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Fit im Sport – auch am Studienort?!

Das Marburger Zentrum für Hochschulsport und sein breit gefächertes Programmangebot

Der regelmäßige Besuch des Kraftraums gehört für viele Studierende der Philipps-Universität zum Alltag. Mitunter kann er rituellen Charakter annehmen. Man trifft sich, wärmt sich auf, geht der Reihe nach die einzelnen Geräte durch und arbeitet sein Programm ab, auch wenn dies manche Anstrengung mit sich bringt. Das Krafttraining ist häufig fest in den Tagesablauf integriert. Wenn es einmal nicht stattfinden kann, fehlt den Aktiven etwas, denn viele brauchen es als Ausgleich zum Studium und zu ihren sonstigen Tätigkeiten. Es muss aber nicht immer Krafttraining, es kann auch irgendeine andere Sportart sein, Hauptsache, sie entspricht den individuellen Wünschen und Interessen.

Studierende der Philipps-Universität, die sich breitensportlich betätigen wollen, finden in Marburg ziemlich gute Bedingungen vor, denn im Rahmen des so genannten Hochschulsports können sie zwischen rund 40 verschiedenen Angeboten wählen, wenn sie sich sportlich oder körperlich fit halten wollen. Anhänger der Spielsportarten finden genauso einen für sie geeigneten Kurs, wie beispielsweise Freunde des Tanzes und Turnens oder Natur- und Wassersportbegeisterte. Fast alle Kurse werden auf verschiedenen Niveaus angeboten, so dass sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene gefordert und gefördert werden können. Im großen und ganzen können die Breiten- oder Freizeitsportlerinnen und -sportler der Universität zufrieden sein.

Wer jedoch neben dem Studium noch sportliche Höchstleistungen erbringen will, hat es in Marburg nicht einfach, denn sowohl an der Philipps-Universität als auch in den umliegenden Vereinen sind die Rahmenbedingungen für leistungssportlich Ambitionierte eher schlecht. Hier gibt es zum Beispiel keine Trainerausbildung und keinen einen Olympiastützpunkt, wie an einigen anderen Universitäten, und das Marburger Institut für Sportwissenschaften und Motologie hat andere Schwerpunkte gesetzt. Aber auch das Alter und die Ausstattung der Sportstätten lässt leistungssportliches Training auf hohem Niveau nicht zu, was Studierende zu der Einschätzung veranlasst: "Wer während des Studiums vor allem Leistungssport betreiben will, der geht nicht unbedingt nach Marburg, ...vielleicht gibt es unter den Basketballspielern einige Ausnahmen...". Ein Studium an der Philipps-Universität empfiehlt sich sicher aus vielen Gründen – sei es der ausgezeichnete Ruf mancher Wissenschaftsbereiche, seien es der Charme der Stadt oder die Überschaubarkeit des Studienbetriebs. Selten aber wird man diese Universitätsstadt wählen, um hier seine leistungssportliche Karriere fortzusetzen.

Dennoch gab und gibt es unter den Marburger Studierenden stets einige sehr leistungsstarke Sportlerinnen und Sportler, die nicht nur für ihren Verein, sondern auch für die Universität zu Wettkämpfen antreten oder als Obleute, Übungsleiter oder Sportreferenten im Hochschulsport tätig sind. Ihnen gilt in diesem Beitrag ein Großteil der Aufmerksamkeit, wobei Einschränkungen hinsichtlich der Vollständigkeit der Angaben unvermeidbar sind. Daher sei an dieser Stelle betont, dass auch den nicht namentlich Genannten ebenso große Anerkennung für ihre Leistungen und ihr Engagement entgegengebracht wird. Am Beispiel einzelner Sportler soll aufgezeigt werden, was Studierende der verschiedensten Fächer und der unterschiedlichsten Sportarten veranlasst, sich im Hochschulsport zu engagieren, und welche Ziele sie verfolgen, wenn sie nicht nur am Sportprogramm teilnehmen, sondern selbst verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen oder im Wettkampfwesen aktiv sind.

