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Aktuelle Buchtipps

Handbuch über Digitalis

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft

352 S., DM 138,–

Buch1Fingerhut heißt, der Form ihres Blütenstandes wegen, jene beeindruckende, aber giftige Heilpflanze, deren deutscher Name 1542 zum lateinischen Digitalis wurde. Schon vor Jahrhunderten wurden Digitalis-Blätter (äußerlich) gegen Schwellungen und Abszesse sowie (innerlich) gegen Kopfschmerzen angewandt. 1785 begründete der britische Arzt William Withering nach sorgfältigen Versuchen eine europaweite Digitalis-Therapie von Ödemen. Hundert Jahre später wurde die Wirksamkeit von Digitalis am Herzmuskel erkannt. 1982 führte der Marburger Pharmazeutische Biologe Max Wichtl die Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographie in die Analyse von Digitalis-Blattextrakten ein – heute die Methode der Wahl, wenn es um die Trennung und quantitative Bestimmung von "Herzglykosiden" geht. Inzwischen ist die positive Wirkung von Cardenolid-Glykosiden aus Digitalis bei der Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz unbestritten, wovon insbesondere Hochrisikopatienten profitieren. Wichtl und sein Fachkollege Martin Luckner (Halle) haben mit ihrem soeben erschienenen Handbuch Digitalis ein umfassendes Werk vorgelegt, das praktisch keinen Aspekt der Digitalis-Forschung und -Anwendung aus historischer, botanischer, biochemischer, chemischer, physiologischer, molekularbiologischer, pharmakologischer und medizinisch-klinischer Sicht unberücksichtigt lässt. Am Beispiel einer pharmazeutisch und medizinisch bedeutenden Pflanzengattung vermittelt das Buch viel von jener Faszination, die die beiden Wissenschaftler bei ihrer Arzneipflanzenforschung geleitet haben dürfte.

Philosophie in Bildern

DuMont Buchverlag

470 S., DM 69,90

Buch2Gibt es Berührungspunkte zwischen Malerei und Philosophie? Lassen sich in Gemälden auch philosophische Reflexionen entdecken? Kann man mitunter gar von Malerphilosophen sprechen? "Die Malerei kann ähnlich wie die Dichtung und Rhetorik philosophische Gedanken suggerieren und hierbei eine beträchtliche Eigeninitiative entwickeln", konstatiert der Marburger Philosoph Reinhard Brandt in Philosophie in Bildern, seiner jüngsten Publikation. Für den Autor, der sich neben Themen aus der Philosophie der Aufklärung auch mit Kunstgeschichte und Ästhetik beschäftigt, können Bilder "das, was wesentlich zusammengehört, ‚uno intuito‘ vor Augen stellen und als eine einzige Konstellation präsentieren, während die diskursive Darstellung schon auf die Trennung des nicht Trennbaren angelegt ist. So können Bilder in ihrer einheitlichen Präsentierung Gemeinsamkeiten und Ordnungen retten, die im Verbalen verloren gehen". Die Epoche der "philosophischen" Bilder, die Brandt exemplarisch vorstellt, reicht von Raffael bis Magritte, von der Renaissance bis zur Französischen Revolution und einigen Nachklängen im 19. und 20. Jahrhundert. Die interpretierten Werke beziehen sich vorwiegend auf Motive der antiken Philosophie. Das "philosophische" Bild stimuliere die Einbildungskraft, die den Gedanken begleitet; es finde, wenn es gelingt, "eine sinnfällige, einleuchtende Darstellung des Gedankens", urteilt der Autor, der der Malerei einen Türschlitz zur Philosophiegeschichte öffnet, eine systematische Exposition philosophischer Probleme dagegen selbstverständlich weiterhin den Worten vorbehalten wissen will.

Gebärhaltungen im Wandel

Jonas Verlag

101 S., DM 29,80

Buch3
In modernen Kliniken können Frauen, die entbinden, die Gebärstellung zunehmend selbst wählen und sich für eine Geburt im Stehen, auf dem Maya-Hocker oder im so genannten Roma-Rad entscheiden. Nach Abschaffung des Gebärstuhls wurde insbesondere in der deutschen akademischen Geburtshilfe der vergangenen beiden Jahrhunderte fast ausschließlich die Rückenlage als schulmäßige Position praktiziert, während in fast allen Kulturen schon immer die als natürlich geltende vertikale Gebärhaltung dominiert. Inzwischen hat die Frage nach der optimalen Position der Frau während der Geburt fachübergreifende Diskurse ausgelöst. Der interdisziplinäre Sammelband über Gebärhaltungen im Wandel, herausgegeben von der Marburger Europäischen Ethnologin Marita Metz-Becker und dem Marburger Perinatalmediziner Stephan Schmidt, fasst die Ergebnisse eines wissenschaftlichen Symposiums zu diesem Thema zusammen und fördert – im historischen Rückblick wie im Kulturvergleich – viel verlorengegangenes Wissen rund um das Gebären zutage. Zahlreiche Abbildungen lassen die Geschichte der praktischen Geburtshilfe lebendig werden. Da neuere Untersuchungen belegen, dass sich nicht nur die Geburt verkürzt, sondern auch die Sauerstoffversorgung des Kindes in den meisten Fällen verbessert, wenn die lange übliche Rückenlage vermieden wird, könnte die selbstbestimmte, aufrechte Haltung der Frau bei der Entbindung, unterstützt durch Ehemann oder Partner, auch aus medizinischer Perspektive Zukunft haben.

Essays zur Ethnopoesie

Curupira Selbstverlag

359 S., DM 48,–

Buch4Zentrale Methode der Ethnologie ist nach wie vor die Feldforschung. Wie aber wird das Fremde wahrgenommen, und wie sieht die angemessene Schilderung dessen aus, was einem in der Fremde begegnet? Reisen von Ethnologen unterliegen in aller Regel einem streng wissenschaftlichen Blickwinkel – Auseinandersetzung mit den zitierten Erkenntnissen anderer. Ganz persönliche Eindrücke werden meist nur am Rande thematisiert oder bleiben separaten Publikationen überlassen. Doch zwischen dem forschenden Sammeln von Daten und der literarischen Verarbeitung exotischer Reiseerlebnisse gewinnt eine neue Form ethnographischer Verarbeitung an Gewicht: die so genannte "Ethnopoesie", eine Mischung aus wissenschaftlichem und freiem Schreiben. Mit ihr setzt sich der von den Marburger Völkerkundlern Mark Münzel, Bettina E. Schmidt und Heike Thote herausgegebene Sammelband Zwischen Poesie und Wissenschaft auseinander. Ethnopoesie verstehen die Autoren dabei als eine "komplexe Form der Annäherung an den Beschriebenen und Beschreibenden", was Reflexionen über das Ich in der Fremde einschließt. "Die Ethnopoesie ermutigt zur Verarbeitung zwiespältiger Erfahrungen während der Reise", notiert beispielsweise Bettina E. Schmidt und veranschaulicht dies mit ihren "Erinnerungen an religiöse Spektakel der Sinne und andere Feldforschungsarbeiten" in den ekuadorianischen Anden. Neben Ethnologen kommen in dem interdisziplinären Werk auch Literaturwissenschaftler, Kunsthistoriker und Künstler zu Wort, die sich auf je eigene Art dem Thema Ethnopoesie nähern.

Lehrbuch der Logistik

Verlag Franz Vahlen

401 S., DM 56,–

Buch5Logistik war lange ein aufs Militär beschränkter Begriff. Er stand für Planung, Bereitstellung und Einsatz von für militärische Zwecke erforderlichen Mitteln und Dienstleistungen – unter Soldaten ein Synomym für Versorgung, Transport und Materialerhaltung. Heute verbirgt sich hinter Logistik eine der jüngeren betriebswirtschaftlichen Disziplinen, die, ähnlich wie das Controlling, in der Unternehmenspraxis eine immer größere Bedeutung gewinnen, um Kosten zu senken, die Effizienz zu steigern und dadurch einen Vorteil gegenüber Konkurrenten zu erzielen. Ein praktisches Beispiel für diese Entwicklung ist die Just in time-Fertigung in der Automobilindustrie, durch die die frühere Lagerhaltung weitgehend überflüssig und als Güterverkehr auf Schiene und Straße verlegt wurde. "Die Logistik ist ein spezieller Führungsansatz zur Entwicklung, Gestaltung, Lenkung und Realisation effektiver und effizienter Flüsse von Objekten (Güter, Informationen, Gelder, Personen) in unternehmensweiten und -übergreifenden Wertschöpfungssystemen", definiert die Marburger Betriebswirtschaftlerin Ingrid Göpfert das Fachgebiet in dem von ihr verfassten Lehrbuch der Logistik, das Gegenstand, Aufgaben und Instrumente des Logistikmanagements und -controllings vorstellt. Strategisch und operativ richtig eingesetzt, gilt es in der Betriebsführung zu erkennen: Logistische Erfolgspotentiale stärken die Wettbewerbsposition und erhöhen den Markterfolg eines Unternehmens.

