersetzung mit Theorien gelehrt. Es wird Wert auf die Analyse und Anwendung von wissenschaftlichen Konzepten und Methoden gelegt: Informationen hinterfragen, Diskussionen führen, Gedanken und Ideen einbringen, komplexe Probleme analysieren, Argumente und Beweise sammeln, Fallstudien und Projekte durchführen – all das hilft dir, das erlernte Wissen in einem konkreten Kontext zu verstehen und wissenschaftliche Schlüsse zu ziehen.

  • 4. Unterrichtsformate

    In der Schule gibt es normalerweise einen strukturierten Stundenplan, der den Unterricht in verschiedenen Fächern und Themen organisiert. Schüler*innen haben festgelegte Unterrichtszeiten und Lehrende spielen eine aktive Rolle im Unterrichtsprozess. An der Universität gibt es verschiedene Unterrichtsformate wie Vorlesungen, Seminare und praktische Übungen.

    Vorlesungen sind größere Veranstaltungen, bei denen Dozierende oder Professor*innen Informationen, Konzepte und Theorien präsentieren. Vorlesungen haben oft einen informierenden Charakter.

    Seminare sind in der Regel kleinere Gruppenveranstaltungen. Hier hast du die Möglichkeit, Ideen und Gedanken auszutauschen und die behandelten Themen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

    In praktischen Übungen wendest du dein erlerntes Wissen an oder führst experimentelle Forschung durch. Dies kann je nach Studienausrichtung Laborarbeiten, Feldstudien, Projektarbeiten oder künstlerische Produktionen umfassen.

  • 5. Bildungsgemeinschaft

    An der Schule verbringst du normalerweise den Großteil deiner Zeit mit derselben Gruppe von Schüler*innen, die ein ähnliches Alter und ähnliche Lernziele haben. Es entsteht eine enge Gemeinschaft, in der du Freundschaften entwickeln und gemeinsam lernen kannst.

    An der Uni findest du dich in einer viel größeren und vielfältigeren Bildungsgemeinschaft wieder. Je nach Fachrichtung hast du in jeder Veranstaltung eine andere Gruppe an Mitstudierenden, die häufig unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen haben und aus unterschiedlichen Altersgruppen kommen können. 

    Durch Seminare und Vorlesungen kommst du oft mit verschiedenen Leuten zusammen und lernst schnell neue Menschen kennen. Allerdings erfordert es Eigeninitiative, deinen Freundeskreis zu finden oder aufzubauen. Erste Kontakte mit deinen Kommiliton*innen kannst du direkt am Anfang deines Studiums in der Orientierungseinheit (OE) knüpfen. Auch in Fachschaften, beim Hochschulsport oder in einer studentischen Initiative kannst du neue Leute kennenlernen.

  • 6. Prüfungsformate

    An der Schule gibt es regelmäßige Tests, Klassenarbeiten, Präsentationen und Referate, um dein Wissen zu überprüfen. Dabei sollen häufig Fakten abgerufen und das Gelernte angewendet werden.

    An der Universität finden meist größere Prüfungen am Ende des Semesters statt, die den gesamten Lernstoff  einer Lehrveranstaltung abdecken. Diese Prüfungen sind umfassender und erfordern die Fähigkeit, das Gelernte auf neue Probleme oder Situationen anzuwenden. Die Prüfungen können verschiedene Formate haben – zum Beispiel Multiple-Choice-Fragen, Essays, Fallstudien oder Problemlösungsaufgaben. Auch andere Formen der Leistungsbewertung wie Hausarbeiten, Projektberichte, Präsentationen oder Gruppenarbeiten sind umfassender als in der Schule. 

  • 7. Abschluss

    An der Schule erhältst du in der Regel einen Schulabschluss, der deine allgemeine Bildung und Fähigkeiten auf einem bestimmten Bildungsniveau bestätigt. Die Abschlüsse an der Hochschule sind spezifischer und spezialisierter als Schulabschlüsse. Das Studium ist zudem eine akademische Ausbildung, die wesentlich mehr Eigeninitiative und eine akademische Herangehensweise an Themen erfordert.

    Dein Studium an der Uni Marburg kannst du mit einem Bachelorabschluss, Staatsexamen, kirchlichen Magister und später einem Masterabschluss oder einer Promotion beenden. Diese Abschlüsse sind akademische Qualifikationen, die deine spezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten in dem von dir gewählten Fachgebiet anerkennen. Sie qualifizieren dich für anspruchsvolle berufliche Tätigkeiten oder für eine weitere wissenschaftliche Karriere.

    → Mehr Infos zu: Studienmöglichkeiten an der Philipps-Universität Marburg und welcher Abschluss was bedeutet.

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