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Hörsaalwissen frisch auf den Tisch

Die studentische Unternehmensberatung MSM

Viele Unternehmen können oder wollen sich die astronomischen Gehälter von hauptamtlichen Unternehmensberatern nicht leisten. Für sie gibt es eine Alternative, mit der sie für einen Bruchteil der sonst üblichen Honorare Wissen frisch aus der Uni anzapfen können. Studentische Unternehmensberatungen boomen, wobei aber nur ein paar in Deutschland auf rein studentische Initiativen zurückgehen, wie es Jens Beinecke von seiner MSM stolz berichtet.

Die Abkürzung steht für "Modern Services for Management" und dahinter die beiden Betriebswirtschaftsstudenten Carsten Dietrich und Jens Beinecke. Je nach Projekt tun sie sich mit weiteren Studierenden zusammen, die nicht unbedingt Betriebswirtschaftslehre studieren müssen. MSM ist ein eingetragener Verein und bietet einen Rahmen für seine Mitglieder, in dem die Verwirklichung eigener Ideen und die frühzeitige Übernahme von Verantwortung im Vordergrund stehen. Für jedes Projekt wird dann eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet.

Die Art der Projekte ist sehr unterschiedlich. Am aufwändigsten waren bisher zwei der Umfragen, bei denen die Kaufwünsche von Kunden eines großen Marburger Kaufhauses erkundet wurden. Die Antworten wurden mit einer eigens entwickelten Software ausgewertet. Hier arbeiteten zum Beispiel Mathematiker mit, um ein hohes statistisches Niveau der Studien zu gewährleisten.

"Wir müssen zunächst das Problem überwinden, dass uns als Studenten noch nicht soviel zugetraut wird", erzählt der Unternehmensberater: "Für die wir bereits gearbeitet haben, sind wir professionelle Partner." Für Beinecke ist das oberste Ziel nicht das Geldverdienen, sondern die gesammelten Erfahrungen und die Chance, das Uni-Wissen in den verschiedensten Bereichen anzuwenden. Typisch für ein Projekt ist etwa, dass es zu einem bestimmten Termin fertig sein muss, so dass sich hier Zeiteinteilung lernen lässt. Anzug mit Krawatte ist beim Besuch des Kunden selbstverständlich. Sinnvoll sei ein Einstieg in die Unternehmensberatung nach dem Vordiplom. Für das Studium bringt die Arbeit dann bessere Noten und ein besseres Stoffverständnis – "das glaubt mir immer keiner", schmunzelt Beinecke. Fehlermachen sei nicht schlimm, jedoch sei es wichtig, daraus zu lernen und jeden Fehler nur einmal zu machen.

Am anspruchsvollsten war bisher die Umstrukturierung eines ganzen Unternehmens. Die Warenwirtschaft musste neu eingerichtet und dazu Arbeitsabläufe analysiert und optimiert werden. "Als Unternehmensberater wird man immer nur dann gerufen, wenn schon etwas schief gelaufen ist", sagt Beinecke von seiner Arbeit: "Das habe ich mir auch anders vorgestellt." Im konkreten Fall war ein Computerprogramm für die Warenwirtschaft angeschafft worden, mit dem im Betrieb niemand umgehen konnte. Überdies war das Rechnernetzwerk zusammengebrochen.

Nur etwa 15 Prozent der Studieninhalte kann er in der Praxis der Unternehmensberatung verwenden, schätzt Beinecke. Das ist gar nicht so schlecht wie es sich anhört, denn der Universität hält er zugute, hier abstraktes, analytisches Denken gelernt zu haben. Das helfe beim Abgrenzen der Probleme.

Für ein Unternehmen aus Wuppertal hat MSM eine Studie zum Thema Franchising erstellt. In einem anderen Projekt wurde zusammen mit einer Design-Studentin ein Produkt neu entworfen. Beinecke und Dietrich sind immer an der Zusammenarbeit mit anderen Studierenden interessiert, auch aus Fachbereichen, die der Betriebswirtschaft fern stehen. So würden sie in Zukunft gern den Internet-Bereich für sich erschließen und ein Beratungsprojekt in der Informationstechnik-Branche suchen. Der Lohn der Arbeit ist eine gehörige Portion Berufserfahrung, und die Bezahlung ist auch nicht schlecht. Wer kann das sonst bei Studienabschluss schon vorweisen?

utz


Zuletzt aktualisiert: 14.12.2007 · trautmas

 
 
 
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