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Argumentation und die Herstellung von Geltung in Kind-Kind Kommunikation unter Vorschulkindern

Foto: Eva Maria Gauß

Wie und wann lernen Kinder, im Gespräch Positionen zu vertreten, um sich untereinander Geltung zu verschaffen und auch die Basis für Kooperation zu schaffen? Und wie kann man das Erlernen von Argumentationsfähigkeit in der Schuld und schon im Kindergarten unterstützen und fördern?

Seit 2015 ist ein Forschungsschwerpunkt der Sprechwissenschaft in Marburg die Argumentation von Vorschulkindern unter unterschiedlichen Gesichtspunkten. Durch das eigene Begründungshandeln zeigen Kinder unter anderem, dass sie einen möglichen Dissens erkennen und in der Lage sind, die Perspektive zu wechseln, um ihn gegebenenfalls zu bearbeiten. Sobald ich meine Handlung begründe, gehe ich davon aus, dass es bei meinem Gegenüber einer Begründung bedarf. Es gibt also einen potenziellen Dissens, dem ich durch meine Begründung entgegenwirken möchte oder einen aktuellen Dissens, den ich so bearbeiten möchte. Bereits ab ca. dem dritten Lebensjahr sind Kinder in der Lage, ihr Handeln zu begründen, um auf andere einzuwirken und einen strittigen Punkt zu bearbeiten. Damit verfügen Kinder schon sehr früh über ein kommunikatives Verfahren, das zugleich zentral ist für gesellschaftliche Teilhabe.

Der Schwerpunkt lässt sich in zwei Projekte unterteilen: Das Argumentieren von Vorschulkindern in Kind-Kind Interaktion (in Kooperation mit Prof. Dr. Ines Bose, Universität Halle-Wittenberg) und das Argumentieren in von Erwachsenen unterstützten Gesprächskreisen (in Kooperation mit Prof. Dr. Ines Bose und Dr. Stephanie Kurtenbach, Universität Halle-Wittenberg).

2019 fand in Marburg die Veranstaltung "Kinder geben gute Gründe" statt. Publikationen, die im Raumen des Forschungsprojektes entstanden sind, finden Sie im Folgenden.