Studium und Leistungssport: Prioritäten und Kompromisse

Auch wenn Leistungssportler an der Universität größere Freiräume haben als Sportler, die bereits berufstätig sind, so stehen viele Studierende dennoch immer wieder vor Situationen, in denen sie sich zwischen Lehrveranstaltungen oder Leistungssport entscheiden müssen. So kann es vorkommen, dass wichtige Wettkämpfe in Phasen der Prüfungsvorbereitung fallen oder dass das Training nur im so genannten "Heimatverein" stattfinden kann, was zusätzliche Fahrten "nach Hause" bedeutet. Das ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch kostenintensiv. Für viele gibt es jedoch keine Alternative.

Wer in seiner Jugend fünf bis sechs Mal pro Woche trainiert hat, will oder kann sich nicht ohne weiteres vom Leistungssport verabschieden. Einige – wie beispielsweise Irina Barlas, Übungsleiterin im Fechten – entdecken während des Studiums wieder ihre Freude am Training, auch wenn sie zwischendurch längere Zeit pausiert haben. Unterschiedlichste Motive veranlassen zum Wiedereinstieg oder Weitermachen: Spaß am Training und an einer bestimmten Sportart sowie Freude am Erfolg spielen bei allen eine große Rolle. In Einzelfällen geben auch finanzielle Aspekte einen Ausschlag, denn einige, wenn auch wenige, können sich durch den Wettkampfsport ihr Studium zumindest teilweise finanzieren. Wie immer sie sich entscheiden: Die Vereinbarung von Studium und Wettkampfsport verlangt, sich gut zu organisieren, Kompromisse zu schließen und sich darüber im Klaren zu sein, welche Prioritäten man setzen möchte.

Von solchen Anforderungen weiß auch Andrea Bornscheuer zu berichten. Die Medizinstudentin war Teilnehmerin der Universiade, der studentischen Olympiade, in Mallorca im Sommer dieses Jahres. Sie ist Leichtathletin, und sie gehört zu den Besten. Bei Deutschen Hochschulmeisterschaften läuft sie auf der 100- und 200-m-Strecke meist als Erste ins Ziel. Bei der Universiade, bei der sie mit der studentischen Nationalmannschaft antrat, gelang ihr ein toller Erfolg. Zwar waren in ihren Spezialdisziplinen einige Konkurrentinnen schneller, doch mit der 4x100-m-Staffel erreichte sie den 3. Platz.

Wer bei einem solchen internationalen Wettkampf dabei ist, hat Top-Leistungen vorzuweisen, denn das Niveau ist sehr hoch. Den Start in Mallorca betrachtet Andrea Bornscheuer denn auch als ganz besonderes Erlebnis, nicht nur wegen des eigenen Erfolgs, sondern auch wegen des Zusammentreffens mit Angehörigen vieler Nationen. So ging sie in diesem Sommer nochmals einen Kompromiß ein: erst die Universiade, dann die Prüfungsvorbereitung. Ansonsten räumt sie ihrem Medizinstudium jedoch immer Priorität ein, denn es lässt sich kaum anders bewältigen. Das Training in einem Gießener Verein führt sie aus, weil es Spaß macht, solange der Erfolg da ist, und weil sie dort viele Freunde hat.

Lucien Gerkau hingegen, ein Student der Sportwissenschaften und der Informatik, der im Nationalteam Ski alpin antritt, stellt sein Streben nach sportlicher Leistungssteigerung im Skirennen derzeit noch dem Studienfortschritt voran. Er hat sich hohe Ziele gesetzt: Unter die ersten drei bei Studentenwettkämpfen möchte er noch kommen. Obwohl er aus heutiger Sicht spät mit dem alpinen Rennsport begonnen hat, sieht er hier seine großen Chancen, denn bei studentischen Wettkämpfen trifft er nicht nur auf die "jungen Rennfahrer", die die nationale Szene beherrschen und ihn in Anbetracht seines Alters schon mal belächeln. Außerdem reizt es ihn, in andere Länder zu reisen, dabei vielfältige Erfahrungen zu sammeln und sich mit Sportlern anderer Nationen auszutauschen. Zur Realisierung seiner leistungssportlichen Ziele bringt er, wie alle anderen, einige Opfer: Zeit, Geld und intensives Training.