Grundlagen der Mikroökonomie

Verlag Franz Vahlen

527 S., DM 64,–

Buch61976 haben die Marburger Wirtschaftstheoretiker Ulrich Fehl und Peter Oberender (inzwischen Bayreuth) erstmals ihr Lehr- und Arbeitsbuch über Grundlagen der Mikroökonomie veröffentlicht. Mittlerweile ist diese grundlegende Einführung in die Produktions-, Nachfrage- und Markttheorie in 7. überarbeiteter und erweiterter Auflage erschienen – die 6. Auflage liegt auch in russischer und ukrainischer Übersetzung vor. Von Anfang an rückten die Verfasser den Markt und seine Funktionen in den Mittelpunkt ihrer volkswirtschaftlichen Betrachtungen. Zugleich waren und sind sie darum bemüht, den Lesern ein Gespür dafür zu vermitteln, dass das Marktsystem den Rahmen für ein höchst dynamisches Geschehen abgibt. Jeder Studienanfänger der Wirtschaftswissenschaften merkt allerdings schnell, dass die theoretische Nationalökonomie wirtschaftliche Interaktionen meist auf hohem Abstraktionsniveau behandelt. Erst wenn der Studierende das begriffliche Instrumentarium des Fachgebiets beherrscht, kann er zunächst wenig konkret erscheinende Vorgänge am realen Beispiel der Wirtschaftspraxis nachvollziehen. Dass das über Jahrzehnte bewährte Lehrbuch theoretische Überlegungen und Erkenntnisse mit praktischen Übungsaufgaben (und deren Musterlösungen) verknüpft, macht denn auch den didaktischen Nutzen dieser mit zahlreichen Graphiken ausgestatteten Publikation aus, deren Neuauflage alle jüngeren Ansätze der Wissenschaft mit einbezieht.

Symbol und Symboltheorie

Leske + Budrich

392 S., DM 68,–

Buch7"Überall wo Gefühle angestoßen, gelenkt oder übermittelt werden sollen, seien sie negativ oder positiv, individuell oder kollektiv, finden sich Symbole in Gebrauch. Sie können sowohl Hass als auch Hingabe auslösen und ausdrücken", schreibt der Marburger Soziologe Dirk Hülst in seinem Buch Symbol und soziologische Symboltheorie. Kein Zweifel: Mit Hilfe von Symbolen lassen sich komplexe Zusammenhänge und Vorstellungen, abstrakte Werte wie subtile, gefühlsbezogene Gedankenverbindungen auf den Punkt bringen – "eine Leistung, für die in stärker begrifflich operierenden Sprachen die kompliziertesten Wege und ausführlichsten Erläuterungen bemüht werden müssten". Obwohl das Wort Symbol selbst, im täglichen Sprachgebrauch in vielerlei Facetten präsent, eher unklar bleibt, hat die deutsche Nachkriegssoziologie zu diesem schillernden Begriff nur eine einzige, schon 1969 erschienene Monographie hervorgebracht. Mit seinen Untersuchungen zum Symbolbegriff in Geschichte, Sprachphilosophie, Psychologie und Soziologie möchte Hülst zu einer zusammenfassenden Diskussion der wichtigsten seit Erscheinen dieser Publikation veröffentlichten soziologischen Arbeiten beitragen. Er führt die Leser auf eine Erkundungsreise durch einschlägige Schriften von Emile Durkheim, George Herbert Mead, Norbert Elias, Alfred Schütz, Pierre Bourdieu und Alfred Lorenzer, um anschließend grundlegende Bestimmungen einer allgemeinen Theorie des Symbols und Funktionen des gesellschaftlichen Symbolprozesses herauszuarbeiten.

