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07.11.2012

Nobelpreisträgerin Prof. Dr. Ada Yonath spricht

SFB 593 - Molecular Cell Biology Colloquium: "Structure and Function of Ribosomes - Antibiotics in the polypeptide exit tunnel"

Zeit: 21.11.2012 18:00 h - 21.11.2012 19:30 h
Ort: Alte Aula, Lahntor 3

Referent/Beteiligte:

Prof. Dr. Ada Yonath (Nobel Laureate in Chemistry, 2009), Rehovot / Israel

Weitere Informationen:

Seminarankündigung Yonath

Eiweißsynthese – Antibiotika -  Lebenserwartung

Eine Nobelpreisträgerin aus Israel erläutert die Zusammenhänge

Eiweißmoleküle, auch Proteine genannt, sind aus 20 verschiedenen Aminosäuren aufgebaut. In einer lebenden Zelle werden diese Aminosäuren an den Ribosomen zu langen Ketten von 100 bis über 1000 Gliedern verknüpft. Wie dieser höchst komplizierte Syntheseprozess erfolgt, wurde biochemisch schon in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erarbeitet. Das Ribosom ist äußerst effizient und schafft es, bis zu 10 Aminosäure-Verknüpfungen pro Sekunde zu erzielen, eine Geschwindigkeit von der Synthesechemiker auch heute nur träumen können. Der Aufbau des Ribosoms ist sehr komplex, besteht es doch aus zwei Untereinheiten mit zusammen bis zu 100 Proteinen und vier Ribonukleinsäuren. Eine Renaissance der Ribosomen-Forschung erfolgte im Jahr 2000, als drei Labors die räumlichen Strukturen der großen und kleinen Ribosomen-Untereinheiten molekular auflösen konnten. Damit war der Grundstein für zahlreiche Folgestudien gelegt, die Proteinbiosynthese mit sehr viel besserer und vor allem dreidimensionaler Auflösung zu verstehen. Da diese Erkenntnis so bahnbrechend war, wurden die drei federführenden Wissenschaftler 2009 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Eine der Ausgezeichneten ist Prof. Dr. Ada Yonath vom Weizmann Institut in Rehovot, Israel. Sie besucht am Mittwoch 21. November 2012 Wissenschaftler des Sonderforschungsbereichs 593 und des Graduiertenkollegs 1216 und wird am Abend in der Alten Aula der Universität einen spannenden Vortrag halten. Gastgeber sind Prof. Roland Lill und Prof. Hans-Dieter Klenk.

Prof. Yonath hat ihre Arbeiten zur Strukturaufklärung der Ribosomen schon in den 80er Jahren begonnen, und wurde dabei auch wesentlich durch die deutsche Max-Planck-Gesellschaft unterstützt. Damals wurden ihre Pläne von vielen für undurchführbar gehalten. Das wären sie wohl auch gewesen, wenn Prof. Yonath ihrem Mammutprojekt nicht durch mehrere technische Weiterentwicklungen zum spektakulären Erfolg im Jahr 2000 verholfen hätte. Mit den strukturellen Erkenntnissen aus diesen und zahlreichen Folgearbeiten kann man nun das Zusammenspiel der ribosomalen Proteine und RNAs mit den anderen beteiligten Molekülen der Proteinbiosynthese, den transfer-RNAs und den Translationsfaktoren, erarbeiten. Dadurch wurde die Einsicht in diesen elementaren Prozess des Lebens revolutioniert. Der Fortschritt ging daher auch rasch in die Lehrbücher der Biochemie ein. Für die Medizin und Pharmazie sind diese Erkenntnisse von besonderer Bedeutung, da Ribosomen eine Zielstelle für den Einsatz von Antibiotika sind, z.B. Tetrazykline und Erythromycine. Man kann heute, und darauf wird Prof. Yonath in ihrem Vortrag besonders eingehen, genau sehen, wo diese Antibiotika am Ribosom angreifen und mit welchen molekularen Tricks sie die bakterielle Proteinsynthese hemmen. Solche Einsichten werden heutzutage für die Weiterentwicklung der Antibiotika genutzt, eine unschätzbar wichtige Hilfe im Zeitalter zunehmender Antibiotika-Resistenzen und der dadurch notwendig werdenden neuen Strategien für die nächsten Generationen von Antibiotika. Prof. Yonath wird auch hierzu Stellung nehmen und die Bedeutung dieser Prozesse für die Lebenserwartung der Bevölkerung hervorheben. Ihr Vortrag ist damit sicherlich für ein breites Publikum und auch für interessierte Studenten geeignet.

Im Rahmen ihres Besuches in Marburg wird Frau Prof. Yonath auch den neuen ‚Garten des Gedenkens‘ besuchen, der an den Standort der alten Marburger Synagoge und an dunkle Kapitel der deutsch-jüdischen Beziehung erinnert.

 

Veranstalter:

SFB 593

Kontakt:

Prof. Dr. Roland Lill
Tel.: 06421-28 66449
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 19.11.2012 · sfb593

 
 
 
SFB 593

Sonderforschungsbereich 593 - Institute of Cytobiology, Robert-Koch-Str. 6, 35037 Marburg, Germany
Tel. +49 6421/28-66899, Fax +49 6421/28-65482, E-Mail: sfb593@staff.uni-marburg.de

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