Mannschafts- und Leistungssport: Teamgeist und "Know-how"

Andrea Bornscheuer und Lucien Gerkau stehen hier stellvertretend für andere Leistungssportler an der Philipps-Universität. Sie sind Individualsportler und können damit ihr leistungssportliches Engagement relativ eigenständig bestimmen. Etwas anders ist die Situation bei den Team- bzw. Mannschaftssportarten. Hier muss je nach Sportart eine ganze Mannschaft zusammengestellt werden, die dann die Universität vertritt. Das ist nicht immer ein leichtes Unterfangen, und der Erfolg hängt mitunter vom Engagement und der Überzeugungsarbeit einzelner Sportlerinnen oder Sportler, aber auch von Glück und Zufall ab.

Michael Krause beispielsweise, Physikstudent und Obmann Tischtennis, gelang es nur mit Beharrlichkeit, ein schlagkräftiges Tischtennisteam aufzustellen, das dann im Sommersemester den 2. Platz bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften belegte. Nur weil er über seine eigenen Wettkampfaktivitäten viele Spieler kennt, gelang es ihm, die leistungsstarken Tischtennisspieler aufzuspüren, die in Marburg studieren, und sie zur Teilnahme an den studentischen Wettkämpfen zu gewinnen. Jetzt bilden die Gegner bei Vereinsmeisterschaften ein Team, das zudem sehr erfolgreich ist. Auf diese Leistung können sie stolz sein, denn es gibt einige Universitäten, die über ein viel leistungsstärkeres Potential an Tischtennisspielern verfügen, die aber nicht so gut wie in Marburg organisiert sind.

Auch Jörg von Kiedrowski, Student der Rechtswissenschaften und Rudersportler, konnte im vergangenen Sommersemester einen großen Erfolg erzielen. Er repräsentiert jene Sportler, die vor dem Examen und dem Eintritt ins Berufsleben noch mal wissen wollen, welche Leistungen sie erbringen können. Intensivstes Training, eine gute Betreuung durch die Heimtrainer, schließlich noch Michael Harfke im Boot bescherten dem Doppelzweier aus Marburg einen 2. Platz bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften.

Darüber hinaus gibt es auch Teams, deren Erfolg vorwiegend auf dem Training in einer Universitätsmannschaft beruht. Ein in Marburg bekanntes und im deutschen Universitätssport führendes Team sind zum Beispiel die "Erdferkel". Diese auf Ultimate Frisbee spezialisierte Gruppe, die seit mehreren Jahren von Thomas Böttcher trainiert wird, konnte kaum auf spezifische Vorerfahrungen der Aktiven zurückgreifen, da Ultimate Frisbee als sportliche Disziplin in Deutschland relativ wenig verbreitet ist. Die Mitglieder dieser Mannschaft kommen aus den unterschiedlichsten Sportarten. Sie müssen in der Lage sein, hohen Ansprüchen an Ausdauer, Schnelligkeit, Technik, Taktik und Raumorientierung gerecht zu werden. Ultimate Frisbee ist ein sehr schnelles Spiel. Es folgt einem festen Regelwerk, kennt aber keinen Schiedsrichter. Das Wichtigste am Spiel ist – wie die Insider sagen – "Spirit of the game". Dahinter verbirgt sich der Wille zum Fair Play und zum Sieg, d. h. die Achtung des Gegners und der Spielregeln beim Kampf um den Erfolg. Für die Frisbee-Freaks ist die Idee des "Spirit of the game" nicht nur ein Markenzeichen ihrer sportlichen Betätigung, sondern häufig zugleich Ausdruck einer generellen Lebenseinstellung.

Viele der so genannten "Randsportarten" genießen bei ihren Anhängern eine hohe Identifikation: Man betreibt eine nicht ganz alltägliche Sportart, und der enge Zusammenhalt der Mannschaft ist wichtig für den Erfolg. Man trainiert gemeinsam auf der Ebene des Hochschulsports und reist im Team zu Wettkämpfen. Für Marburg gilt dies für Baseball ebenso wie für Rugby. Auch diese Sportarten sind zwar relativ wenig verbreitet, können sich jedoch im Freiraum des Hochschulsports und durch konsequentes Training beachtliche Erfolge sichern. Das belegt das Beispiel der Marburger Baseball-Mannschaft, die in diesem Sommersemester Deutscher Vizemeister wurde.

