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Dissertationsprojekte

Hanna Völker

Arbeitstitel: Die öffentliche Aushandlung von Eindeutigkeit in politischer Kommunikation

An öffentlich-politischen Sprachgebrauch wird häufig die Forderung nach präziser Formulierung gestellt. Diesem Primat der Eindeutigkeit gegenüber stehen Strategien einer intendierten Polysemie und Vagheit, die (parteistrategisch) zur Verfolgung politischer Ziele eingesetzt werden können (vgl. Reisigl 2020; vgl. Klein 2010). Eine dominante und brisante Debatte wie der bundesdeutsche Migrationsdiskurs seit 2015 eignet sich in besonderer Weise, diese Prozesse der Bedeutungsaushandlung unter sprachgebrauchsanalytischer Perspektive zu untersuchen. Im Fokus stehen dabei der strategische Einsatz von (Un-)Eindeutigkeit sowie die Aus- bzw. Verhandlung von Bedeutung. Ziel des Dissertationsprojektes mit dem Arbeitstitel „Die öffentliche Aushandlung von Eindeutigkeit in politischer Kommunikation“ ist es, Muster strategischer (Dis-)Ambiguierungen im Kontext öffentlich-politischer Sprachverwendung aufzuzeigen. Die Datengrundlage der Untersuchung bildet ein Korpus schriftlicher und mündlicher Texte, wobei die Integration mündlicher Daten einen Beitrag zum State of the Art diskurslinguistischer Methodik darstellt (vgl. Müller 2015; vgl. Spieß 2014).

 

Literatur

Klein, Josef (2010): Sprache und Macht. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 8/2010: Sprache, S. 7-13.
Müller, Marcus (2015): Sprachliches Rollenverhalten. Korpuspragmatische Studien zu divergenten Kontextualisierungen in Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Berlin/Boston: De Gruyter.
Reisigl, Martin (2020): Mit zweierlei Maß gemessen - Kalkulierte Ambivalenz in rechtspopulistischen Repräsentationen von Geschlechterverhältnissen. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 50, S. 203-229.
Spieß, Constanze (2014): Sprachstrukturelle Ebenen, linguistische Methoden und Perspektiven der Diskurslinguistik. In: Zeitschrift für Diskursforschung 2/2014, S. 184-203.