Hauptinhalt

Schwerpunktprogramm Primärversorgung

Hintergrund

Ab dem Wintersemester 2022/23 wird es in Hessen eine sogenannte „Landärztin- und Landarztquote“ geben. Durch das „Gesetz zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Hessen“ sollen jährlich 6,5 % aller Studienplätze im Bereich Humanmedizin an Studierende vergeben werden, die sich vorab verpflichten, später als Hausärzt*innen in einem unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Gebiet in Hessen zu arbeiten. Für diese Studierenden entwickeln wir ein Schwerpunktprogramm, um sie vom ersten Semester an bestmöglich auf ihre spätere Tätigkeit vorzubereiten. Das Schwerpunktprogramm Primärversorgung kann zusätzlich für weitere Studierende des Studiengangs geöffnet werden. Eine Teilnahme auf schriftlichen Antrag (inkl. Motivationsschreiben) ist möglich, sofern freie Plätze vorhanden sind.

Inhalte und Ziele

Im Schwerpunktprogramm Primärversorgung finden Praktika, Seminare und ein Mentoring-Programm statt. Die Praktika werden in an der hausärztlichen Versorgung beteiligten Praxen vorzugsweise im ländlichen Raum durchgeführt und haben die praktisch-fachliche Ausbildung an Patientinnen und Patienten im späteren Tätigkeitsumfeld zum Ziel. Die Seminare dienen der fachlich-theoretischen Vorbereitung auf die spätere hausärztliche Tätigkeit. Sie können selbstständig durchzuführende Arbeitsaufträge zur Vor- und Nachbereitung enthalten. Im Rahmen des begleitenden Mentoring-Programms werden die Studierenden bei ihrer Studiengestaltung, -bewältigung und der Entwicklung von Zukunftsperspektiven unterstützt. Durch regelmäßige Gruppentreffen unter der Anleitung von Berufserfahrenen und Studierenden höherer Fachsemester, ergänzt durch optionale kreative Komponenten oder Einzelmentoring, wird der Weg durch das Studium und "auf das Land" reflektiert. Im Schwerpunktprogramm Primärversorgung sollen klinisch-praktische Fertigkeiten, wissenschaftliche und interprofessionelle Kenntnisse sowie übergeordnete Kompetenzen wie Empathie, Resilienz und Reflexionsfähigkeit vermittelt werden. Die verschiedenen primärärztlichen Inhalte des Programms werden vor allem im Rahmen von drei Wochenendexkursionen (Fr-Sa) in ländlich geprägte Regionen vermittelt. Dabei geht es neben den inhaltlichen Aspekten auch um den Kontakt zu Akteuren der ländlichen Versorgung.

Zertifikat

Nach erfolgreichem Abschluss des Programms erhalten die Studierenden ein Zertifikat. Es enthält die von den Studierenden besuchten Veranstaltungen sowie Praxiszeiten.

Projektleitung

Dr. phil. Jana Groth, Prof. Dr. med. Stefan Bösner

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Dr. med. Matthias Michiels-Corsten, Dr. med. Luisa Müller, Dr. med. Ruth Peter, Friederike Bär

Administrative Mitarbeiterin

Rebecca Emmerich

E-Mail: rebecca.emmerich@uni-marburg.de

Telefon: 06421-28 25208

Förderung

Das Projekt wird vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördert.