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Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2002 zum Studium der Religionswissenschaft



Orientierungsveranstaltungen

Montag, 08.04.2002, 9.00 Uhr c.t.
Orientierung für Studienanfänger/innen am Fachgebiet Religionswissenschaft
Seminarraum Religionswissenschaft, Landgraf-Philipp-Str. 4

Montag, 08.04.2002, 9.45 Uhr
Führung durch die Bibliothek Religionswissenschaft
Frau Anette Engeland (Bibliothekarin)

Montag, 08.04.2002, 10.00 Uhr c.t.
Allgemeine Vorbesprechung der Lehrveranstaltungen
Seminarraum Religionswissenschaft, Landgraf-Philipp-Str. 4

Mittwoch, 24.04.2002, 14 Uhr c.t.
Elektronische Kataloge und Datenbanken. Eine Einführung
Frau Renate Stegerhoff M.A. (Bibliothekarin)
Bibliothek der Religionswissenschaft

Mittwoch, 10.04.2002, 15.30 Uhr s.t.
Ein Gang durch die Religionskundliche Sammlung
Eine Führung durch Herrn Dr. Peter J. Bräunlein


Sprechstunde und Beratung

Haupt- und Nebenfach Religionswissenschaft

Prof. Dr. Michael Pye: Mittwoch, 11.00 - 12.30 Uhr
Dr. Peter J. Bräunlein: Sprechstunde nur nach Vereinbarung, Tel. (06421) 282-2480

Beratung im Rahmen der Lehrveranstaltungen

Die Kernveranstaltungen der Studiengänge Religionswissenschaft (HF und NF) haben eine fortlaufende
Beratungsfunktion. Vor der Prüfungsphase wird insbesondere auf die Lehrveranstaltung Forschungsinitiativen der
neueren Religionswissenschaft aufmerksam gemacht, die das bewährte Kolloquium für Magistranden und Promovenden einschließt.


Fachgebiet Religionswissenschaft

Übersicht der Lehrveranstaltungen im SS 2002

- Bitte beachten Sie, daß sich nach Redaktionsschluß des Gesamtverzeichnisses der Philipps-Universität Änderungen ergeben haben, gültig sind die nachstehenden Angaben bzw. die Aushänge im Fach -

 

Art Veranstaltungstitel Dozent Zeit Ort ETCS
  Grundstudium        
UE Ansätze der modernen Religionswissenschaft

Pye, Michael /Schrimpf, Monika

Mo 14  16

Seminarraum RW/
Landgraf-Philipp-Str. 4

TN 2
LN 3/4

PS

Neuere Fachliteratur in modernen Fremdsprachen: Schwerpunkt:

Religion und Konflikt

Pye, Michael Do 11  13

Seminarraum RW/
Landgraf-Philipp-Str. 4

TN 2
LN 3/4

  Grund- und Hauptstudium        
SE Masken und Maskenwesen im weltweiten Vergleich Baer, Gerhard

Blockveranst.
Sa 10  14

Kugelhaus Kugelgasse 10 LN 2/3
SE Religion in Verfall und Verwandlung. Vorbereitung zu einem buddhistisch-christlichen Symposion

Barth, Hans-Martin/
Martin, Marcel/
Pye, Michael

Do 16  18

Lahntor 3
AU 101

TN 2
LN 3/4

VL Geschichte des esoterischen (tantrischen) Buddhismus in Asien Herrmann-Pfandt, Adelheid Di 9 - 11

Seminarraum RW/
Landgraf-Philipp-Str. 4

TN 2
VL Daoismus. Eine Einführung Kleine, Christoph

Blockveranst.Einführung:
Fr 12.04.02
9 - 11

Seminarraum RW/
Landgraf-Philipp-Str. 4

TN 2

SE Märtyrertum in Religionen Klinkhammer, Gritt

Blockveranst.Einführung:
Mo 15.04.02
13  14 s.t.

Seminarraum RW/
Landgraf-Philipp-Str. 4

TN 2
LN 3/4

VL Neue Religionen Ostasiens einschließlich Japans Pye, Michael Mo 9  11
Be.: 20.05.02
(1 SWS)

Seminarraum RW/
Landgraf-Philipp-Str. 4

TN 2
SE Neue Religionen Japans Pye, Michael / Schrimpf, Monika Mo 11 13

Seminarraum RW/
Landgraf-Philipp-Str. 4

TN 2
LN 3/4

SE Die Religionen und Kulturen der Seidenstraße Wilkens, Jens Do 14 1 6

Seminarraum RW/
Landgraf-Philipp-Str. 4

TN 2
LN 3/4

  Hauptstudium        
SE Theorie und Methodik der Religionswissenschaft unter Berücksichtigung anderer Disziplinen. Mythologie Münzel, Mark Mo 14  16

