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Empirische Unterrichtsforschung an der Deutschen Schule in Sevilla 

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Im Rahmen des Projekts FLinKUS – Forschendes Lernen in kollaborativer Unterrichts- und Schulentwicklung – reisten in diesem Wintersemester 2024/25 Studierende des Seminars „Empirische Unterrichtsforschung“ (Dozentin: Prof. Kathrin Siebold) des Lehramts- und Masterstudiengangs Deutsch als Fremd- und Zweitsprache der Philipps-Universität Marburg zusammen mit Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena und zweier brasilianischer Partneruniversitäten an die Deutsche Schule nach Sevilla. Die Forschungsreise fand vom 30. März bis zum 12. April 2025 statt.

Im Zentrum des FLinKUS-Projekts, das 2022 aus einer Zusammenarbeit des Lehrstuhls für Didaktik und Methodik DaFZ und des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) der FSU Jena entstanden ist (Projektleitung: Stefan Baumbach), steht die forschungsbasierte Auseinandersetzung mit Unterrichts- und Schulentwicklung an Partnerschulen mit Deutschangebot außerhalb der amtlich deutschsprachigen Länder. Studierende lernen dabei Methoden der empirischen Unterrichtsforschung kennen und arbeiten aktiv an schulischen Entwicklungsprozessen mit. Seit diesem WiSe gehört auch die Arbeitsgruppe DaFZ der Philipps-Universität Marburg zum FLinKUS-Netzwerk. 

In diesem Jahr lag der Fokus des Forschungsseminars insbesondere auf der kollegialen Unterrichtsbeobachtung und der kontextspezifischen Materialentwicklung für fach- und sprachintegriertes Lernen. Der langjährige spanische Kooperationspartner im Projekt ist die Deutsche Schule Sevilla, an der die Gruppe wieder herzlich empfangen wurde. Die Studierenden hospitierten in verschiedenen Unterrichtsstunden, dokumentierten ihre Beobachtungen und tauschten sich mit Lehrkräften über unterrichtspraktische und forschungsrelevante Fragestellungen aus. Darüber hinaus führten einige Teilnehmende einen Workshop zur Ausbildung kulturreflexiver und interkultureller Handlungskompetenzen mit Schüler:innen der zwölften Klassen durch und die Dozierenden beteiligten sich aktiv mit Vorträgen und Workshops an einem Fortbildungswochenende des Andalusischen Germanistenverbands (AGA), das zeitgleich an der Deutschen Schule organisiert wurde. 

Ein weiterer Schwerpunkt der Reise war die Zusammenarbeit mit der Universidad Pablo de Olavide (UPO). In unterschiedlichen Formaten – darunter von den Studierenden vor Ort geplante gemeinsame Stadterkundungen, Lehraktivitäten sowie vorbereitete DaF-Unterrichtseinheiten – entstand ein offener und produktiver Austausch zwischen den Studierenden aus Sevilla und den Gästen aus Deutschland und Brasilien. 

Neben der intensiven inhaltlichen Arbeit eröffnete die Reise vielfältige Gelegenheiten für persönlichen Austausch und gemeinsames Erleben. U.a. bei einer Fahrradtour oder beim gemeinsamen Essen konnten die Teilnehmenden nicht nur Sevilla als Lern- und Lebensort entdecken, sondern auch den fachlichen Austausch in informeller Atmosphäre vertiefen. Diese Verknüpfung von Reflexion, Begegnung und Praxis zeigt, wie vielfältig und wirksam Forschendes Lernen im internationalen Kontext gestaltet werden kann.

Das FLinKUS-Projekt bietet Studierenden damit nicht nur die Möglichkeit, Forschungserfahrungen im schulischen Kontext zu sammeln, sondern fördert eine nachhaltige, kollaborative und kontextbewusste Entwicklung von Unterricht und Schule über Landesgrenzen hinweg. Ermöglicht wurde dieses Vorhaben u.a. durch die finanzielle Unterstützung des Jenaer Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZLB) und des Zentrums für Lehrkräftebildung (ZfL) der Universität Marburg.

Autor:innen: Karoline Schleyer & Stefan Baumbach & Kathrin Siebold

Fotos: Marcus Vinicius Souza Vieira & Stefan Baumbach & Kathrin Siebold

Bild 1: Annika Herrmann (Schulleitung DS Sevilla), Kathrin Siebold (Uni Marburg) und Michael Priesteroth (Profilbeauftragter der DS Sevilla) beim Schulrundgang mit den Studierenden.

Bild 2: Studierende bei der Betrachtung von Schüler:innenprojekten an der DS Sevilla. 

Bild 3: FLinKUS-Projektteam aus Lehrkräften der DS Sevilla und Studierenden aller Partneruniversitäten.

Bild 4: Schüler:innen der zwölften Klassen der DS Sevilla bei einem Workshop zum Thema Kulturreflexives Lernen  

Bild 5: Lehrkräfte der Deutschen Schule Sevilla, Studierende der Partneruniversitäten in Brasilien und das Projektteam beim Weiterbildungswochenende des Andalusischen Germanistenverbandes (AGA) an der DS Sevilla.

Bild 6: Elias Habs Aragaõ (Instituto Ivoti) und Marcus Vinicius Souza Vieira (UFSC) bei ihrem Vortrag zum Thema “200 Jahre deutschsprachige Einwanderung und Deutschlernen in Brasilien” an der UPO Sevilla.

Bild 7: Studierende der UPO Sevilla, der Uni Marburg und der Uni Jena an der Plaza de España

Bild 8: Gemeinsame Fahrradtour durch Sevilla mit Michael Priesterroth (DS Sevilla)