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Promotion in der Sprechwissenschaft

Wer in der Sprechwissenschaft promovieren möchte, beschäftigt sich mit Themen der Mündlichkeit und Stimmlichkeit.

Laufende Promotionsprojekte (alphabetisch)

Gauß, Eva Maria - Arbeitstitel: "Körperkonzepte in der Sprechbildung für Schauspieler/innen"

Ausgehend von der philosophischen Anthropologie Helmuth Plessners werden empirisch (videografisch, qualitativ) Sprechbildungsansätze in der Ausbildung von Schauspieler/innen untersucht. Im Sprechen greifen körperliche und geistige Tätigkeiten ineinander, verschiedene Pädagogiken im Rahmen institutionalisierter Schauspielausbildung konkretisieren dazu Körperkonzepte sowie die kommunikative menschliche Grundsituation, um einen Zugriff auf das leibliche Lernen zu bieten. Die Arbeit hat zum Ziel, über eine Analyse der Praxis zur Theorie innerhalb der Sprechwissenschaft beizutragen.

Honegger, Sarah - Arbeitstitel: "Erzählen und Relevanzsetzung in der Schwangerenberatung"

Das Promotionsprojekt untersucht Erzählen und Relevanzsetzung in Gesprächen der Schwangerenberatung. Mittels der linguistischen Gesprächsanalyse werden videographierte Gespräche aus dem bereits bestehenden Korpus des Projektes "Verstehen, Relevanzsetzung und Wissen in Gesprächen der Schwangerenberatung und der Geburtshilfe" analysiert. Angesiedelt im Feld der Ärzt*innen-Patient*innen-Kommunikation, der narrativen Medizin sowie der Erzählforschung soll in der Forschungslücke angesetzt werden, die momentan im Feld der Gesprächsanalyse von Gesprächen in der Gynäkologie und Geburtshilfe vorliegt. Hierbei wird an eine Masterarbeit zum Thema Erzählen in der Schwangerenberatung angeschlossen. Das Promotionsprojekt soll die Beantwortung folgender Forschungsfragen ermöglichen: Welche Form hat Erzählen in Gesprächen der Schwangerenberatung? Welche Funktion erfüllt es in diesen Gesprächen für die Hochstufung oder Rückstufung von Relevanz?

Linke, Toni - Arbeitstitel: "Einfluss der Stimmqualität auf Podcasts in Lehr-Lernsituationen"

Die Stimme ist ein zentrales Instrument für Lehrende und durch moderne Medien auch losgelöst von der lehrenden Person in Lehr-Lernkontexten verfügbar. Dieses Promotionsprojekt widmet sich Podcasts in der Lehre und soll erheben, inwiefern die gehörte Stimmqualität sich zum einen auf das Verstehen von Lernenden in einem solchen Setting und zum anderen auf deren Annahme eines solchen digitalen Tools in der Lehre auswirkt.

Da die Lehrtätigkeit die Stimme von Lehrenden täglich belastet, sind diese überdurchschnittlich häufig von Stimmerkrankungen wie beispielsweise Heiserkeit betroffen. Die aktuelle Forschung legt den Fokus in diesem Feld primär auf die Folgen einer Stimmstörung für die Lehrenden, und nur rudimentär auf die Folgen für die Lernenden. Daher soll mit dieser Untersuchung diese Forschungslücke etwas gefüllt werden.

Aufbauend auf den Erkenntnissen bisheriger Studien werden dazu Podcasts zu konkreten Lehrinhalten mit unterschiedlichen Stimmqualitäten produziert, in der Lehr-Lern-Situation eingebettet und anschließend deren Inhalte von den Lernenden abgefragt werden.

Marx, Silke

[Beschreibung folgt]

Reichmann, Heinz-Jörg - Arbeitstitel: "Unterstützt der Einsatz visueller Mittel Argumentationsprozesse in der Bankberatung?"

Seit mehr als zwanzig Jahren wird der Einsatz visueller bzw. multimodaler Mittel und deren Stellenwert in Argumentationen und Argumentationsprozessen unter Argumentationstheoretiker/innen kontrovers diskutiert. Zu den bisher herausragenden Forschungsgebieten zählen die Werbung, Karikaturen und die Kommunikation in der Wissenschaft. Beratungsgespräche in der Finanzdienstleistungsbranche sind dabei weitestgehend unerforscht geblieben. In der persönlichen Interaktion zwischen den Akteur/innen einer Bankberatung werden verbale Argumentationen mitunter durch den Einsatz von Anschauungsmaterialien wie Graphiken, Schaubildern, Tabellen, Filmen, Broschüren oder sonstigen auch haptischen Medien ergänzt.

Mit Hilfe der Videografie von Kundenberatungsgesprächen in einer oder mehreren Sparkassen soll die Wirkung von visuellen Mitteln in Argumentationsprozessen analysiert werden. Gegebenenfalls wird dieses qualitative Forschungsmedium durch einen quantitativen Fragebogen, der sich an die Kunden und möglicherweise an die Kundenberatenden richtet, erweitert.

Völker, Ina - Arbeitstitel: "Themeninitiierung in der Schwangerenberatung"

Das Promotionsvorhaben "Themeninitiierung in der Schwangerenberatung" untersucht thematische Initiativen von Gesprächsbeteiligten in der Schwangerenberatung und setzt sich zum Ziel, die Formen und Funktionen dieser Themeninitiierungen zu beschreiben. Das Promotionsvorhaben ist innerhalb des Forschungsprojektes "Verstehen, Relevanzsetzung und Wissen in Gesprächen in der Schwangerenberatung und der Geburtshilfe" an der Philipps-Universität Marburg verankert. Auf Grundlage einschlägiger Untersuchungen aus dem Bereich der medizinischen Kommunikation, u.a. zu Patienteninitiativen (Bliesener 1982), Relevanzmarkierungen (Sator 2003) und Fragen in ärztlichen Gesprächen (Deppermann/Spranz-Fogasy 2011), werden die 37 Gespräche des Projektkorpus hinsichtlich zentraler Aspekte der Themeninitiierung untersucht. Methodisch folgt die Untersuchung der ethnomethodologischen Gesprächsanalyse. Folgende Fragestellung steht dabei im Fokus: Wer initiiert in den Gesprächen auf welche Weise welche Themen und markiert diese als wichtig bzw. weniger wichtig? Dieser Untersuchungsschwerpunkt verspricht zum einen wichtige Erkenntnisse in Bezug auf die interaktive Herstellung von Verstehen und Relevanz im Gespräch und ermöglicht zum anderen kommunikationspädagogische Rückschlüsse für die Praxis.