06.09.2022 HeFDI-Hochschule veröffentlicht umfangreichen Forschungsdatensatz aus Gesundheitsstudie zur Nachnutzung

HeFDI-Standort Frankfurt University of Applied Sciences stellt Daten aus über 40.000 Fragebögen aus der Panelstudie „Gesundheitsverhalten und Unfallgeschehen im Schulalter“ (GUS) in der Forschungsdateninfrastruktur des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe zur wissenschaftlichen Nachnutzung zur Verfügung.

Der Datenschatz ist gehoben! Im Projekt „Gesundheitsverhalten und Unfallgeschehen im Schulalter (GUS)“ erfasste das Forschungszentrum Demografischer Wandel (FZDW) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) in den Jahren 2014 bis 2020 Daten von rund 10.000 Schülerinnen und Schülern aus 14 Bundesländern. Diese wurden von der 5. Jahrgangsstufe bis zur 10. Jahrgangsstufe im jährlichen Abstand wiederholt von Interviewer*innen computergestützt befragt. Diese sogenannte Panelerhebung wurde von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gefördert, um Regelmäßigkeiten im Verletzungsgeschehen der Kinder und Jugendlichen zu untersuchen und deren Ursachen aufzudecken.

Im Fokus standen dabei alle Verletzungen, die sich im Schulsport, auf dem Schulhof, im Schulgebäude, auf dem Schulweg oder bei Schulveranstaltungen ereignet haben. Durch die wiederholte Befragung derselben Schüler*innen wurden langjährige Verletzungsbiografien erfasst. Daneben wurden über den gesamten Projektzeitraum gesundheitsrelevante Verhaltensweisen wie Sport, Ernährung und Risikoverhalten erhoben. Um den Ursachen von Verletzungen und problematischem Gesundheitsverhalten auf die Spur zu kommen, wurden zusätzlich eine ganze Reihe anderer Merkmale, bspw. zur Persönlichkeit, zur Freizeitgestaltung, zum familiären Umfeld und den schulischen Leistungen oder zur sozialen Situation der Schülerinnen und Schüler erhoben. Mit diesem umfangreichen Fragenprogramm lassen sich auch Fragestellungen jenseits der Verletzungs- und Gesundheitsforschung bearbeiten, bspw. aus der Psychologie, Pädagogik oder der Bildungssoziologie. „Wir haben uns schon während der Durchführung der Studie immer wieder gedacht: ‚Diese Daten sind für die Wissenschaft so wertvoll, da müssen wir mehr draus machen!‘“ erläutert Projektleiter Prof. Dr. Andreas Klocke.

Dank einer Projektförderung des Konsortium für Sozial-, Verhaltens-, Bildungs- und Wirtschaftswissenschaften (KonsortSWD) und dem großen Einsatz von Projektmitarbeiter Robert Lipp wurde dieses Vorhaben nun Realität. Lipp ist schon viele Jahre am FZDW beschäftigt und war bereits während der regulären Laufzeit von GUS für die Datenverarbeitung zuständig. Seit 2019 ist er zudem Referent für Forschungsdatenmanagement an der Frankfurt UAS. Die perfekte Passung also, um die Daten weiter aufzubereiten, qualitätsvoll zu dokumentieren und gemäß der guten wissenschaftlichen Praxis und der FAIR-Prinzipien auffindbar (findable), zugänglich (accessible), interoperabel (interoperable) und wiederverwendbar (reusable) zur Verfügung zu stellen. „Eine offene Wissenschaft war mir schon immer ein Anliegen, und ich bin sehr froh, dass wir hier ein umfassendes und mühelos nachnutzbares Datenprodukt geschaffen haben“, verdeutlicht Robert Lipp. Die Anonymität der Befragten wurde dabei selbstverständlich sichergestellt.

Wichtig für den Erfolg war zudem die gute Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi), welches mit GUS erstmals ein vollständig extern erzeugtes Datenprodukt in seine hochwertige Forschungsdateninfrastruktur aufgenommen hat (siehe Pressemeldung). Der Datensatz und die Dokumentationsmaterialien sind dort dauerhaft verfügbar und können nach Abschluss eines Datennutzungsvertrags mit dem LIfBi von interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kostenfrei für eigene Analysen verwendet werden.

Der Datensatz ist verfügbar unter https://doi.org/10.5157/GUS:SUF:1.0

Mehr zum Projekt Gesundheitsverhalten und Unfallgeschehen im Schulalter vom Forschungszentrum Demografischer Wandel an der Frankfurt UAS unter https://fzdw.de/projekte/gus/.

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