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Babys werden auf Hörstörungen getestet

Hessen startet an den Uni-Kliniken Marburg und Frankfurt Modellversuch für Reihenuntersuchung von Neugeborenen

Um Hörstörungen von Säuglingen möglichst frühzeitig zu erkennen, plant Hessen die Einführung einer flächendeckenden Reihenuntersuchung. Für ein entsprechendes Hör-Screening von Neugeborenen hatte sich Professorin Roswitha Berger, Direktorin der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie im Zentrum für Hals-, Hasen- und Ohrenheilkunde der Philipps-Universität, als Landesärztin für Hör- und Sprachbehinderte in Hessen eingesetzt. Im Rahmen eines Modellversuchs an den Universitätskliniken Marburg und Frankfurt wird in den nächsten Monaten zunächst die Hörfähigkeit von bis zu tausend Neugeborenen getestet, um die Möglichkeiten einer generellen Reihenuntersuchung zu erproben. Hessen leiste mit dem Modellversuch Pionierarbeit, erklärte Sozialministerin Marlies Mosiek-Urbahn Mitte Juli.

Hörstörungen von Babys würden oft zu spät erkannt, begründete die Ministerin ihre Bemühungen um eine verbesserte Frühdiagnose und anschließende Behandlung. 0,2 bis 0,4 Prozent aller Kinder eines Geburtsjahrgangs seien von einer schweren Hörstörung betroffen – bundesweit also 1600 bis 3200 Kinder jährlich. Um gravierende Defizite mit erheblichen Folgen für die gesamte geistige Entwicklung betroffener Kinder zu verhindern, müssten die Therapiemaßnahmen deutlich vor dem 18. Lebensmonat einsetzen. Die Statistik zeige aber, dass die Erstdiagnose von Hörstörungen oft erst erfolge, wenn die Kinder bereits drei Jahre alt oder älter seien.

Für ein Hör-Screening von Neugeborenen gibt es derzeit zwei geeignete Verfahren: die Messung otoakustischer Emissionen (OAE) und die Messung von Hirnstammpotentialen (BERA). Hessen hat sich für eine Studie mit dem BERA-Screening-Verfahren entschieden, da diese Methode nach bisherigen Erkenntnissen weniger fehleranfällig ist. "Die Messung erfolgt beim schlafenden Baby und beeinträchtigt die Kleinen nicht", versicherte die Ministerin. Für den Modellversuch stehen in diesem Jahr 100 000 Mark zur Verfügung.

kw


Zuletzt aktualisiert: 14.12.2007 · trautmas

 
 
 
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