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Warum Unichor?

Singende Männer im Unichor
Foto: Stephan Tang

Der Universitätschor unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen Chören und stellt damit eine Einzigartigkeit in der Marburger Musikszene, aber auch überregional dar. Anders als die meisten Chöre unserer Größe (ca. 70 Personen) sind wir ein reiner A-cappella-Chor. Nur bei sehr wenigen Projekten waren Orchester oder Instrumentalensembles beteiligt.

Programm

Jedes Semester studieren wir ein völlig neues, anspruchsvolles Programm ernster Musik ein. Die Besonderheit des Unichores ist jedoch unser Wunsch, gute Musik längst vergessener Komponisten wieder zum Erklingen zu bringen. Das Standardrepertoire der großen Chorsinfonik wird von anderen Marburger Chören ausgiebig und auf hohem Niveau gepflegt und gehört daher nicht zu unseren Prioritäten.

So singen wir zwar auch Stücke berühmter Komponisten wie Bach, Brahms oder Debussy, jedoch hauptsächlich Werke, die sonst kaum bekannt sind und selten aufgeführt werden. Hierzu gehören besonders die Werke von Wilhelm Berger, dessen Totentanz wir im Wintersemester 2012 gemeinsam mit den Bachwochen Dill und den Frankfurter Sinfonikern das erste Mal seit seiner Uraufführung zu Gehör gebracht haben, und von Georg Schumann, die wir beide durch unseren ehemaligen langjährigen Chorleiter Wolfgang Schult kennengelernt haben.

Andere A-cappella-Höhepunkte der Unichor-Geschichte waren beispielsweise der Totentanz von Hugo Distler, die Messe für zwei Chöre a cappella von Frank Martin sowie Werke von Giacomo Meyerbeer und Ferdinand Thieriot. In etwas größeren Abständen wurden Werke für Chor und Orchester aufgeführt, wie die Messe in e-Moll von Anton Bruckner, The Dream of Gerontius von Edward Elgar, Der Totentanz von Wilhelm Berger, Ein Deutsches Requiem von Johannes Brahms oder selten aufgeführte chorsinfonische Werke von Strauss, Schönberg, Brahms und Elgar im Wintersemester 2016. Im Herbst 2016 erschien die erste CD des Unichors mit dem Titel »...wie liegt die Welt so schön!«.

Im Sommersemester 2018 haben wir das Stück »Stille Wasser Leben«, das der deutsche Komponist Thomas Emanuel Cornelius eigens für uns geschrieben hat, uraufgeführt.

Begegnung

Zentrales Anliegen des Unichores ist es, Studierenden aus allen Fachbereichen die Möglichkeit zu geben, gemeinsam ein vielfältiges Programm zu erarbeiten. Entsprechend ist der Chor rege Begegnungsstätte für Menschen aus der ganzen Welt, die an der Philipps-Universität studieren oder arbeiten. Partnerschaftlich verbunden ist der Unichor besonders der Chorale Universitaire de Poitiers, mit der es bereits mehrmals zu gegenseitigen Besuchen kam.

Spaß

Nicht nur das Musizieren, sondern auch das gesellige Beisammensein ist uns wichtig. Wir veranstalten jedes Semester eine Chorparty und eine Weihnachtsfeier im Wintersemester bzw. ein Sommerfest im Sommersemester und gehen gemeinsam nach jeder Probe zum Stammtisch in einer nahegelegenen Kneipe. Darüber hinaus treffen wir uns mehrmals im Sommersemester zum Singen und Grillen an der Lahn oder ziehen im Winter durch die Stadt und singen Adventslieder. Im Unichor dabei zu sein bedeutet eben auch: viel Spaß haben!

Leistung

Der Unichor hat auch einen pädagogischen Anspruch: Wer das (nicht besonders schwere) Vorsingen besteht und einige Semester mit Interesse die wechselnden, anspruchsvollen Programme mitsingt, lernt nicht nur Chorliteratur kennen, die sonst fast nirgendwo gesungen wird, sondern erwirbt ganz allgemein Kenntnisse, die sie oder ihn zum gefragten Mitwirkenden in nahezu jedem anderen Chor machen. Umgekehrt lernt man im Unichor in einer entspannten und kollegialen Atmosphäre Mitsingende kennen, die oft erhebliche Chorerfahrung und eine hochklassige musikalische Ausbildung aufweisen. Mittlerweile gibt es insgesamt über 1000 aktive und ehemalige Unichor-Sängerinnen und -Sänger, von denen viele in anderen, teilweise hoch angesehenen Chören und Vokalensembles singen oder gesungen haben. Wer länger aktiv engagiert im Unichor mitgesungen hat, beherrscht das Handwerk.