Leistungssport und Integration: Tradition und Innovation

Zu den traditionsreichen und bemerkenswerten sportlichen Disziplinen in Marburg gehört Judo, das zu den Budo-, also Kampf- und Selbstverteidigungssportarten gezählt wird. Die Marburger Judokas können auf nachhaltige Erfolge und Traditionen verweisen, obwohl die beteiligten Studierenden im Laufe der Jahre wiederholt wechselten. Bereits in den siebziger Jahren erzielten sie große Erfolge auf nationaler Ebene und begannen sportliche Kontakte ins Ausland zu knüpfen – insbesondere zur Universität in Helsinki, zu der die Beziehungen bis heute fortbestehen. 1995 kamen Begegnungen mit Belgrader Studierenden hinzu. Als der Cheftrainer der japanischen Partneruniversität Tenri in Marburg weilte, entwickelten sich weitere Kontakte Richtung Japan. Die so entstandenen Freundschaften über Ländergrenzen hinweg werden in aller Regel auch nach Beendigung des Studiums weiter gepflegt.

Eine besonders beachtenswerte Entwicklung schlugen die Marburger Judokas ein, als sie 1991/92 ihr Training für sehbehinderte Studierende öffneten und damit zugleich hervorragende Leistungssportler integrierten. Einige dieser sehbehinderten Studierenden waren sogar Teilnehmer bei den Paralympics, der Olympiade der Behinderten; sie starteten in Barcelona und Atlanta. Für die Paralympics in Sydney konnten sich aus Marburg Michael Richter, Rainer Krauser, Michael Eßer und Thomas Dahmen qualifizieren. Ihnen sei bereits an dieser Stelle viel Glück gewünscht.

Freundschaftsturniere: Vergleich mit Gleichgesinnten

Nicht immer ist eine Top-Leistung notwendig, um den Wettkampfsport als persönliche Bereicherung zu erleben. Soziale Aspekte, Traditionen, Freundschaften und ein Wiedersehen mit anderen Sportlerinnen und Sportlern können ebenso wichtig sein. Viele Teams reisen nicht nur quer durch Deutschland, um ihre Wettkämpfe zu bestreiten, sie veranstalten auch selbst Wettkämpfe und laden dazu an die Philipps-Universität ein.

Auf einen hervorragenden Ruf als Ausrichter von Turnieren kann u. a. die Rock’n’Roll-Mannschaft verweisen. Seit Jahren steht der Name Rüdiger Clostermann, ehemaliger Student der Philipps-Universität und Disziplinchef Rock’n’Roll im Allgemeinen Deutschen Hochschulsport-Verband, fast synonym für das "Marburger Rock’n’Roll-Turnier", das vom 10. bis 12. Dezember 1999 zum 14. Mal in Folge ausgetragen wird. Aber auch die Turnerinnen und Turner sowie die Aktiven verschiedener Ballsportarten besuchen seit Jahren in unterschiedlichen Besetzungen traditionelle Turniere. Man kennt sich, das Niveau ist nicht ganz so hoch, der Wettkampf nicht so "bierernst"; das Zusammentreffen, der Austausch von Uni zu Uni, das Soziale und auch so manche Party am Abend machen die Turniere so beliebt. Neben dem Wettkampf findet vielfältiger Erfahrungsaustausch statt, und so manche Freundschaft wird durch die sportliche Begegnung geknüpft. Ähnliche Erfahrungen machen übrigens auch solche Gruppen, die gar keine Wettkämpfe veranstalten. Dies gilt zum Beispiel für Aikido. Hier besuchen die Aktiven meist ein oder zwei Mal im Jahr Lehrgänge oder laden renommierte Lehrer, meist aus dem Ausland, an die Philipps-Universität ein.

