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Behrings Privatbibliothek

Der Nachlass Behrings umfasst auch seine Privatbibliothek. Diese besteht aus über 1300 Bänden verschiedenster Wissensgebiete, zeitgenössische medizinische Fachliteratur ist ebenso zu finden wie europäische Belletristik, aber auch philosophische Werke, Bäder- und Reiseführer. Sie ist im ehemaligen Arbeitszimmer Behrings auf dem Werksgelände der ehemaligen Behringwerke in Marbach untergebracht.

Behring hatte die Angewohnheit, seine Gedanken zu den Texten in den Büchern selbst zu dokumentieren, entweder am Rand oder auch auf den Buchdeckeln und auf eingelegten Zetteln. Die Bücher mit interessanten Annotationen, die Aufschluss geben über das Denken und Handeln des Wissenschaftlers und Privatmanns Behring, werden zur Zeit ebenfalls digitalisiert und können teilweise schon über OPAC der Universitätsbibliothek Marburg aufgerufen werden. 

Von einer Übergabe der Bibliothek an die Behringwerke in Form einer Schenkung ist bereits kurz nach Behrings Tod die Rede. In der Aufsichtsratssitzung der Behringwerke G.m.b.H. vom 23. Mai 1917 ließ Else von Behring über Geheimrat Klingenbiel mitteilen, dass sie die Bibliothek ihres verstorbenen Mannes, "soweit dieselbe für die Behringwerke Interesse hat, diesen zum Geschenk machen" wolle. Diese Bibliothek solle "in dem neuen Laboratorium in der Marbach aufgestellt werden und vorkommendenfalles auch Studierenden der Marburger Universität zugängig gemacht werden". Die Behringwerke nahmen das für sie "ausserordentlich wertvolle Vermächtnis" an. (Quelle: Protokoll der Aufsichtsratssitzung der Behringwerke G.m.b.H. vom 23. Mai 1917 in Bremen, BAM, EvB/ L 231/ 40.) Wann die Umsiedelung der Bücher dann tatsächlich umgesetzt wurde, konnte bisher noch nicht rekonstruiert werden.

(Ulrike Enke, 2/2013)

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