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Der wissenschaftliche Hintergrund zur klinischen Forschergruppe 325

3D illustration of Pancreas
Foto: Colourbox.de

Trotz vieler Anstrengungen der letzten Jahre bleibt das duktale Adenokarzinom des Pankreas (PDAC) nach wie vor eine der tödlichsten Krebsarten mit einer äußerst schlechten Prognose. Ein Kennzeichen dieser Krankheit ist die ausgeprägte Desmoplasie mit einer Ablagerung großer Mengen Extrazellulärmatrix und der Anwesenheit einer Vielzahl stromaler Zellen, unter anderem aktivierte Fibroblasten/Sternzellen und verschiedene Immunzellen. Die Rolle des Stromas bei der PDAC-Entstehung ist komplex und erst kürzlich haben sich die Ansichten zur dessen Bedeutung gewandelt (Abb. 1). Unbestreitbar ist jedoch, dass Stromazellen zu den wichtigsten Determinanten der Biologie des Pankreaskarzinoms gehören und von zentraler Bedeutung für die Aggressivität des Tumors mit seiner frühen Neigung zur Metastasierung, der ausgeprägten Chemoresistenz und der signifikanten lokalen Immunsuppression sind.  

In der Klinischen Forschergruppe 325 (KFO 325) möchten wir diese zentralen Eigenschaften der Erkrankung und die Mechanismen des Zusammenspiels zwischen Tumorzellen und Bestandteilen des Stromas erforschen. Unser Ziel ist es, klinisch umsetzbare Ansätze zu entwickeln, welche auf spezifische Stroma- bzw. Immunzellpopulationen und deren Signalwege abzielen, da bei bisherigen Therapieansätzen häufig nur das Tumorzellkompartiment im Fokus stand. Ein weiteres Ziel ist die Identifikation von Stroma-assoziierten Biomarkern, welche die Grundlage für die Entwicklung innovativer diagnostischer und therapeutischer Ansätze bilden können.

Wir werden uns in diesem Konsortium insbesondere auf die Rolle von T-Zellen, NK-Zellen, Makrophagen und Fibroblasten fokussieren, und dabei eine breite Auswahl an Patientenmaterialien, Mausmodellen und in vitro Systemen nutzen. Alle klinischen Proben werden zentral durch Transkriptom- und Genmutationsanalysen untersucht sowie durch Immunphänotypisierung und Histologie charakterisiert. Um ein höchstes Maß an Vergleichbarkeit der Daten verschiedener Teilprojekte zu erreichen, werden zudem ex vivo Zellisolationen sowie Tiermodelluntersuchungen durch zentrales Personal durchgeführt werden. Diese Personen sind Teil einer größeren Zentralprojekt-Plattform, welche von ausgewiesenen Experten in Biobanking, in vivo Bildgebung und Medizinischer Chemie geleitet wird.

Alle Projektleiter wurden aufgrund ihrer wissenschaftlichen Exzellenz und der Eignung für das KFO-Konzept ausgewählt, wodurch eine Vielzahl von Klinikern und Grundlagen-Wissenschaftlern ein synergistisches und translationales Netzwerk bilden, welches thematisch das Tumorstroma im Zentrum und langfristig das verbesserte Patientenwohl zum Ziel hat.

Darüber hinaus wird dieser Forschungsverbund das Schwerpunktthema „Tumor-Stroma Interaktionen“ innerhalb des Marburger Wissenschaftsumfelds integrieren und strukturieren, und damit auch Karrierechancen für junge Wissenschaftler und Kliniker erzeugen.

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