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Eine algebraische Fläche vom Grad 6 (eine "Sextik"), die 65 Singularitäten besitzt.
 
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Arbeitsgebiete

Modellgetriebene Softwareentwicklung

Ein neues vielversprechendes Paradigma zur besseren Beherrschung der steigenden Komplexität von Softwaresystemen und zur Erreichung einer höheren Softwarequalität ist die modellgetriebene Softwareentwicklung. Auf der Basis von domänenspezifischen Modellen werden Applikationen auf einer hohen Abstraktionsebene entworfen. Aus dem erstellten Modell wird mittels eines Codegenerators das eigentliche Softwaresystem weitgehend automatisch erstellt. Wir konzentrieren uns auf Ansätze für modellgetriebene Softwareentwicklung basierend auf dem Eclipse Modeling Framework (EMF).

Neue Konzepte für die modellgetriebene Softwareentwicklung

Metamodellierung und Graphgrammatiken. Der modellgetriebene Ansatz hebt die Softwareentwicklung auf eine höhere Abstraktionsebene. Modelle sind hierbei die zentralen Artefakte der Entwicklung. Die bisherigen Ansätze verwenden meist Varianten der Unified Modeling Language (UML) als domänenspezifische visuelle Modellierungssprachen. Eine viel schlankere Lösung sind domänenspezifische Modellierungssprachen, die individuell auf eine Anwendungsdomäne zugeschnitten sind. Diese können mit Hilfe von Metamodellen oder speziellen Grammatiken definiert werden. Im Projekt Metamodellierung und Graphgrammatiken untersuchen wir die Beziehungen dieser konträren Definitionsansätze für visuelle Modellierungssprachen.

Modelltransformation. Ein wesentliches Konzept der modellgetriebenen Softwareentwicklung ist die Modelltransformation. Wir unterscheiden exogene Modelltransformationen, die Modelle von einer Sprache in eine andere übersetzen, und endogene, die Modelle innerhalb einer Sprache optimieren, simulieren oder, ganz generell gesehen, verändern. Im Projekt Henshin entwickeln wir eine Sprache und eine Werkzeugumgebung für die Transformation von Modellen auf Basis von EMF.

Modellversionierung. Als zentrale Artefakte der Entwicklung unterliegen Modelle einer starken Veränderung. Daher werden zur modellgetriebenen Entwicklung diverse Werkzeuge zur Modellversionierung benötigt. Derzeit verfügbare Werkzeuge arbeiten auf systemnahen Repräsentationen von Modellen, die oft aus Benutzersicht unverständliche Details enthalten. Im Projekt MOCA heben wir Versionierungskonzepte, -Algorithmen und -Werkzeuge von einem derzeit systemnahen auf ein möglichst hohes, benutzernahes Niveau an.

Verteilte modellgetriebene Softwareentwicklung. Der zunehmende Trend hin zu geographisch und organisatorisch verteilten Softwareprojekten konfrontiert die modellgetriebene Softwareentwicklung mit neuen Anforderungen. Im Projekt DMDD untersuchen wir  Konzepte, Prozesse und Werkzeuge für eine verteilte modellgetriebene Softwareentwicklung.

Entwicklung von Infrastrukturen für modellgetriebene Softwareentwicklung

Infrastrukturen für unterschiedliche Anwendungsdomänen. Das Prinzip der modellgetriebenen Softwareentwicklung lässt sich in verschiedensten Domänen anwenden. Typische Anwendungsdomänen sind z.B. Webanwendungen und eingebettete Systeme. Die modellgetriebene Entwicklung solcher Anwendungen setzt eine passende Infrastruktur voraus, die zumindest benutzerfreundliche Editoren für die domänenspezifische Modellierungssprache sowie einen Codegenerator enthält. Im Projekt PIMAR entwickeln wir eine Infrastruktur für die plattformunabhängige Entwicklung von Anwendungen für mobile Endgeräte. Diese Anwendungen können auch Elemente von Augmented Reality, d.h.  neue Möglichkeiten der automatischen Lokalisierung des Nutzers sowie Bild- und Tonerkennung, integrieren. Desweiteren planen wir die Entwicklung einer Infrastruktur für die modellgetriebene Entwicklung von Content-Management-Systemen.

Qualität von Modellen

Syntaktische Qualitätssicherung auf Modellen. Qualitätssicherung von Software hat sich bisher auf den Programmcode konzentriert. Die modellgetriebene Entwicklung stellt Modelle in den Mittelpunkt. Der daraus generierte Code kann nur so gut wie das ursprüngliche Modell sein. Deshalb ist es wichtig, Modelle von hoher Qualität zu erstellen. Wir konzentrieren uns auf syntaktische Qualitätssicherungsmaßnahmen wie z.B. Modellierungskonventionen, Bad Model Smells sowie Modell-Refactoring und betrachten speziell die Qualitätssicherung von UML-Modellen. Im Projekt EMF Refactor entwickeln wir eine flexible Werkzeugumgebung zur strukturierten Qualitätssicherung von Modellen auf Basis von EMF.



Zuletzt aktualisiert: 30.09.2014 · struebed

 
 
 
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