23.04.2018 Verleihung des Kamerapreises an Hélène Louvart

Französische Kamerafrau erhält 18. Marburger Kamerapreis am 28. April 2018 in Aula der Alten Universität

Tänzerin im roten langen Kleid an Tänzer gelehnt vor Fensterfront mit Wald im Hintergrund
Foto: NFP* marketing & distribution
Eine Szene aus Wim Wenders' Film "Pina" über Pina Bausch aus dem Jahr 2011.
Kamerafrau und Regisseur, im Hintergrund Tänzerinnen
Foto: Donata Wenders/Neue Road Movies GmbH

Hélène Louvart (Foto mit Wim Wenders am Set von "Pina") erhält am Samstag, 28. April 2018, um 20 Uhr in der Alten Aula der Philipps-Universität Marburg von Universitätspräsidentin Prof. Dr. Katharina Krause und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies den 18. Marburger Kamerapreis. Die Philipps-Universität Marburg und die Universitätsstadt Marburg vergeben seit 2001 den mit 5.000 Euro dotierten Preis gemeinsam. Die Laudatio hält die Regisseurin Héléna Klotz.

Hélène Louvart (geboren 1964 in Pontarlier, Franche-Comté, Frankreich) arbeitet seit mehr als vier Jahrzehnten als bildgestaltende Kamerafrau. Insgesamt ist sie für die Bilder bei mehr als 65 abendfüllenden Filmen, 50 Kurzfilmen und 10 Fernsehprojekten verantwortlich. Heute lebt sie in Frankreich, arbeitet aber zunehmend international.

Ihre produktive Beweglichkeit spiegelt sich auch in ihrer Variabilität beim Einsatz der Technik wieder: Von Super-16mm über das klassische 35mm bis hin zu aktuellen Digitalformaten wechselt sie meisterhaft zwischen den unterschiedlichsten Anforderungen und schafft dabei Bilder, die Regie, Drehbuch und Schauspiel kongenial ergänzen. Auffällig oft ist sie bei kleinen und experimentellen Projekten dabei, nur selten fotografiert sie aufwändige Filme, stattdessen folgt sie konsequent einer eigenen Linie, die stets die künstlerischen Möglichkeiten höher schätzt als das Renommee der großen Namen und Budgets.

Ausgebildet wurde Louvart an der renommierten Filmhochschule École nationale supérieure Louis-Lumiere (oder auch ENS Louis-Lumiere) in Noisy-le-Grand bei Paris, zu deren Absolventen ebenfalls der Marburger Preisträger Eduardo Serra zählt. 1986, ein Jahr nach ihrem Abschluss, wird Couers Croiseés (Überkreuzte Herzen) unter Regie von Stéphanie de Mareuil zu ihrem ersten abendfüllenden Filmprojekt.

Über die Jahre arbeitet Hélène Louvart mit solchen Schlüsselfiguren des zeitgenössischen Films wie Agnès Varda, Claire Denis, Leos Carax und Jacques Doillon zusammen. Für Wim Wenders übernimmt sie 2011 die Kameraführung der Tanzdokumentation „Pina“ und filmt dabei zum ersten Mal in 3D. Das Resultat wird in der Kategorie ‚Bester Dokumentarfilm‘ für einen Oscar nominiert.

2010 wird ihre Arbeit an dem Film Petit Indi (Der kleine Inder) von Marc Recha für einen Gaudí Preis (Best Cinematography) nominiert. 2012 wird Hélène Louvart mit dem Cinematographer Award der WIFTS Foundation geehrt. Sie ist außerdem Mitglied der Gesellschaft bildgestaltender Kameraleute Frankreichs (Association Française des Directeurs de la Photographie Cinématographique).

Marburger Kamerapreis

Seit 2001 wird der Marburger Kamerapreis jährlich an einen herausragenden Bildkünstler beziehungsweise eine herausragende Bildkünstlerin verliehen. Die öffentliche Preisverleihung findet jeweils im Frühjahr in feierlichem Rahmen in der Aula der Alten Universität statt.

Rund um die Preisvergabe finden die Bild-Kunst-Kameragespräche in den Filmkunsttheatern Marburg statt. Die Preisträgerin stellt sich der Diskussion mit Kollegen, Wissenschaftlerinnen, Filmkritikern und dem Publikum. Unter dem Eindruck der in diesem Rahmen vorgeführten filmischen Arbeiten werden Fragen der Kameraästhetik, des Stils, der Produktionsumstände diskutiert.

Die Philipps-Universität Marburg und die Universitätsstadt Marburg vergeben den von Prof. Dr. Malte Hagener und Lara Perski geleiteten Marburger Kamerapreis dieses Jahr zum 18. Mal. Die Bild-Kunst-Kameragespräche im Marburger Filmkunsttheater in der Oberstadt, Steinweg 4, finden zum 20. Mal statt. Sie beginnen am Freitag, 27. April, um 17:30 Uhr mit dem Film "Les Plages d'Agnès - Strände von Agnès".

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