17.10.2018 Die große Illusion

Neues Buch von Professor Conze über den Frieden von Versailles 1919 und die Neuordnung der Welt

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Dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Versuch der Pariser Konferenz 1919, eine friedliche internationale Ordnung zu schaffen, widmet sich das neue Buch des Marburger Historikers Eckart Conze. Nach über vier Jahren eines grauenhaften Massenvernichtungskriegs, wie ihn die Menschheit bis dahin noch nicht erlebt hatte, standen Sieger und Besiegte vor der Herausforderung, Frieden zu schließen. Gewaltige Erwartungen und große Hoffnungen hatten sich auf allen Seiten angesammelt – und sie wurden bitter enttäuscht. Der Frieden, der den Krieg für immer beenden sollte, er blieb eine große Illusion.

In seinem soeben erschienenen Buch analysiert Conze den Zusammenhang und die Dynamiken von Erwartung und Enttäuschung. Er begreift den Friedensschluss von 1919 als einen globalen Moment, dessen Wirkungen bis in die Gegenwart reichen. Das Panorama des Buchs reicht von den deutsch-französischen Beziehungen über die Rolle der USA und ihres Präsidenten Woodrow Wilson bis hin zu jenen antikolonialen und antiwestlichen Entwicklungen in China, Indien oder im Nahen Osten, die sich aus den Erfahrungen von 1919 speisten. Auch mit dem Untergang der Weimarer Republik und dem Aufstieg des Nationalsozialismus verbindet Conze den Frieden von Versailles, ohne allerdings den Weg vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg für zwangsläufig zu halten oder ihn gar allein aus „Versailles“ zu erklären.

Auf dem Blauen Sofa der Frankfurter Buchmesse, einer Veranstaltung von ZDF, Deutschlandfunk, 3sat und Bertelsmann, diskutierte Professor Conze u.a. mit Bundesverfassungsrichter a.D. Udo Di Fabio über das Buch.

 Weitere Informationen:

Eckart Conze: Die große Illusion. Versailles 1919 und die Neuordnung der Welt, München (Siedler-Verlag) 2018, 560 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Karten, 30 Euro.

 

 

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