Lichttherapie (UV-Therapie und Photodiagnostik)
Im Bereich Lichttherapie werden hier die UV-Verfahren angeboten und es werden Tests zur Prüfung der Lichtempfindlichkeit durchgeführt. |
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Was ist Lichttherapie?
Zur Lichttherapie gehören alle Behandlungsverfahren, bei denen eine Wirkung an der Haut durch Strahlung aus dem Bereich des Sonnenlichtspektrums erzielt wird.
Dies kann durch eine Verstärkung des Lichts in Form von LASER-Strahlung erfolgen. Dafür steht hier in der Klinik ein Argon-Laser zur Verfügung.
Durch eine spezielle Vorbehandlung kann sichtbares Licht bei der photodynamischen Therapie eingesetzt werden (s. dazu unter Allgemeines > Tagesklinik).
Weiterhin kommt das Ultraviolette „Licht“ (UV) zur Behandlung verschiedener Erkrankungen der Haut als UV-Therapie (oder Phototherapie) zur Anwendung und es können gezielte Untersuchungen zur UV-Empfindlichkeit (Photodiagnostik) durchgeführt werden.
- UV - Strahlung (Ultraviolettes "Licht")
Es handelt sich um unsichtbare Anteile der Sonnenstrahlung. UV-Strahlung kann auch künstlich durch spezielle Lampen erzeugt und an der Haut angewandt werden. Man unterscheidet zwischen UVA, UVB und UVC. Der letztere Anteil, die UVC-Strahlung, ist sehr kurzwellig und wird aus dem Sonnenlicht durch die Erdatmosphäre weggefiltert. Bei der UV-Therapie hat UVC-Strahlung keine Bedeutung; denn die hier eingesetzten Geräte geben kein UVC (und auch keine Röntgenstrahlung) ab. Therapeutisch verwendet werden Teil- oder Ganzkörpergeräte, die Strahlung im kurzwelligen UVB-Bereich (280-320nm Wellenlänge), im Schmalband-UVB-Bereich (UV-Licht mit Wellenlänge um 311 nm) sowie im langwelligeren UVA-Bereich (ab 320-400 nm Wellenlänge) abgeben.
- Die Wirkung der UV - Strahlung an der Haut
Das kurzwellige UVB dringt nur in die Oberhaut
(Epidermis) ein, während UVA bis in die darunterliegende
Bindegewebsschicht (Corium/ Dermis) gelangt. Besondere Wirksamkeit
entfaltet hier der ganz langwellige UVA1-Anteil.
Durch UVB verdickt sich die schützende Hornschicht an der
Hautoberfläche und die Pigmentbildung wird angeregt, die Haut wird
dadurch braun. Bei übermäßiger Anwendung entsteht Sonnenbrand, d.h.
Rötung und Blasenbildung. Der Schweregrad des Sonnenbrands spiegelt den
Schaden an der wichtigen basalen Zellschicht der Epidermis wider. Durch
übermäßige Einwirkung von UVB-Strahlung können an der Haut Vorstufen
von Hautkrebs (sog. aktinische bzw. solare Keratosen), Hautkrebs
(Plattenepithelkarzinom) und Basaliome entstehen. Diese auf
UV-Licht-ausgesetzter Haut entstandenen Tumore können, wenn rechtzeitig
erkannt, gut behandelt werden und haben dann keinen nachteiligen
Einfluß auf die Lebenserwartung der Betroffenen.
Durch UVA verdunkelt sich kurzfristig das vorhandene Pigment (Sofortpigmentierung), sonst zeigt sich zunächst keine Veränderung an der Haut. Bei langfristiger Anwendung kann UVA durch das Eindringen in das coriale Bindegewebe Strukturveränderungen, darunter Verstärkung der Hautfalten und Zunahme der Hautalterung bewirken. Übermäßige UVA-Einwirkung scheint das Entstehen eines Melanoms, eines bösartigen Pigmentzelltumors, zu begünstigen (ist aber nicht die alleinige Ursache).
UV-Strahlung ist an der vollständigen
Synthese von Vitamin D beteiligt.
