22.03.2021 Studium Generale zum Thema „Feminismen im Dialog“

Vortragsreihe widmet sich im Sommersemester unterschiedlichen Zugängen zu Gender Studies

Brille auf einer Buchseite, das Wort "Gender" ist im Zentrum eines Brillenglases zu sehen
Foto: Rolf K. Wegst
Gender Studies stehen im Fokus des Studium Generale im Sommersemester 2021.

Feminist*in zu sein, steht derzeit hoch im Kurs. Mode-Labels greifen den Begriff auf, Fernsehsendungen berichten und in den Sozialen Medien wird diskutiert. Doch was steht eigentlich hinter all dem? Was verbirgt sich hinter unterschiedlichen Auseinandersetzungen und Ansätzen, wo zeigen sich Konfliktlinien und wo gibt es Annäherungen? Die Geschlechterforschung ist von Feminismen inspiriert, ist aber – anders als allgemein verhandelt – kein verlängerter Arm der Bewegung, sondern mit ihr in einem forschungsbezogenen Spannungsverhältnis verbunden.

Gender Studies bzw. Geschlechterforschung sind ein sehr heterogenes Feld. Gender Studies sind einerseits in den Forschungsdisziplinen verankert, wie beispielsweise in der Erziehungswissenschaft oder in den Wirtschaftswissenschaften; sie arbeiten aber auch gleichzeitig über die Disziplin-Grenzen hinaus und sind damit inter- und transdisziplinär. Ursprünglich aus frauenbewegten Initiativen entstanden, fand eine Institutionalisierung ab den 1980er Jahren statt. Das Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung (ZGS) an der Philipps-Universität ist 2001 in Tradition dieser Initiativen gegründet worden. Mit dem Studium Generale feiert das Zentrum auch gleichzeitig sein 20-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum will das Zentrum nutzen, um unterschiedliche Zugänge, Wandlungen und Verhandlungen zu zeigen. Der Titel „Feminismen im Dialog“ spielt auf eine intergenerationale, intersektionale und auch interdisziplinäre Aushandlung an. In diesem Dialog gibt es Feminismen nur im Plural, und Wissen - sowie dessen Vermittlung - in Variationen.

Die Vortragsreihe findet ab dem 14. April 2021 mittwochs von 20:15 - 21:45 Uhr statt. Wegen der Corona-Pandemie wird das Studium Generale auch im Sommersemester als Online-Format durchgeführt. Die Teilnahme ist nur online per Videokonferenz möglich. Organisiert wird das Studium Generale im Sommersemester 2021 von der Geschäftsführung des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung, Prof. Dr. Christl Maier (Geschäftsführende Direktorin ZGS/Evangelische Theologie) und Dr. Denise Bergold-Caldwell (wissenschaftliche Referentin/Erziehungswissenschaftlerin). 

Um an einem Vortrag teilzunehmen, gehen Sie bitte auf die Homepage des Zentrums für Gender Studies. Dort finden Sie den Link zur Veranstaltung. Bei Fragen schreiben Sie gern eine E-Mail an studiumgenerale@uni-marburg.de.

Das Programm im Detail:

14.04.2021: "What came before…" – Feminismen im Dialog: Eine Einführung

Prof.in em. Dr. Ingrid Kurz-Scherf (Philipps-Universität Marburg, Politikwissenschaft); Prof.in em. Dr. Ulrike Wagner Rau (Philipps-Universität Marburg, Evangelische Theologie); Dr.in Barbara Grubner (Universität Wien, Kultur- und Sozialwissenschaften); Dr.in Denise Bergold-Caldwell (Philipps-Universität Marburg, Erziehungswissenschaften, ZGS)

21.04.2021: Kontrapunktische Studien zu Schwarzsein und Schwarzes Europa - Die Schwarze queer-feministische Selbstorganisation Generation Adefra als Epistemic Community

Prof.in Dr. Maisha M. Auma (Technische Universität Berlin, Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG); Katja Kinder M.A. Erziehungswissenschaft (Geschäftsführung RAA Berlin; Gründungsmitfrau ADEFRA, Schwarze Frauen in Deutschland e.V.); Peggy Piesche (Literaturwissenschaftlerin, Mitbegründerin von BEST, Black European Studies, Referentin bei der Bundeszentrale für politische Bildung)