Neben der Fortführung von Traditionen ist es die große Flexibilität und Offenheit gegenüber neuen Ideen und Entwicklungen, die den Hochschulsport an der Philipps-Universität seit jeher auszeichnet. So wurde das Spektrum des Sportangebots immer wieder durch neue Disziplinen erweitert, die sich nicht nur im Breiten- sondern auch im Wettkampfsport schnell durchsetzen konnten. Die Wassersportgruppe beispielsweise, die mit den in Marburg traditionsreichen und unverändert bedeutsamen Aktivitäten des Segelns, Ruderns und Kanusports hervorzuheben ist, hat in diesem Jahr erstmals am Edersee ein Kanu-Polo-Turnier ausgetragen, das Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet anlockte und zu einem großen Erfolg wurde. Die Organisatoren, u. a. Pay Tadema und Stefan Haas, wurden deshalb sofort aufgefordert, das Turnier als eine alljährlich wiederkehrende Veranstaltung zu etablieren. Gleiches gilt für das im Sommer erstmals durchgeführte Marburger Golfturnier, dessen Gelingen zum großen Teil auf das Engagement von Obmann Christian Hinck zurückzuführen ist. Schon jetzt steht der Termin fürs nächste Jahr fest; das Turnier soll im Rahmen des Sport-Dies am 28. Juni 2000 ausgetragen werden.

Die Übungsleiter sind die Stützen des Systems

Wenn auch der Wettkampfsport eine wichtige Rolle im Hochschulsport spielt, so ist das Breiten- und Freizeitsportangebot doch das Herzstück des Hochschulsports. Circa 100 Übungsleiter kümmern sich regelmäßig um die allabendlichen Angebote, an denen während des Semesters zwischen 1000 und 2000 Personen pro Woche teilnehmen. Viele Übungsleiter sind schon seit Jahren dabei, sie fühlen sich der Sportart, dem Hochschulsport und der Universität verbunden, und es kommen immer wieder neue dazu. Sie alle setzen ihr ganzes Wissen und Können ein, um den Freizeitsportlern ein attraktives Programm zu garantieren. Viele Übungsleiter sind darüber hinaus auch im Wettkampfsport aktiv, sie organisieren zum Beispiel Reisen zu den Deutschen Hochschulmeisterschaften, stellen Spiel- und Zeitpläne für die Wettkämpfe anlässlich des Sport-Dies auf und helfen mit, diese und andere wichtige Veranstaltungen durchzuführen. Auch neue Impulse im Hochschulsport gehen häufig von Übungsleitern aus, da sie meist persönlich an ihrer Sportart interessiert und nahe an den Trends sind. Ohne das Engagement der Lehrkräfte und Übungsleiter wäre der Hochschulsport in der jetzigen Form nicht realisierbar. Ihr Einsatz wird in jeder Hinsicht gewürdigt.

Sportreferenten können mitunter "was bewegen"

Nicht nur die Übungsleiter, die Obleute und die vielen Helfer im Hintergrund sind tragende Stützen des Hochschulsports, sondern auch die Sportreferenten. Sie sind Vertreter der Obleute und Sporttreibenden und nehmen vielfältige organisatorische Aufgaben war. Sie haben Mitspracherecht bei der Entsendung von Sportlern zu Wettkämpfen oder bei der Ausrichtung von Wettkämpfen und übernehmen im Sommersemester zentrale Aufgaben bei der Organisation des Sport-Dies. Carola Pressler und Timo Eichenlaub sind zurzeit die gewählten Sportreferenten. Beide wissen, dass sie diese Funktion zeitweise nur mit "wahnsinnig viel Enthusiasmus für die Sache" bewältigen können; die Vergütung ihrer Arbeit darf, wie bei allen im Hochschulsport Tätigen, nicht an erster Stelle stehen. Wer hier Aufgaben übernimmt, braucht eine gute Portion Idealismus und muss bereit sein, manches hintanzustellen. Dafür kann man als Sportreferent oder -referentin allerdings einige Zusatzqualifikationen erwerben, die für die spätere Berufstätigkeit relevant sein können, und man kann in gewissem Ausmaß aktiv in das Geschehen am Zentrum für Hochschulsport eingreifen. "Ich kann was bewegen, ich habe was bewegt, und ich werde was bewegen", so der Kommentar von Carola Pressler.