Straßburger Eulenspiegelbuch

Max Niemeyer Verlag

424 S., DM 108,–

Buch8Hermann Bote, Zollschreiber und Stadtschreiber in Braunschweig, wurde im Norden gelegentlich als "die bedeutendste literarische Persönlichkeit des ausgehenden mittelniederdeutschen Schrifttums" gefeiert. Manche sahen in ihm "einen niedersächsischen Klassiker allerersten Ranges". Diesem Dichtertalent ("Superstar der gegenwärtigen niederdeutschen Philologie") wurde, scheinbar überzeugend, neben anderen Werken auch die Autorschaft des Volksbuchs vom "Eulenspiegel" zugeschrieben – Zweifel blieben auch in der Forschung eher ausgeblendet. Doch der steile Aufstieg des Braunschweiger Zollschreibers zum verehrten "Eulenspiegel"-Autor ist im wesentlichen selektiver Wahrnehmung und zum Teil völlig unhaltbaren Interpretationen im Verbund mit literarhistorischem Lokalpatriotismus zu verdanken. Das verdeutlicht der Marburger Germanist Jürgen Schulz-Grobert in seiner Abhandlung Das Straßburger Eulenspiegelbuch, die auf eine 1996 abgeschlossene Habilitation zurückgeht. Seine akribischen, an buchkundlichen wie literaturwissenschaftlichen Fragestellungen ausgerichteten Studien zu entstehungsgeschichtlichen Voraussetzungen der ältesten Drucküberlieferung über den Schwankhelden weisen überzeugend nach, dass der "Eulenspiegel" zu Beginn des 16. Jahrhunderts in der erfolgreichen Offizin des Straßburger Druckers Johannes Grüninger sein weltliterarisches Profil erhielt. Nicht zuletzt am ikonographischen Muster der Illustrationen wird deutlich, dass das Braunschweiger Phantom allein einer spekulativen Betrachtung durch die norddeutsche Brille entsprungen ist.

Hochschulreform und -revolte

BdWi-Verlag

559 S., DM 39,80

Buch9Der derzeitigen Hochschulstrukturreform liege ein Paradigmenwechsel zugrunde, der eine grundlegende Abkehr sowohl vom in der Idee der Gruppenuniversität verkörperten Prinzip der Mitbestimmung als auch vom bereits in der Ordinarienuniversität verankerten Prinzip der akademischen Selbstverwaltung vollziehe: "In der Hochschule der Zukunft droht nicht nur die Mitbestimmung der Studierenden und wissenschaftlichen und administrativ-technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Hochschulselbstverwaltung, sondern sogar die Hochschulselbstverwaltung selbst obsolet zu werden", konstatiert der frühere Marburger Politikwissenschaftler Andreas Keller in seiner Dissertation Hochschulreform und Hochschulrevolte, in der er Selbstverwaltung und Mitbestimmung in der Ordinarienuniversität, der Gruppenhochschule und der Hochschule des 21. Jahrhunderts unter die Lupe nimmt. Zielte die von der 68er Studentenbewegung beflügelte Bildungsreform noch auf "Demokratisierung" der hohen Schulen hierzulande, so geht es im aktuellen Modernisierungsprozess vor allem um Effizienzsteigerung. Vor diesem Hintergrund zeichnet der Autor mehrere Jahrzehnte bundesdeutscher Hochschulpolitik nach und untersucht insbesondere das Verhältnis der Hochschulen zu Staat und Gesellschaft, die innere Verfassung der Hochschulen, den Status der Studierenden in der Selbstverwaltung und der Verfassten Studentenschaft sowie die politischen Strategien der Studierenden vom SDS bis zu den Streikaktionen von vor drei Jahren.

Reform der Landesverwaltung

Nomos Verlagsgesellschaft

171 S., DM 48,–

Buch10Eine "Revolution der Oberstadtdirektoren" ist die Verwaltungsreform der neunziger Jahre genannt worden, weil sie Bewegung vorwiegend nur in die Rathäuser gebracht hat. An den Landesverwaltungen dagegen ist die vom Privatisierungsdruck stimulierte Modernisierungswelle, die sich an Reformmodellen des New public management ausrichtet, bisher weitgehend vorübergegangen. Galten bislang Werte wie Stabilität, Zuverlässigkeit und Pflichtbewusstsein als Gütezeichen von Verwaltung, so möchte die Verwaltungskultur der Zukunft mit Eigenschaften wie Initiative, Kreativität, Zielorientierung, Mobilität und Verantwortung glänzen. Vor diesem Hintergrund nimmt der von dem Marburger Soziologen Leo Kißler und den beiden Politikwissenschaftlern Norbert Kersting und Hans-Jürgen Lange herausgegebene Sammelband Politische Steuerung und Reform der Landesverwaltung neben Überlegungen zur Polizeireform nicht zuletzt die aktuelle Hochschulpolitik in den Blick. Ein ehemaliger Hochschulpräsident (Hans Brinckmann, Kassel) und ein Uni-Kanzler (Michael Breitbach, Gießen) tragen ihre Erfahrungen zur Frage: Autonomie ohne Handlungsspielraum? vor, während Rolf Praml als vormaliger Staatssekretär im hessischen Wissenschaftsministerium erläutert, welche Steuerungsinstrumente der (inzwischen abgelösten) Landesregierung vorschwebten, um den "gegenwärtigen Zustand autonomer Anarchie" an den Hochschulen zu beenden und dem Landesinteresse an "flexiblen, profilierten und kooperativ orientierten, in Lehre und Forschung qualitätsbewussten Hochschulen" Nachdruck zu verleihen.