Eine weitere Wirkung besteht in einer Abschwächung von Immunzellen in
der Haut, d.h. den Langerhanszellen in der Epidermis und den
Lymphozyten in Epidermis und Corium.
Auch eine Hemmung der Zellteilung wird durch UV-Licht erzielt.
- Die verschiedenen UV-Behandlungsmethoden
Zur
Zeit besteht in dieser Klinik die Möglichkeit zur Behandlung mit UVA,
UVB, UVB 311 nm Schmalband und PUVA. Bei der PUVA-Behandlung, der
sogenannten Photochemotherapie, geht es um eine Behandlung mit einem
„Photosensibilisator“ (P), einer Substanz, die die Haut
lichtempfindlich macht, und die anschließende UVA-Belichtung der
Haut.
- Creme-PUVA Mit einer Creme, die den Lichtsensibilisator (Methoxsalen, manchmal Khellin) enthält, werden die erkrankten Hautareale eingecremt (dünne sichtbare Schicht). Die Creme soll 30 Min. einwirken, dann wird sie mit Zellstoff entfernt. Auf angrenzende gesunde Hautareale sollte die Creme nicht gelangen. Die UVA-Lichtbestrahlung erfolgt direkt anschließend an die halbstündige Behandlung, spätestens 1 Stunde nach dem Auftragen der Creme.
- Bade-PUVA Durch ein 20-minütiges Bad in warmen Wasser (mit angenehmer Temperatur), dem durch das Pflegepersonal eine bestimmte Menge des Lichtsensibilisators (Methoxsalen) hinzugefügt wurde, wird die Haut für die Lichtbehandlung vorbereitet. Nach dem Bad wird die Haut trocken getupft, nicht gerieben. Gleich anschließend (spätestens innerhalb einer Stunde) erfolgt die UVA-Lichtbehandlung. Die gebadeten Areale bleiben für den Verlauf des Tages lichtempfindlich, d.h. bei zusätzlicher Bestrahlung durch Sonnenlicht oder Solarium können (schwere) Sonnenbrände auftreten.
- Orale PUVA Es werden Methoxsalen-Tabletten (Meladinine®) in der vereinbarten Menge, abhängig vom Körpergewicht, eingenommen. Die Haut und die Augen werden dadurch lichtempfindlich, auch für UV-Licht, das durch die Fensterscheiben kommt. Es muß deshalb den ganzen Tag lang eine UV-Schutzbrille getragen werden. Zwei Stunden nach der Medikamenteneinnahme erfolgt die Behandlung mit UVA. Eine zusätzliche Bestrahlung durch Sonnenlicht oder Solarium ist unbedingt zu vermeiden, dies könnte einen Schaden, ähnlich einem sehr schweren Sonnenbrand, mit Blasen und Ablösung der Haut verursachen.
- Auswahl der geeigneten UV - Behandlung
Je oberflächlicher sich Erkrankungen an der Haut abspielen, desto eher ist eine UVB- bzw. UVB-311-Behandlung das geeignete Verfahren. Diese Form der Behandlung kommt vor allem bei Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris, Psoriasis guttata u. punctata), bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis) und anderen Ekzemarten, bei kleinherdigen Formen der Parapsoriasis und bei Juckreiz (Pruritus) und zur vorbeugenden Behandlung bei UV-Überempfindlichkeit („Sonnenallergie“) zum Einsatz.
Reines UVA hat vor allem einen günstigen Effekt auf starken Juckreiz, der bei atopischer Dermatitis (Neurodermitis), bei Diabetes, bei Leberschäden und bei Niereninsuffizienz vorliegen kann.
