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Bericht II. Internationale Bildungskooperationstagung: Interaktion und Kompetenzerwerb in professionellen Lerngemeinschaften in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
Im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft „Kultur- und Sprachreflexivität in der internationalen Lehrer:innenbildung im Fach Deutsch als Fremdsprache“ (Marburg - Nijmegen - Poznań) brachte am 7. und 8. Juni 2024 die Tagung „Interaktion und Kompetenzerwerb in Professionellen Lerngemeinschaften in DaFZ“ zahlreiche internationale Wissenschaftler:innen, Lehrende und Nachwuchsforschende in Marburg zusammen. Im Fokus stand die Frage, wie Professionelle Lerngemeinschaften zur Weiterentwicklung von Kompetenzen in Forschung, Lehre und Praxis beitragen können.
Nach einer feierlichen Eröffnung von Prof. Dr. Kati Hannken-Illjes (Vizerektorin für Bildung, Philipps-Universität Marburg), Prof. Dr. Ulrike Dohmas (Studiendekaning Fb 09, Philipps-Universität Marburg) und der Projektleitung der Germanistischen Institutspartnerschaft Prof. Dr. Sylwia Adamczak-Krystofowicz (Adam-Mickiewicz-Universität, Poznań), Assoc. Prof. Dr. Sabine Jentges (Radbound-Universität, Nijmegen), Prof. Dr. Kathrin Siebold (Philipps-Universität Marburg) wurde im Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Hebatallah Fathy (DAAD, Leiterin des Referats für Germanistik, deutsche Sprache und Lektorenprogramm) die Bedeutung internationaler akademischer Mobilität für den Kompetenzgewinn hervorgehoben. Dabei wurden insbesondere Programme und Erfahrungen auf der Förderpraxis des DAAD vorgestellt.
Das vielfältige Tagungsprogramm umfasste zahlreiche Vorträge in parallel stattfindenden Sektionen, die sich u.a. mit der Professionalisierung von Lehrkräften, Kulturreflexivem Lernen sowie kooperativen und internationalen Lehr-Lern-Settings beschäftigten. Deutlich wurde dabei die zentrale Rolle von Zusammenarbeit und Austausch – sowohl innerhalb der Institutionen als auch über Ländergrenzen hinweg.
Nach einer Mittagspause wurde im Plenarvortrag von Prof. Dr. Camilla Badstübner Kizik „Professionelle Lerngemeinschaften in DaFZ – Wer lernt hier wo was warum und mit wem?“ das Konzept der Professionellen Lerngemeinschaft kritisch reflektiert und dessen Potenziale sowie Herausforderungen ausgelotet.
Auch die Postersession des wissenschaftlichen Nachwuchses stellte eine große Bereicherung für alle Teilnehmenden dar: Sie bot nicht nur spannende Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte – insbesondere zu Mehrsprachigkeit, literalen Kompetenzen oder auch digitaler Interaktion – sondern ermöglichte zugleich einen intensiven Austausch in einem übergreifenden, dialogischen Rahmen.
Das Programm der vorangegangenen Nachwuchstagung finden Sie hier.
Den ersten Tag ließen die Teilnehmenden anschließend bei einem gemeinsamen Abendessen in der Marburger Oberstadt in angenehmer Atmosphäre ausklingen.
Der zweite Tag der Tagung startete mit einem Plenarvortrag von Prof. Dr. Karen Schramm zum Thema „Von der Helikopter-DaF-Fortbildung zur Professionellen Lerngemeinschaft“ und widmete sich anschließend verstärkt den Fragen der interinstitutionellen Kooperation sowie der Reflexion und Autonomie von Lernprozessen. Beiträge zu Tandemkommunikation, Coaching-Dialogen und schulisch-universitären Kooperationen zeigten auf, wie nachhaltige Professionalisierung durch dialogische und kollaborative Formate unterstützt werden kann.
Im Abschlussvortrag „Gemeinsam(e) Sprache(n) finden: Zur Aushandlung von digitalen Interaktionsräumen“ betonte Prof. Dr. Sandra Ballweg die Bedeutung der gemeinsamen Aushandlung von Kommunikations- und Interaktionsräumen – insbesondere im digitalen Kontext.
Die Tagung endete mit einem Ausblick auf zukünftige Forschungs- und Kooperationsperspektiven.
Insgesamt wurde deutlich, dass Professionelle Lerngemeinschaften ein zentrales Instrument für die Weiterentwicklung von Lehre und Forschung im Bereich DaF/DaZ darstellen.
Begleitend zur Tagung waren auch mehrere Verlage mit eigenen Ständen vertreten, darunter der Hueber Verlag, der Ernst Klett Verlag sowie der Cornelsen Verlag. Sie präsentierten aktuelle Lehrwerke und neue Publikationen im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaFZ) und boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich umfassend über neuste Entwicklungen und Materialien zu informieren.
Wir bedanken uns recht herzlich beim DAAD sowie bei den Sponsoren (Hueber, Klett und Cornelsen) für die finanzielle Unterstützung, aber auch bei allen Vortragenden und Besucher*innen für den großartigen wissenschaftlichen Austausch!
Im Anschluss an die Tagung ist der Tagungsband "Internationale Bildungskooperation im Bereich Deutsch als Fremdsprache" entstanden, der im Open-Access-Format zugänglich ist. Der Band liefert eine Bestandsaufnahme der Erforschung internationaler Bildungskooperationen und -mobilitäten im Bereich DaF und greift dabei Untersuchungsgegenstände wie die Interaktionsgestaltung und die Aneignung kommunikativer und kulturreflexiver Kompetenzen, den reflektierten Medien- und Methodeneinsatz in Austauschbegegnungen sowie kultur-, sprach- und bildungspolitische Diskussionen auf.