Kugelhaus Kugelgasse 10

LN 2/3
SE Forschungsinitiativen der neueren Religionswissenschaft. Schwerpunktthema: Postsäkularisierung und Religionswandel Pye, Michael Fr 11 - 13

Seminarraum RW/
Landgraf-Philipp-Str. 4

TN 2

LN 3/4


Kommentare

Fachgebiet Religionswissenschaft


Pye, Michael / Schrimpf, Monika


UE
Mo 14  16
Seminarraum RW
Landgraf-Philipp-Str. 4
Beginn: 15.04.2002

Ansätze der modernen Religionswissenschaft

Als Einführung in die moderne Religionswissenschaft zielt die Übung darauf, Geschichte und Selbstverständnis des Faches in seiner historischen Entwicklung zu erarbeiten. Religionswissenschaftler und ihre Auseinandersetzung mit dem Fach, seinem Gegenstand und seinen Methoden sollen vorgestellt und diskutiert werden. Durch Referate und die gemeinsame Lektüre exemplarischer Texte zu herausragenden Positionen religionswissenschaftlicher Theoriebildung sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Auseinandersetzung mit theoretischen Fragen einüben und religionswissenschaftliche Urteilsfähigkeit gewinnen.

Zielgruppe: Das Proseminar gehört zu den Pflichtveranstaltungen für Haupt- und Nebenfachstudierende im Grundstudium, steht aber grundsätzlich allen interessierten Studierenden offen.

Einführende Literatur:

Axel Michaels (Hg.), Klassiker der Religionswissenschaft, München 1998;

Fritz Stolz, Grundzüge der Religionswissenschaft, Göttingen 19972 (1. Aufl. 1988);

Jacques Waardenburg, Religionen und Religion, Berlin/New York 1986.



Pye, Michael

PS
Do 11 - 13
Seminarraum RW
Landgraf-Philipp-Str. 4
Beginn: 11.04.2002

Neuere Fachliteratur in modernen Fremdsprachen:
Schwerpunkt: Religion und Konflikt

Diese regelmäßige Veranstaltung untersucht Schwerpunkte der religionswissenschaftlichen Forschung außerhalb des deutschsprachigen Raums. In diesem Semester wird der Blick nicht (wie von Zeit zu Zeit) auf eine bestimmte Sprachregion gerichtet, sondern vielmehr sollen Beiträge zu einem heute wie immer aktuellen Thema, Religion und Konflikt, aus verschiedenen Zeitschriften und Monographien neueren Datums außerhalb des deutschsprachigen Raums überprüft werden.

Leistungsnachweis:
Kenntnisse moderner Wissenschaftssprachen werden im Rahmen dieser Veranstaltung nachgewiesen (vgl. Studienordnung). Der Leistungsnachweis kann vor dem 3. Semester nicht erworben werden). Achtung: Die Zwischenprüfung im Haupt- und Nebenfach Religionswissenschaft wird im Rahmen dieser Lehrveranstaltung terminlich abgestimmt. Die Anmeldefristen sind zu beachten.

Zielgruppe:
Pflichtveranstaltung für Studierende der Religionswissenschaft im Haupt- und Nebenfach im 4. Semester (Idealablauf). Anderer Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind willkommen.

Literatur:

Beispiele der zu bearbeitenden Literatur werden in der ersten Stunde vorgestellt. Einen Überblick der neueren Zeitschriftenliteratur des Faches (mit Zusammenfassungen) gibt die in Marburg herausgegebene bibliographische Zeitschrift Science of Religion.
Mark Juergensmeyer: Terror in the Mind of God. The Global Rise of Religious Violence, Berkeley: University of California Press 20012 (1. Aufl. 2000).

 



Baer, Gerhard

SE (Blockveranstaltung)
Sa 10 - 14
Kugelhaus
Kugelgasse 10
Beginn: 22.06.01

Masken und Maskenwesen im weltweiten Vergleich

Masken sind Artefakte, die Gesicht, Kopf oder Körper des Trägers bedecken, verhüllen und ihn so unkenntlich machen; sie werden aber auch ohne Träger verwendet, d.h. aufgestellt oder aufgehängt.
Sie dienen dazu, menschliche oder (meist) außermenschliche, häufig mythisch begründete Maskenwesen inmitten der menschlichen Gemeinschaft erscheinen zu lassen. In der Literatur herrscht keine Einigkeit darüber, ob der Maskenträger das Maskenwesen verkörpert oder lediglich darstellt; Berichte belegen beide Vorstellungen. Die Maske weist über sich hinaus auf etwas Anderes (Ambivalenz und Paradox). Sie inszeniert den Umschlag, die Verwandlung von einer Kategorie zur anderen (Maskenträger/Lebender - Totengeist - Ahne; Mensch  Dämon - Gottheit; Sommer - Winter; Jahresende  Jahresanfang). Sie markiert einen Statuswandel, etwa bei Initiationsriten, Riten der Krankenheilung, des Totenkults, bei Opferhandlungen und Trance-Riten (Schamanismus). Vielerorts wird sie zur Durchführung religiöser und weltlicher Dramen verwendet (Antikes Griechenland, Rom; Tibet, Thailand, Bali, Japan, Mesoamerika, u.a.). Das Christentum wandte sich gegen den Gebrauch der Masken (lat. persona, larva) im Theater.

