20.09.2022 Verflochten und vernetzt: Wechselwirkungen des Nahen und Mittleren Ostens mit dem Westen

Studium Generale über die Vergangenheit und Gegenwart von Verflechtungen

Straße in der Wüste
Foto: Colourbox.de/Charnsitr
Das Studium Generale im Wintersemester 2022/23 befasst sich mit Wechselwirkungen des Nahen und Mittleren Ostens mit dem Westen.

Im Wintersemester 2022/23 richtet das Centrum für Nah- und Mittelost-Studien (CNMS) der Philipps-Universität Marburg das Studium Generale aus. Thema der Vortragsreihe ist „Vom Atlantik bis zum Hindukusch… Eine Geschichte der Verflechtungen“. „Die europäische Geschichte, gerade auch die Kolonialgeschichte, ist nicht zu denken ohne die Verflechtungen, die sie schuf; aber auch die Geschichte der nicht-westlichen Welt zeichnet sich aus durch enge Verflechtungen unter- und miteinander“, sagt die Geschäftsführerin des CNMS Leslie Tramontini.

Das Studium Generale soll aus verschiedenen Perspektiven und Epochen einen Blick auf kulturelle, wirtschaftliche und politische Verflechtungen werfen. So soll das wechselseitige Verhältnis der regionalen Akteure im Nahen und Mittleren Osten und Nordafrika unter- und miteinander sowie mit dem dominanten Europa und dem Westen in der Vergangenheit und Gegenwart offengelegt werden. Vortragende des CNMS und anderen Forschungseinrichtungen hinterfragen althergebrachte Analysekategorien, auch um Eurozentrismus sichtbar zu machen und zu überwinden. Damit wollen sie die Architektur von Machtstrukturen und Abhängigkeiten im internationalen und regionalen Kontext und in den Dynamiken globaler Vernetzungen aufzeigen.

„Ich sehe das Studium Generale auch als Chance, das CNMS in seiner Vielfältigkeit der breiten Öffentlichkeit vorzustellen“, sagt Leslie Tramontini, Geschäftsführerin des CNMS. Die Forschungsschwerpunkte des Zentrums reichen von Altorientalistik über Islamwissenschaften bis hin zur aktuellen Wirtschaft und Politik des Nahen und Mittleren Ostens, sowie postkoloniale/koloniale Studien zum Maghreb.  

Programm

Das Studium Generale findet immer mittwochs von 20.15-21.45 Uhr im Vortragsraum der Universitätsbibliothek Marburg, Deutschhausstraße 9, statt. Die Teilnahme ist auch online per Livestream möglich. Hier das Programm des Studium Generale „Vom Atlantik bis zum Hindukusch ...Eine Geschichte der Verflechtungen“ im Wintersemester 2022/2023:

02.11.2022 Wohin treibt der Nahe Osten? Politische Interessen und Ordnungskonzepte im Widerstreit / Prof. Dr. Udo Steinbach / Middle East North Africa (MENA) Study Centre / Maecenata Stiftung, Berlin
09.11.2022 Woher kommt die Moderne? Afghanische Literaten zwischen einheimischen und westlichen Modellen / Prof. Dr. Christine Nölle-Karimi / Österreichische Akademie der Wissenschaft, Wien
23.11.2022 Nahrungsmittelsicherheit im Nahen Osten: Covid-19, Ukrainekrieg und Lehren vergangener Krisen / Prof. Dr. Eckart Woertz / German Institute for Global and Area Studies (GIGA), Hamburg
30.11.2022 Wörter auf Wanderung: Wortschatz als Spiegel kultureller Verflechtungen und Innovationen / Prof. Dr. Stefan Weninger, Semitistik / CNMS
07.12.2022 Die Genese der Internationalen Organisation der Muslimbrüder und die antikolonialen Befreiungsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg / Ivesa Lübben, Politik des Nahen und Mittleren Ostens / CNMS
14.12.2022 Clash der Imperien. Der Dreikampf um Anatolien zwischen Mamluken, Safaviden und Osmanen im frühen 16. Jahrhundert / Prof. Dr. Albrecht Fuess, Islamwissenschaft / CNMS
18.01.2023 Der Maghreb in Afrika: Ambivalenz und Konkurrenz / Dr. Isabelle Werenfels / Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Berlin / Merian Centre for Advanced Studies in the Maghreb (MECAM)
25.01.2023 Filmvorführung: Der Mann, der seine Haut verkaufte, von Kaouther Ben Han, 2020 / Prof. Dr. Friederike Pannewick, Arabistik / CNMS / Dr. Alena Strohmaier, Medienwissenschaft / Institut für Medienwissenschaft
01.02.2023 Neue Sicht auf alte Dinge: Zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in Deutschland / Prof. Dr. Markus Hilgert, Altorientalistik / CNMS Kulturstiftung der Länder, Berlin
08.02.2023 Wandermotive in der Welt von 1001 Nacht – Globaler Literaturtransfer von Indien bis Europa / Prof. Dr. Claudia Ott, Arabistik, Islamwissenschaft, Iranistik / Georg-August-Universität, Göttingen

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