28.04.2021: Geschlechterkritische Perspektiven auf Arbeit – ein „Dauerbrenner“ nicht nur in der Corona-Krise

Dr.in Julia Gruhlich (Universität Paderborn, Soziologie); Prof.in Dr. Annette Henninger (Philipps-Universität Marburg, Politikwissenschaften)

05.05.2021: LGBTI*Q-Bewegungsgeschichte: Unterschiedliche, geteilte Erfahrungen

Dr.in Heike Schader (Hamburg); Dr. Adrian de Silva (Université de Luxembourg, Department of Education and Social Work)

12.05.2021: Solidarität in Bewegungen: (Queer-)feministische und antirassistische Klassenpolitik 

Ray Goodspeed (London; Lesbians and Gays Support The Miners/LGSM); BA Tarek Shukralla (Humboldt Universität zu Berlin, Politikwissenschaft); Dr.in Denise Bergold-Caldwell (Philipps-Universität Marburg, ZGS) Dipl. Pol. Inga Nüthen (Philipps-Universität Marburg, Politikwissenschaft)

19.05.2021: Stadtraum aus feministischer Perspektive

Dr.in Claudia Wucherpfenning (Goethe-Universität Frankfurt am Main, Humangeographie); Prof.in Dr. Christl Maier (Philipps-Universität Marburg, Evangelische Theologie)

26.05.2021: Sprache und Sprachpolitiken: Lasst uns reden

Dr.in Emilia Roig (Center for Intersectional Justice, Berlin); Prof.in Dr. Constanze Spieß (Philipps-Universität Marburg, Sprachwissenschaften); Sookee (Musikerin und Aktivistin, Berlin)

02.06.2021: Feministisch-(neo)materialistische Perspektiven auf das Subjekt: die Soma Studies im Kontext ihrer Genealogie

Prof._in Dr._in Bettina Wuttig (Philipps-Universität Marburg, Sportwissenschaften und Motologie); Dr._in Joris Atte Gregor (Friedrich-Schiller-Universität, Jena, Soziologie); Dr.*in Lea Spahn (Philipps-Universität Marburg/Research Fellow Faculty of Fine Arts, Brno University of Technology)

09.06.2021: Transnational Feminist Dialogue: Situated Reflections and Relationalities

Dr.in Céline Barry (Technische Universität Berlin, ZIFG); Prof.in Dr. Alicia Decker (Penn State University, African Studies), Dr.in Christine Vogt-William (Universität Bayreuth, AfricaMultiple, Cluster of Excellence)

16.06.2021: Geschlecht und Macht: Kontroversen um eine feministische Zentralkategorie

Dr.in Gundula Ludwig (Universität Bremen/Politikwissenschaft); Prof.in em. Dr. Ingrid Kurz-Scherf (Philipps-Universität Marburg, Politikwissenschaft)

23.06.2021: Utopie(n) und Utopisches – Entwürfe, Grenz-Überschreitung(en) und Imagination(en)

Prof.in em. Dr. Barbara Holland-Cunz (Justus-Liebig-Universität Gießen, Politikwissenschaft); Dr.in Christine M. Klapeer (Universität Göttingen, Geschlechterforschung)

30.06.2021: Disruptive Körperbilder. Videokunst in den 1970er Jahren und heute

Prof.in Dr. Angela Krewani (Philipps-Universität Marburg, Medienwissenschaft) Alisa Kronberger, M.A (Philipps-Universität Marburg, Medienwissenschaft)

07.07.2021: Genese eines interdependenten Forschungsfeldes in/über Naturwissenschaft und Technik als kritisch feministische Intervention und Partizipation

Dr.in habil. Sigrid Schmitz (Technische Universität Berlin, ZIFG); Drin Inka Greusing (Technische Universität Berlin, ZIFG); Dr._in Hannah Fitsch (Technische Universität Berlin, ZIFG)

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