08.10.2026 Bericht der 2. DaF-Netzwerk-Konferenz Lateinamerika
Kritische Perspektiven auf Didaktik und Professionalisierung: 2. Internationale DaF-Netzwerk-Konferenz Lateinamerika in São Paulo, Brasilien
Vom 1. bis 4. August 2026 kamen im Goethe-Institut São Paulo 85 Lehrkräfte, Studierende und (Nachwuchs-)Wissenschaftler:innen aus neun Ländern zur 2. Internationalen DaF-Netzwerk-Konferenz Lateinamerika zusammen.
Unter dem Titel „Kritische Perspektiven auf Didaktik und Professionalisierung in Deutsch als fremder bzw. weiterer Sprache“ bot die Konferenz ein breit gefächertes Programm zu aktuellen Fragen der Lehre, Forschung und Professionalisierung und schuf zugleich Raum für internationalen Austausch und Vernetzung.
Ausgerichtet wurde die Konferenz von der FSU Jena und der Philipps-Universität Marburg gemeinsam mit ihren Partneruniversitäten: der Universidade do Estado do Rio de Janeiro (UERJ, Brasilien), dem Instituto Superior de Educação Ivoti (ISEI, Brasilien), der Universidad Mayor Real y Pontificia San Francisco Xavier de Chuquisaca in Sucre (USFXCH, Bolivien) und der Universidad Nacional de Asunción (UNA, Paraguay) sowie den Fachbereichen für deutsche Sprache der Universidad de Talca (Chile), der Universidad Nacional de Córdoba (Argentinien) und der Universidad Pablo de Olavide (Sevilla, Spanien). Gefördert wurde die Konferenz über das GIP-Programm (Germanistische Institutspartnerschaft) des DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst).
Den Auftakt bildete der Plenarvortrag von Ivanete Sampaio (Universidade de São Paulo) zum Thema „Zwischen Unterrichtspraxis, Positionierung und Verantwortung: Dekoloniale Wege in der Ausbildung von Deutschlehrpersonen weltweit“. Das anschließende Workshopprogramm bot Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen in der Lehre und Forschung im Bereich Deutsch als Fremd- und weitere Sprache kennenzulernen, neue Impulse für die eigene Arbeit zu gewinnen und sich fachlich auszutauschen. Thematisch reichte das Spektrum von digitalen Lernplattformen wie Dhoch3 und dem Einsatz von KI über Dekoloniale Forschungsmethoden und die Pädagogik Paulo Freires bis hin zur Aktionsforschung und der Arbeit mit Korpora mithilfe von Sketch Engine. Darüber hinaus bot die Konferenz Raum für den Austausch über laufende Projekte und die Vernetzung der Teilnehmenden.
Ein besonderer Programmpunkt am zweiten Tag war die Präsentation von Forschungsarbeiten durch Nachwuchswissenschaftler*innen – von Bachelorstudierenden bis zu Doktorand*innen. Sie erhielten die Gelegenheit, ihre vielfältigen Forschungsvorhaben und -projekte vorzustellen und gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Nach weiteren Workshops fand dieser Teil der Konferenz mit einer gemeinsamen Veranstaltung seinen Abschluss.
Die folgenden beiden Tage standen im Zeichen der neun Arbeitsgruppen der GIP, die sich mit den Themen Mentoring, Künstliche Intelligenz, Literatur, Curriculum, Unterrichtsforschung, Kontrastive Linguistik, Mehrsprachigkeit sowie den Projekten FLinKUS (Forschendes Lernen zum Sprachsensiblen Fachunterricht in Kollaborativen Unterrichts- und Schulentwicklungsprozessen) und DEBÜT (Deutsch, Berufseinstieg, Übergang, Thüringen) auseinandersetzen. Die Mitglieder der AGs, die sich sonst überwiegend online austauschen, nutzten die Konferenz, um persönlich zusammenzukommen, bestehende Projekte weiterzuentwickeln und neue Ideen zu diskutieren. Darüber hinaus stellten die einzelnen Arbeitsgruppen ihre aktuellen Projekte vor und ermöglichten so dem gesamten Netzwerk einen Einblick in den jeweiligen Arbeitsstand.
Die Konferenz in São Paulo gab somit wichtige Impulse für die weitere Zusammenarbeit im Bereich Deutsch als Fremd- und weitere Sprache in Lateinamerika und stärkte zugleich die persönliche Vernetzung innerhalb des internationalen Netzwerks.
Unser herzlichster Dank gilt allen Referierenden, Moderierenden sowie allen Teilnehmenden, die mit ihrem Engagement zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.
Ebenfalls möchten wir dem gesamten Organisationsteam danken:
Stefan Baumbach (UFBA Salvador/DAAD)
Lydia Garski (FSU Jena)
Diana Feick (FSU Jena)
Renato Ferreira da Silva (Goethe-Institut São Paulo)
Louise Ibrügger (USP São Paulo)
Laura Köbis (FSU Jena)
Cristiane Krause Kilian (Instituto Ivoti)
Neo Lautenschläger (UMR Marburg)
Marthe Loos (FSU Jena)
Laura Roattino (UNC Córdoba)
Sabrina Schröder (FSU Jena)
Kathrin Siebold (UMR Marburg)
Roberta Stanke (UERJ Rio de Janeiro)
Dörthe Uphoff (USP São Paulo)
Vielen Dank für die wertvolle Unterstützung!