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KARDIO-Studie: Analyse regionaler Variation von Herzkathetern und Intervention durch Behandlungspfade

Hintergrund

In Deutschland existieren große regionale Unterschiede in der Häufigkeit von Herzkatheteruntersuchungen (HK). So werden in den am höchsten versorgten Regionen vier bis fünf Mal so viele Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt wie in den am niedrigsten versorgten Regionen. Jedoch ist über die Gründe dieser Variation wenig bekannt. Wir nehmen an, dass die Variation durch konsequente Orientierung an den Empfehlungen der NVL-KHK (Indikations-Evidenz) reduziert werden kann.

Projektziel

In den ersten beiden Teilprojekten analysieren wir regionale Häufigkeiten mit qualitativen Methoden und Routinedaten. Im dritten Teilprojekt entwickeln wir darauf aufbauend regionale Interventionen (Behandlungspfade).

Vorstellung der Teilprojekte

Anhand von Routinedaten der Krankenkassen analysieren wir im ersten Projekt die risikoadjustierte Häufigkeit von Herzkatheterleistungen und entwickeln Modelle zur Bedarfsgerechtigkeit. Ergänzend befragen wir Patienten und Ärzte zu ihrer Entscheidung für/gegen einen Herzkatheter, um mögliche Einflussfaktoren zu identifizieren (qualitative Studie Marburg). Basierend auf der ersten Projektphase wählen wir vier Hochversorger-Regionen aus. In diesen Regionen entwickeln lokale Akteure regionale Behandlungspfade für Patienten mit Symptomen, die für eine KHK sprechen (bspw. Brustschmerz). Diese Behandlungspfade sollen Ärzten dabei helfen, die vorhandene Evidenz im Alltag umzusetzen (z.B. Klärung der Patientenpräferenzen durch Einsatz von Entscheidungshilfen). 

Aktueller Stand

Die KARDIO-Studie ist im Mai 2017 gestartet. Seit April 2018 findet das Projekt zur Entwicklung von Behandlungspfaden in vier Regionen statt. Bereits Ende 2018 haben wir die Datenerhebung der qualitativen Studie in Marburg abgeschlossen; bis Mitte 2019 setzen wir die Analysen fort.

Projektleitung bzw. Konsortialführung

Prof. Dr. med. Norbert Donner-Banzhoff, M.H.Sc; Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Kathrin Schlößler, Ärztin; administrative Mitarbeiterin: Astrid Lorentzen-Kutsch

Konsortialpartner und Förderung

Die Studie ist ein großes dreijähriges Verbundprojekt und wird durch den Innovationsausschuss des gemeinsamen Bundesausschusses gefördert (01VSF16048).

Ansprechpartner in Marburg

Astrid Lorentzen-Kutsch

                                                  

Kooperationspartner und Förderung:

Konsortialpartner