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Arbeitsbereich de Vries

Im Zentrum dieses Arbeitsbereichs steht die Soziologie sozialer Ordnungsbildung. Das Forschungsprogramm des Arbeitsbereichs fragt nach den kommunikativen Voraussetzungen, unter denen Ordnungsstrukturen entstehen, sich stabilisieren, vertraut werden und nach den Bedingungen ihrer Erosion. Der Arbeitsbereich bearbeitet dies in drei Forschungssträngen:

Der erste Forschungsstrang fokussiert die globale Ordnungsbildung. Die Emmy-Noether-Gruppe „Globale Verantwortung – Möglichkeiten und Grenzen globaler Ordnungsbildung“ ist das zentrale Vorhaben in diesem Forschungsstrang. Sie fragt danach, welche Funktion Verantwortung in der Strukturbildung globaler Ordnung übernimmt. Das Vorhaben behandelt die strukturellen Voraussetzungen von Verantwortung und ihrer normativen Anlehnungskontexte. In einer systemtheoretischen Perspektive wird untersucht, wie in globalen Ereignissen normative Anlehnungskontexte genutzt und dadurch normative Struktur zur Ausbildung globaler Ordnung (re)produziert werden.

Der zweite Forschungsstrang behandelt den Umgang des Staates mit dem verschwörungsideologischen Souveränismus. Auf der Grundlage einer systematischen Beobachtung des Verfahrens gegen die sogenannte Gruppe Reuß vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main steht die Frage im Zentrum, wie das Strafverfahren als kommunikative Form fungiert, in der sich die demokratische Ordnung selbst beobachtet und ihre Geltungsgrundlagen gegen alternative Souveränitätsbehauptungen verteidigt.