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Eine algebraische Fläche vom Grad 6 (eine "Sextik"), die 65 Singularitäten besitzt.
 
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Arbeitsgebiete

Die Arbeitsgruppe Softwaretechnik trägt in den folgenden Bereichen zur Lösung aktueller Probleme in der Softwaretechnik bei:

Entwicklung qualitativ hochwertiger mobiler Apps

Während sich die Anzahl der mobilen Endgeräte und die dafür verfügbaren Anwendungen in rasanter Weise entwickeln, werden Aspekte der Qualitätssicherung von mobilen Anwendungen bei dieser Entwicklung nicht genug berücksichtigt. Die Gründe hierfür liegen nicht nur in dem hohen Marktdruck und den dadurch resultierenden kurzen Entwicklungszyklen, sondern auch in einer mangelnden Adaption von existierenden Testprozessen für diesen neuartigen Bereich der Softwareentwicklung. 

Im Projekt "Mobile Testing" (gefördert vom BMWi, gemeinsam mit der eXept Software AG) wollen wir einen semi-automatischen Testprozess für mobile Anwendungen entwickeln. Mit diesem Testprozess sollen mobile Anwendungen sowohl bezüglich ihrer Anforderungen (spezifikationsbasierter Test) als auch bezüglich allgemeiner Qualitätskriterien (spezifikationsloser Test) getestet werden. Der Testprozess soll zusätzlich in der Lage sein, die relevanten Kontextbedingungen einer mobilen Anwendung zu identifizieren und Testvarianten für diese Kontexte zu erzeugen.

Kontinuierliches Qualitätsmanagement von dynamischen, zum Teil unsicheren Forschungsdaten

Daten einer Domäne werden oft in heterogenen Datenquellen und -formaten abgelegt. Sowohl die Daten als auch die Datenformate sind einer kontinuierlichen Änderung unterworfen. Dies liegt zum einen daran, dass unsicheres und vages Wissen im Laufe der Zeit abgesichert werden kann, zum anderen, dass neue Anforderungen aus der Domäne kommen, unter anderem die Daten stärker miteinander zu integrieren. Die Qualität der erfassten Daten und Datenmodelle kann sehr unterschiedlich sein; ein Qualitätsmanagementprozess (QM-Prozess) wird selten verfolgt.
 
Im Projekt KONDA (gefördert vom BMBF, gemeinsam mit dem Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte Marburg und der Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen) soll ein kontinuierlicher, anpassbarer QM-Prozess für Forschungsdaten zu Objekten der materiellen Kultur entwickelt werden. Dieser Prozess soll generisch sein, da er nicht auf eine bestimmte Forschungsdomäne zugeschnitten, sondern für verschiedene instantiierbar sein soll. Der Prozess soll eine kontinuierliche Qualitätssicherung ermöglichen, da er die gesamten Lebenszeiten von dynamischen Daten, Datenmodellen und -transformationen begleiten, also die Qualität dieser dauerhaft hoch halten soll. Da generell das Qualitätsmanagement von unsicheren Daten bisher noch wenig untersucht wurde, werden speziell für diese Aufgabe neue Modellierungs- und Qualitätssicherungsmaßnahmen entwickelt. Alle neu entwickelten Techniken und Prozesse sollen am Bildindex des Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte (Bildarchiv Foto Marburg) evaluiert werden und diesen dadurch effektiv verbessern. Aktuell sind über 1,7 Millionen Kunst- und Bauwerke und über 2,9 Millionen Bilder im Bildindex nachgewiesen.
 

Modellgetriebene Softwareentwicklung

Moderne Softwaresysteme haben die Tendenz zunehmend komplexer zu werden. Mit modellgetriebener Softwareentwicklung lässt sich die steigende Komplexität von Softwaresystemen besser beherrschen, da ihre Entwicklung auf eine höhere Abstraktionsebene gehoben wird. Statt mit den verschiedensten Technologien auf der Programmierebene zu jonglieren, werden typische Entwicklungsaufgaben auf domänenspezifischen Modellen durchgeführt. Dies erlaubt es, von Technologiedetails zu abstrahieren. Werkzeuge für modellgetriebene Entwicklung (Model Driven Engineering MDE), wie z.B. Modellextraktoren und Codegeneratoren, können die Kluft zwischen Modellen und unterliegendem Programmcode weitgehend automatisch zu überbrücken. Neue  unterliegende Technologien müssen daher nicht zu einer Neuimplementierung von Software(komponenten) führen, sondern können durch neue Versionen der MDE-Werkzeuge abgefedert werden. 

Domänenspezifische Modellierung. Modellgetriebene Softwareentwicklung basiert meist auf Modellen domänenspezifischer Sprachen. Um mit domänenspezifischen Modellen effizient arbeiten zu können, braucht man eine integrierte Werkzeugumgebung, die typischerweise aus Modelleditoren und Simulations-, Transformations-, Versions- und Qualitätssicherungswerkzeugen für diese Modellierungssprache besteht. Wird eine neue Domäne erschlossen, muss eine neue Werkzeugumgebung für die Sprache entwickelt werden. 

Im Projekt "Metamodellierung und Graphgrammatiken" (gefördert von der DFG, zusammen mit der Universität Oldenburg) entwickeln wir neue Konzepte und Werkzeuge, mit denen die Werkzeugentwicklung selbst wiederum modellgetrieben durchgeführt wird und dadurch effizienter und leichter werden soll. Die neuen Konzepte sollen auf Metamodellierung und  Graphtransformation basieren, da domänenspezifische Sprachen mit diesen Konzepten angemessen  definiert werden können. 

Modelltransformation. Das Kernkonzept der modellgetriebenen Softwareentwicklung ist die Modelltransformation. Wir unterscheiden exogene Modelltransformationen, die Modelle von einer Sprache in eine andere übersetzen, und endogene, die Modelle innerhalb einer Sprache optimieren, simulieren oder, ganz generell gesehen, verändern. Im Projekt Henshin entwickeln wir eine Sprache und eine Werkzeugumgebung für die Transformation von Modellen auf Basis des Eclipse Modeling Framework (EMF). Modelle unterschiedlicher Projekte (und daher meist auch unterschiedlicher domänenspezifischer Sprachen) können mit Tripelgraphgrammatiken (TGGs) synchronisiert werden, sodass auch die Integration von mehreren modellbasierten Projekten möglich ist. 

Im Projekt TGG 2.0 (gefördert durch die DFG, zusammen mit der TU Darmstadt) entwickeln wir neue Konzepte und Werkzeuge für TGGs, um Modellierungsprozesse in verschiedenen Projekten zu integrieren und damit modellgetriebene Entwicklung in einem größeren Stil zu ermöglichen. 

Optimierung von Modellen. Suchbasierte Softwaretechnik ist ein relativ junges Gebiet, in dem Softwareentwicklungsprobleme als Optimierungsprobleme angesehen werden. Es wurden z.B. das Testen von Software, das Planen von neuen Software Releases und das Modularisieren von Softwaresystemen als Optimierungsprobleme formuliert. Da diese Optimierungen typischerweise auf komplexen Strukturen, wie z.B. Klassenstrukturen oder Programmen, durchgeführt werden, können domänenspezifische Modelle helfen, die richtige Abstraktionsebene zu wählen. Die Optimierung von Modellen führen wir mit Hilfe von genetischen Algorithmen durch. 

Zuletzt aktualisiert: 31.07.2019 · struebed

 
 
 
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