Zentrum für Hochschulsport: Kontinuität und Wandel

Die kontinuierliche Arbeit, die dem Hochschulsport zugrunde liegt, wird erst durch die Existenz einer zentraler Einrichtung gesichert, die das Sportangebot für die gesamte Hochschule sicherstellt. Sie ist die Schaltstelle für die vielfältigsten Aufgaben, die im einzelnen von der Leitung, der Wirtschaftsverwaltung, dem Sekretariat, den Hausmeistern und den Lehrkräften zu bewältigen sind. Dieses Aufgabenspektrum umfasst Konzeption und Organisation des kompletten Sportangebots, die Verwaltung und den Erhalt der Sportstätten und ihre Ausstattung, die Regelung der finanziellen Angelegenheiten, die Vertretung der Interessen des Hochschulsports nach innen und außen und vieles mehr.

Seit den siebziger Jahren – damals wurde auch das Zentrum für Hochschulsport an der Philipps-Universität gegründet – hat die Bedeutung des Breitensports enorm zugenommen. Im Hochschulrahmengesetz wurde als eine der Aufgaben der Hochschulen festgeschrieben, den Hochschulangehörigen auch ein bedarfsgerechtes Sport- und Bewegungsprogramm anzubieten, das vor allem dem Spaß und der Freude am gemeinsamen Sporttreiben und der körperlichen Ertüchtigung zu dienen habe. Dominierten im Sportangebot zunächst nur wenige Sportarten wie Feldhandball, Leichtathletik, Turnen und Wassersport, so ist der Hochschulsport heute durch ein ausdifferenziertes Wettkampf- und Sportprogramm geprägt, das durch Workshops und Exkursionen ergänzt wird. Die so genannten Breitensportler konnten im vergangenen Sommersemester in Marburg beispielsweise zwischen rund 40 Sportarten bzw. Bewegungsangeboten wählen. Damit stand ihnen im Vergleich zu ihren Kommilitonen aus der Mitte der siebziger Jahre ein fast doppelt so großes Angebot zur Verfügung.

Eine wichtige Aufgabe wird es sein, dieses Sportangebot auch in Zukunft sicherzustellen. In Zeiten sinkender Haushalte ist dies kein leichtes Unterfangen, denn im Gegensatz zu anderen Universitäten konnte in Marburg auch die personelle Ausstattung seit den Gründungsjahren nicht wesentlich verbessert worden. Insofern wird sich die Weiterentwicklung des Hochschulsports im wesentlichen daran orientieren müssen, was machbar ist und was nicht. Die Umstellung auf ein stark dienstleistungsorientiertes Zentrum, das Studierenden zugleich eine hohe Identifikation mit der Universität erlaubt, kann nur gelingen, wenn auch die Rahmenbedingen stimmen.

Auf die Frage, ob sich Leistungssportler der Philipps-Universität bei studentischen Wettkämpfen mit der Universität identifizierten, antwortete ein Sportler sinngemäß: Die Idee der corporate identity über den Sport funktioniere gut an den amerikanischen Hochschulen, aber dort hätten die Studierenden ja meist Top-Bedingungen, tolle Sportstätten, eigene Trainer und oft sogar eine gute finanzielle Unterstützung. So lange solche Bedingungen an deutschen Universitäten nicht existierten, könne im Leistungsbereich eine Identifikation mit dem Universitätssport kaum erwartet werden ...

Gabriele Postuwka


Dr. Gabriele Postuwka
Leiterin des Zentrums für Hochschulsport
Am Plan 3
35037 Marburg
Telefon: 06421 28-23975
Fax: 06421 28-26544
E-Mail: Postuwka@verwaltung.uni-marburg.de

Breites Sportangebot

Folgende Sportarten wurden in den vergangenen Semestern am Zentrum für Hochschulsport angeboten:

Akrobatik, Aikido, Badminton, Baseball, Basketball, Bogenschießen, Boxen, Fechten, Fitnesstraining, Fußball, Golf, Gymnastik, Handball, Hockey, Jiu-Jitsu, Jonglieren, Judo, Kanu/Kajak, Karate, Klettern, Krafttraining, Lauftreff, Leichtathletik, Orientierungslauf, Rock’n’Roll, Radsport, Rhönrad, Rudern, Rugby, Schwimmen, Segeln, Ski alpin, Ski nordisch, Sportschießen, Surfen, Tauchen, Taekwon Do, Tennis, Tischtennis, Trampolin, Triathlon, Turnen, Ultimate Frisbee, Volleyball, Yoga.

Zuletzt aktualisiert: 14.01.2008 · trautmas

 
 
 
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