25.09.2018 Zum Tode von Christian Habicht

Ein Nachruf

Im Alter von 92 Jahren ist vor wenigen Wochen der ehemalige Marburger Althistoriker Professor Dr. Christian Habicht verstorben.
Christian Habicht hatte von 1946-1952 Alte Geschichte, Klassische Philologie und Klassische Archäologie an der Universität Hamburg studiert. 1952 promovierte er mit einer Arbeit zu „Gottmenschentum und griechische Städte“, eine wegweisende Arbeit, deren 2. Auflage er 1970 folgen ließ. Nach einer Zeit als Reisestipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) 1954/55 habilitierte er sich 1957 mit einer epigraphischen Studie zu den samischen Volksbeschlüssen.

Stationen als Wissenschaftlicher Assistent (Hamburg) und als Referent für Alte Geschichte in der Außenstelle des DAI (Athen) folgte im Sommer 1961 der Ruf an die Philipps-Universität Marburg als Nachfolger von Fritz Taeger. In seine Marburger Zeit fallen der gezielte Ausbau des Forschungsschwerpunktes Epigraphik, aber auch der durch die stark angewachsenen bibliothekarischen Bestände und gestiegene Nutzer- und Mitarbeiterzahlen dringend notwendig gewordene Umzug des Seminars für Alte Geschichte in neue Räumlichkeiten in der Frankfurter Straße.

Nachdem er einen Ruf nach Bonn abgelehnt hatte, nahm er zum Sommersemester 1965 den an die  Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg an. Das Angebot einer Professur an der Universität Basel schlug er aus, ging dann jedoch 1973 an das Institute for Advanced Studies in Princeton und blieb dort über seine Emeritierung im Jahre 1998 hinaus.

Zahlreiche Preise wie der Reuchlin-Preis der Stadt Pforzheim oder der Criticos-Preis der Hellenic Society zeugen von einem reichhaltigen und international respektierten Oeuvre des Verstorbenen, der sich insbesondere der griechisch-hellenistischen Geschichte und der Epigraphik verpflichtet sah.

Mit Christian Habicht verlieren Fachbereich und Philipps-Universität einen herausragenden Wissenschaftler, der mit über 200 Veröffentlichungen wahrhaft Spuren in der deutschen wie internationalen Altertumswissenschaft hinterlassen hat. Unser herzliches Mitgefühl gilt seiner Familie.

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