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Exzellenz sichern, Förderfähigkeit stärken: Sex/Gender & Diversity in Antrag und (Ethik-) Begutachtung
Exzellenz in der Einwerbung von Forschungsmitteln hängt in allen Fächern zunehmend auch davon ab, ob Geschlechter- und Diversitätsaspekte integriert sind. Denn nationale und internationale Mittelgeber fordern deren Berücksichtigung zunehmend, da sie als zentraler Qualitätsfaktor in Forschung und Innovation gesehen werden. Diesen neuen Anforderungen sowohl auf der Seite der Antragstellung als auch auf Seiten der Evaluation gerecht zu werden, ist leichter als oft gedacht.
Das zeigt die Veranstaltung am 09.03.2026, konzipiert als kompakte hochaktuell informierte Masterclass speziell für forschungsstarke Principal Investigators und Mitglieder der Begutachtungs- und Ethikgremien. Sie gibt auf zwei Ebenen Möglichkeit, sich mit den Aspekten von Gender und Diversity für Antragstellung und Evaluation vertrauter zu machen:
Der Vortrag (50–60 Minuten plus Diskussion) ordnet aktuelle Entwicklungen in Förderpolitiken ein und zeigt, wo Gender/Diversity-Anforderungen in Anträgen, Studiendesigns und Evaluationsprozessen konkret wirksam werden. Anhand prägnanter Beispiele werden Risiken unzureichender Berücksichtigung (von verzerrten Ergebnissen bis zu problematischen Anwendungen) ebenso diskutiert wie Best-Practice-Fälle, in denen eine systematische Integration zu robusterer Forschung, innovativeren Fragestellungen und größerer internationaler Anschlussfähigkeit geführt hat. Entlang des gesamten Forschungszyklus – von der Idee bis zur Publikation – werden dabei umsetzbare Ansatzpunkte sichtbar.
Im anschließenden interaktiven Training (max. 14 Teilnehmende) erarbeiten die Teilnehmenden mit international und interdisziplinär erprobten Tools, wie sich Projekte entlang aller Phasen strukturiert auf Sex/Gender-, Diversity- und intersektionale Dimensionen prüfen, verbessern und begründet bewerten lassen. Zusätzlich werden Anforderungen an eine Beratungs- und Supportstruktur formuliert, die eine eigenständige, kontinuierliche Qualifizierung in der Evaluationspraxis unterstützt.
Kurzbiografie der Trainerin:
Die Trainerin und Kulturwissenschaftlerin Bettina Wülfingen, PD Dr. Dipl., ist selbst seit Jahrzehnten in der Weiterentwicklung von Gender/Diversitäts-Maßnahmen tätig und dabei interdisziplinär qualifiziert als Diplombiologin und promoviert in Public Health. Sie forscht und lehrt seit 2002 zu Sex/Gender, Diversität und Intersektionalität in den Medizin- und Naturwissenschaften sowie zu deren Wissenschaftsgeschichte und Methodologie.
Neben Ihrer Tätigkeit als Trainerin und lizensierter Mediatorin ist sie Privatdozentin des Instituts für Kulturwissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie hatte diverse Professuren in Deutschland inne und forschte international, zuletzt unter anderem an der Harvard University.
Zu ihrer Forschung über Sex/Gender und weitere intersektionale Dimensionen in Forschungsverbünden siehe u. a. „Big Interdisciplinarity‘: Unsettling Excellence“ in: Karen Kastenhofer (Hg.), Communities. Sociology of the Sciences Yearbook, Springer 2021, S. 263–282.