Anerkennung als Ansporn

Lemmens Verlag

154 S., DM 24,80

Buch11Um wissenschaftliche Höchstleistungen zu erzielen, sei es von Vorteil, wenn man die Möglichkeit habe, in einem Zentrum zu arbeiten, "das neben exzellenter technischer Ausstattung auch die ständige Möglichkeit zum Austausch mit kompetenten Fachkollegen bietet". Trotz guter Rahmenbedingungen bedürfe es eines außergewöhnlichen Engagements, um bei dem sich stetig verschärfenden Konkurrenzdruck Höchstleistungen zu erzielen, betont Privatdozent Dr. Uwe Völker: "Wichtig ist insbesondere, die Doktoranden und Diplomanden zu besonderem Engagement zu motivieren und dann zu Höchstleistungen zu führen." Völker, Mikrobiologe im Fachbereich Biologie der Philipps-Universität, beschäftigt sich mit den Mechanismen, die Bakterien befähigen, den "Stress" in ihrem Lebensraum zu bewältigen und sich kontinuierlich ständig wechselnden Umweltbedingungen anzupassen. 1997 wurde er mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet, mit dem das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) herausragende Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses honorieren. In dem DFG-Lesebuch Anerkennung als Ansporn werden zehn ausgewählte Träger dieses Nachwuchspreises aus den letzten Jahren porträtiert, 16 weitere, unter ihnen Völker, berichten in Interviews über ihre Forschungen und ihre Erfahrungen in der deutschen Wissenschaftslandschaft. "Am deutschen Forschungsförderungssystem ist leider zu beklagen, dass manchmal zu zögerlich und zu langsam, sicherlich auch beeinflusst von der öffentlichen Meinung, in neue Forschungsrichtungen investiert wird", meint der Marburger Mikrobiologe.

Festschrift für Fritz Krafft

Nach oben und nach innen – Perspektiven der Wissenschaftsgeschichte beleuchtet eine Festschrift zum 65. Geburtstag des Marburger Pharmaziehistorikers Fritz Krafft, in der dessen 1987 erfolgte Berufung als promovierter Klassischer Philologe und habilitierter Naturwissenschaftshistoriker als "ein bewusstes Plädoyer gegen eine allzu starke Fachbezogenheit der Pharmaziegeschichte und damit für eine Öffnung der Pharmazie als Hochschulfach in den geisteswissenschaftlichen Raum hinein" gewertet wird. Die von Ulrich Stoll (Verden) und Christoph J. Scriba (Hamburg) herausgegebene Schrift (234 S., DM 30,–) versammelt neun Forschungsbeiträge, die Themen aus den Hauptarbeitsgebieten des kürzlich in den Ruhestand getretenen Jubilars und damit dessen Konzept vom "Historischen Erfahrungsraum" akzentuieren. Die Festschrift ist als Band 23 der "Berichte zur Wissenschaftsgeschichte" (Wiley VCH) erschienen und über das Institut für Geschichte der Pharmazie zu beziehen.

Festschrift für Hans-H. Münkner

Genossenschaften und Kooperation in einer sich wandelnden Welt lautet der Titel einer Festschrift zum 65. Geburtstag von Hans-H. Münkner, kürzlich in den Ruhestand getretener Professor für internationales Gesellschaftsrecht und Genossenschaftslehre sowie langjähriger Geschäftsführender Direktor des Instituts für Kooperation in Entwicklungsländern der Philipps-Universität. In- und ausländische Freunde, Weggefährten, Schüler und Kollegen – Wissenschaftler wie Praktiker – setzen sich in dem von Michael Kirk, Jost W. Kramer und Rolf Steding herausgegebenen Band (LIT Verlag, 726 S., DM 119,80) in fast 50 Beiträgen mit dem von Interdisziplinarität und Internationalität geprägten Arbeitsgebiet Münkners auseinander und würdigen sein erfolgreiches Wirken als einer der "Fahnenträger der Genossenschaftsidee" in einer "kaum enumerablen Vielzahl von Ländern der Welt und für deren Genossenschaftsentwicklung".

kw

Zuletzt aktualisiert: 14.12.2007 · trautmas

 
 
 
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