31.08.2022 Nachruf Prof. Dr. Manfred Haake

Mit großer Trauer haben wir die Nachricht vom Tod unseres geschätzten Kollegen, Herrn Prof. Dr. Manfred Haake, aufgenommen, der am 4. August im Alter von 85 Jahren in Marburg verstarb. Manfred Haake wurde am 8. März 1937 in Bochum geboren und nahm nach dem pharmazeutischen Vorexamen das Studium der Pharmazie in Marburg auf. Während der Ausbildung zum Apotheker lernte er auch seine spätere Frau Erika Haake (geborene Bona) kennen, mit der er vier Kinder hatte. Die Approbation als Apotheker erfolgte 1962. Interessierte man sich in den 1960er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für eine akademische Laufbahn, so war ein angeschlossenes Chemiestudium fast ein „muss“. So auch bei Manfred Haake, der nach seinem Chemiestudium an der Philipps-Universität Marburg seine Dissertation unter der Anleitung von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. H. Böhme am Institut für Pharmazeutische Chemie in Marburg anfertigte. Die nachfolgenden zwei Jahre verbrachte er an der renommierten Wayne-State-University Detroit, USA, im Arbeitskreis von Prof. Dr. C. R. Johnson. Diese Zeit als Postdoc sollte seine weitere wissenschaftliche Tätigkeit entscheidend prägen. Nach seiner Rückkehr aus den USA legte er 1970 zusätzlich zum Pharmazie- und Chemiestudium die Staatsprüfung als Lebensmittelchemiker ab, habilitierte sich 1971 mit einer Arbeit „Zur Chemie azaloger Sulfone“ und wurde in der Folge auf eine Professur in Marburg auf Lebenszeit berufen. Im Vordergrund seiner langjährigen Forschungsarbeiten standen Grundlagen- und Anwendungsaspekte, wie die Entwicklung neuer Stoffklassen und deren Potential als Bausteine für neue Wirkstoffe im Pharma- und Pflanzenschutzsektor. Hervorzuheben sind hierbei vor allem seine richtungsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet der Organoschwefelchemie sowie der Schwefel-Stickstoff-Heterozyklen, für die er 1996 von der Japan Society for Promotion of Science mit einem JSPS-Fellowship ausgezeichnet wurde. Seine Forschungsarbeiten wurden durch die DFG sowie von bedeutenden Pharmafirmen anerkannt und gefördert; aus den von ihm betreuten Dissertationen und Diplomarbeiten sind zahlreiche Veröffentlichungen in international angesehenen Fachzeitschriften sowie Patente hervorgegangen. Manfred Haake war ein sehr engagierter Hochschullehrer; seine Experimental­vorlesungen waren legendär. Generationen von Studierenden und Apothekern ist zudem das Lehrbuch „Schunack, Mayer, Haake – Arzneistoffe“ als Klassiker in guter Erinnerung. Darüber hinaus verfasste er als Autor zahlreiche Drehbücher für die Sendereihe „Studienprogramm Chemie“ des ZDF. 1980 lehrte er im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit einige Monate an Pharmazeutischen Hochschulen in Indonesien. Nach seiner offiziellen Entpflichtung als Hochschullehrer übernahm Herr Prof. Haake auf Bitte des Fachbereichs noch eine Zeit lang Lehrveranstaltungen in Pharmazeutischer Chemie, widmete sich dann aber immer mehr seinen anderen großen Passionen: seiner Familie mit den inzwischen elf Enkelkindern, dem Reisen und der lange von ihm vernachlässigten Malerei. Der Fachbereich Pharmazie der Philipps-Universität Marburg ist Manfred Haake zu großem Dank verpflichtet und wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau, seiner Familie und seinen Freunden.

Für den Fachbereich Pharmazie und im Namen der ehemaligen Arbeitskreismitglieder

Prof. Dr. Wibke Diederich

Prof. Dr. Michael Keusgen (Dekan)

Prof. Dr. Carsten Culmsee (Prodekan)

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