Bei zahlreichen entzündlichen und
proliferativen Erkrankungen, bei denen die Epidermis und vor allem das
Corium betroffen ist, bessern sich die Hautveränderungen unter einer
PUVA-Therapie, wobei im Einzelfall entschieden werden muß, ob die orale
PUVA-, die Bade-PUVA- oder Creme-PUVA-Behandlung zum Einsatz kommt. Zu
den gut ansprechenden Erkrankungen zählen folgende entzündliche
Erkrankungen: länger bestehende Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte),
Lichen ruber planus (Knötchenflechte), schwere Formen der atopischen
Dermatitis (Neurodermitis), Hand- und Fußekzeme, lokalisierte
Sklerodermie (Morphaea) und Skleromyxoedem und manche Formen eines
schweren Juckreizes und bestimmte Formen der
Sonnenlicht-Unverträglichkeit (Photodermatosen); mäßig gut sprechen
Granuloma anulare und Necrobiosis lipoidica an. Die Anwendung von PUVA
gilt als Mittel der Wahl bei Parapsoriasis (großherdige Form) und bei
den Anfangsstadien von T-Zell-Lymphomen (z.B. Mycosis fungoides). Eine
Befundverbesserung kann bei Lymphomatoider Papulose, bei Mastozytose
(Urtikaria pigmentosa) und bei Graft-versus-Host-Reaktionen nach
Knochenmarkstransplantationen erzielt werden.
Bei schweren Verlaufsformen der atopischen Dermatitis (Neurodermitis),
bei Sklerodermie und Skleromyxoedem werden besonders gute Ergebnisse an
der Haut mit UVA1 erzielt. Für die Durchführung dieser Behandlung ist
ein spezielles Gerät erforderlich, das in dieser Abteilung
voraussichtlich ab 2005/ 2006 zur Verfügung steht.
- Die Photodiagnostik
MPD-Test
Die UVB-Dosis an dem Feld, das nach 24 h gerade noch eine Rötung
erkennen läßt, entspricht der Minimalen Erythem Dosis (MED). Dieser
Wert gibt Auskunft über die individuelle UV-Empfindlichkeit bezüglich
UVB und liegt im Schnitt bei 0,06 J/cm² UVB.
Die Bestimmung der Minimalen Phototoxischen Dosis (MPD) wird bei Ganzkörper-PUVA-Behandlung durchgeführt, um Informationen über die niedrigste UVA-Dosis zu bekommen, die in dieser Kombination gerade noch eine Rötung hervorruft. Mit dieser Information läßt sich die weitere PUVA-Behandlung besser planen. Für die Durchführung dieses Tests ist erst die Anwendung des Photosensibilisators nach dem vorgesehenen Behandlungsprinzip in der notwendigen Einwirkzeit (s.o. - wie bei Creme-PUVA, bei Bade-PUVA oder bei oraler PUVA-Therapie angegeben) erforderlich, dann wird UVA in ansteigender Dosis an kleinen Testfeldern geprüft. Das endgültige Testergebnis ist erst in 4 Tagen zu erwarten, der Befund wird jeden Tag abgelesen und dokumentiert.
- Photodermatosen und Lichtallergie
Prinzipiell ähnliche Tests werden zur Abklärung von Überempfindlichkeit von UV- oder sichtbarem Licht durchgeführt. Wenn es in der Vorgeschichte Hinweise auf eine Medikamenten-bedingte Lichtüberempfindlichkeit gibt, können die infrage kommenden Stoffe als Pflastertest (Epikutantest) auf der Haut getestet und die Stellen nach 24 Stunden mit UVA-Licht bestrahlt werden. Am 3. und 4. Tag wird dieser „photo-patch-test“ dann abgelesen und mit einem gleichzeitig durchgeführten einfachen Pflastertest verglichen.
- Beginn und Abschluß einer UV - Therapie
Ein Erstvorstellungstermin im
Bereich UV-Therapie und UV-Diagnostik kann direkt vereinbart werden
(Tel. 06421-58 62947) wenn eine Überweisung speziell zur UV-Behandlung
oder Photodiagnostik vorliegt. Sonst besteht die Möglichkeit, sich mit
einer Hautkrankheit in der
Hochschulambulanz dieser Klinik (nach
Terminvereinbarung, Tel. 06421-58 62940, wochentags) vorzustellen. Die
dort tätigen Ärzte und Ärztinnen prüfen, ob eine Phototherapie bzw.
Photodiagnostik angezeigt ist und bitten Sie gegebenenfalls, in den
Bereich Lichttherapie zu gehen.
Nach Abschluß einer UV-Behandlung, die im Schnitt 15 bis 20 Termine
umfaßt, wird ein Paß mit genauen Angaben über die durchgeführte
Therapie ausgehändigt.
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