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Interdisziplinäre Ringvorlesung im Sommersemester 2019

Im Rahmen des Studienprogramms "Gender Studies und feministische Wissenschaft"

Themenschwerpunkt: ANTIFeminismus: Erforschung von Spannungsfeldern und Grauzonen

1. Problemaufriss

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25.04.
Annette Henninger, Denise Bergold-Caldwell, Helga Krüger-Kirn, Marion Näser-Lather, Anna Lena Oldemeier (ZGS, Marburg) Roundtable: "Grauzonen zwischen Feminismus und Antifeminismus – Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt REVERSE"

02.05. Judith Götz (Politikwissenschaft, Graz): "'Heimatliebe ist nicht nur Männersache' – Geschlechterbilder der 'Identitären' (in Österreich)"

2. Verschränkungen von Rassismus und (Anti)Feminismus

09.05. Encarnazion Gutierrez Rodriguez, Pinar Tuzcu (Soziologie, Gießen): "(Anti-)Feminismus und Rassismus in Zeiten ökonomischer Krisennarrative"

16.05. GENDER LECTURE Sara Farris (Soziologie, London): "Islamophobia and femonationalism in the name of women's rights."

23.05. Maja Sager (Gender Studies, Lund): "Blurring boundaries? Re-articulations of anti/feminism in the context of right wing mobilizations in Europe"

3. (Anti-)Feministische Vereinnahmungungen von Mutterschaft und Differenz

06.06. Fabienne Amlinger (IZFG, Bern): "Antifeminismus in der Schweiz. Aktuelles Phänomen und lange Tradition"

13.06. Stefanie Flender (ZGS, Marburg): "Und was wenn der Fötus doch eine Person ist?"

27.06. Helga Krüger-Kirn (ZGS, Marburg): "Feminstische 'blind spots' und (neo)konservative Lösungsangebote."

04.07. Denise Bergold-Caldwell, Barbara Grubner (ZGS, Marburg): "Ambivalentes regiert werden?! – /Race/, Geschlecht und Sexualität in Integrationskursen"

4. Diskursive Normalisierungen: Wie Anti-Feminismus salonfähig wird

11.07. Dorothee Beck (Politikwissenschaft, Marburg): "'Genderismus' in der medialen Debatte. Konjunkturen eines aufgeladenen Themas"

18.07. Abschluss-Workshop mit Studierenden

Zum Themenschwerpunkt:

Die interdisziplinäre Ringvorlesung des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung widmet sich im Sommersemester 2019 aktuellen Diskursen um Grauzonen und Spannungsfeldern zwischen Antifeminismus und Feminismus.

Feministische Politiken gelten als solche, die daran interessiert sind Herrschaftsverhältnisse kritisch zu analysieren. Demgegenüber ist europaweit eine Zunahme antifeministischer Diskurse zu verzeichnen, die vorwiegend aus christlich-fundamentalistischen, rechts-konservativen, rechts-populistischen bis extrem rechten Spektren bestehen, welche den Begriff ‚Gender’ als Sammelbegriff nutzen, um die Geschlechterforschung, Gleichstellungspolitiken und die Liberalisierung sexueller und geschlechtlicher Lebensweisen als gefährliche Ideologie zu denunzieren (Kuhar/Paternotte 2017).

Mit der Zunahme rechter Geschlechterpolitiken einerseits, islamophober und femonationalistischer Haltungen anderseits und insgesamt zunehmend rassistischen und neoliberalen Vereinnahmungen feministischer Politiken ist im politischen Feld vermehrt unklar und gleichermaßen umkämpft, was unter Feminismus zu verstehen ist. So verdeutlicht z.B. die Instrumentalisierung sexualisierter Gewalt gegen Zuwanderung im Namen des Feminismus, dass Grenzziehungen nicht ganz einfach und bisweilen ambivalent sind.

Es gilt in diesem Zusammenhang nach Leerstellen im wissenschaftlichen Diskurs verschiedener Feminismen zu fragen, die Platz für entsprechende Vereinnahmungen lassen.

Die Vorträge der Ringvorlesung widmen sich diesen Spannungsfeldern aus interdisziplinären und europaweiten Perspektiven.

Die Ringvorlesung findet donnerstags von 18 bis 20 Uhr im Hörsaalgebäude Raum +2/0090 statt.
Die Gender Lecture am 16.05. findet im Audimax (Raum +2/0010) statt.
Die Vorlesung von Maja Sager am 23.05. im Hörsaal +1/0110.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder  bereits  in  der  Vergangenheit  durch  rassistische,  nationalistische,  antisemitische  oder  sonstige  menschenverachtende  Äußerungen  in  Erscheinung  getreten  sind,  den  Zutritt  zur  Veranstaltung  zu  verwehren oder von dieser auszuschließen.