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Forschung mit Perspektive: Geschlechtersensibilität in allen Disziplinen


Geschlecht und Diversität können in der Forschung relevant sein, doch nicht immer wird bei der Planung von Forschungsprojekten auch daran gedacht, diese Aspekte zu berücksichtigen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) weist Antragstellende auf ihrer Website darauf hin, dass bereits bei der Planung von Forschungsvorhaben Geschlecht und Diversität bedacht werden sollten und nennt weitere Beispiele, in denen diese Aspekte eine Rolle spielen könnten. 

Um die Berücksichtigung der Diversitätskriterien in der Forschung zu unterstützen, wurde das Strukturaufbauprojekt EnRich ins Leben gerufen. Das Vorhaben ‚Umsetzung des Zukunftskonzepts für eine geschlechtersensible Forschung an der UMR (EnRich)‘ wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt unter dem Förderkennzeichen 01FP23G09 gefördert. Das Hauptziel des Projektes ist es, dass Forschende der Universität Marburg aller Fachbereiche Unterstützung dabei erhalten, Geschlechts- und Diversitätsaspekte in Ihrem Forschungsvorhaben zu berücksichtigen.

Geschlechtersensible Forschung, zu der das Projekt EnRich befähigen möchte, meint die Kategorie "Geschlecht" in ihrer biologischen ("sex") und sozialen ("gender") Dimension je nach Erkenntnisinteresse und -ziel eines Forschungsvorhabens zu adressieren. Angesprochen ist damit die Gesamtheit der biologischen, sozialen und rechtlichen Aspekte, die objektiv vorhanden sind, gesellschaftlich konstruiert werden sowie mit Rollenzuweisungen oder diversen Geschlechtsidentitäten einhergehen. Eine geschlechtersensible Forschung sollte stets intersektional angelegt sein und bspw. Lebensverhältnisse, sexuelle Orientierungen, kulturelle Herkünfte, Gesundheitszustand und Alter einbeziehen.

Da Forschungsprojekte in einigen Disziplinen durch Ethikkommissionen beraten werden, sollen die Ethikkommissionen bei der Umsetzung des Projekts eine Schlüsselrolle spielen. An der Universität Marburg sind das beispielsweise die Fachbereiche Medizin, Psychologie, Erziehungswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften sowie neuerdings auch die Gesamtethikkommission.

Für die Literaturrecherche zu geschlechtersensiblen Aspekten in der Medizin und angrenzenden Disziplinen stellen wir hier bereits einige Informationen zur Verfügung.