Die Anonymität der (männlichen) Maskenträger ermöglicht das Rügerecht (strafende Maske, Richter-Maske) und das Heischen der Maske. Oft setzen Maskenzeiten die den Alltag bestimmende Ordnung ausser Kraft. Weit verbreitet sind Mythen, die den ursprünglichen Besitz der Masken den Frauen zuschreiben.
Die frühesten Masken stammen aus dem Vorderen Orient (Hebron, Nahal Hemar), sie werden ins 7. Jahrt. v. Chr. datiert. Nach Cauvin zeigen sie den Beginn des sakralen Theaters im Mittelmeergebiet an.

Gedacht für: Alle Semester. Themenbereich: Sachthemen.


Literatur

Cauvin, Jacques: 1997 [Nouv. éd.], Naissancedesdivinités,naissancedel'agriculture : larévolutiondessymbolesauNéolithique. (Empreintes de l'homme) Paris : CNRS. 310 S.

Himmelheber, Hans:1979, MaskenundBeschneidung : ein Feldbericht über das Initiationslager der Knaben im Dorf Nyor Diaple der liberianischen Dan. (Maskenwesen in Westafrika, 2) Zürich : Museum Rietberg. 82 S.

Meuli, Karl 1975, Gesammelte Schriften (hrsg. v. Thomas Gelzer). Basel/Stuttgart : Schwabe & Co., Bd. 1: 69-133; insbes. Par. 1-8, Masken der Primitiven.

Napier, A. David 1986, Masks,transformation,andparadox. Berkeley [u.a.]: Univ. of California Press. xxvi, 282 S.

Pernet, Henry: 1988, Miragesdumasque. (Religions en perspective, 3) Genève : Labor et fides.
207 S.



Barth, Hans-Martin / Martin, Marcel / Pye, Michael

SE
Do 16  18
AU 101
Lahntor 3
Beginn: 11.04.2002

Religion in Verfall und Verwandlung.
Vorbereitung zu einem buddhistisch-christlichen Symposium

Diese Veranstaltung dient der weiteren Entwicklung der interdisziplinären Arbeit zwischen Evangelischer Theologie (Dogmatik, Praktische Theologie) und Religionswissenschaft, die insbesondere im Rahmen des 3. Rudolf-Otto-Symposions zum Thema Dialog zwischen Buddhismus und Christentum Früchte getragen hat. Für das Jahr 2003 ist ein weiteres Treffen mit Vertretern des Shin-Buddhismus aus Japan (Ôtani-Universität, Kyôto) geplant. Durch das Seminar werden interessierte Studierende der Theologie sowie der Religionswissenschaft in den Dialogprozeß mit einbezogen. Insbesondere soll die gegenwärtige Situation der herkömmlichen Religionen Europas und Japans zwischen institutionellem Verfall und innovativer Verwandlung untersucht und besprochen werden.

Leistungsnachweis:
Ein Leistungsnachweis kann im Fach Religionswissenschaft durch ein Referat mit schriftlicher Zusammenfassung erbracht werden.

Zielgruppe: Studierende der Theologie und der Religionswissenschaft in allen Semestern.

Literatur:
Zum Hintergrund: H.-M. Barth, E. Minoura and M. Pye, Buddhismus und Christentum. Jodo Shinshu und Evangelische Theologie. III. Internationales Rudolf-Otto Symposion am Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg in Zusammenarbeit mit der Otani-Universität Kyoto, Hamburg 2000. Literatur für die nächste Phase des Dialogs wird später bekannt gegeben.

 



Herrmann-Pfandt, Adelheid

VL
Di 9 - 11
Seminarraum RW
Landgraf-Philipp-Str. 4
Beginn: 09.04.2002

Geschichte des esoterischen (tantrischen) Buddhismus in Asien

In dieser Veranstaltung soll ein Überblick über die Hauptlehren und die Geschichte des esoterischen Buddhismus gegeben werden, der sich im Laufe des ersten nachchristlichen Jahrtausends als eine Sonderform des Mahayana in Indien entwickelte. Von dort breitete er sich im 7.-9. Jh. nach Zentral-, Ost- und Südostasien sowie im 8.-12. Jh. nach Tibet aus. Anstatt, wie in der bisherigen Forschung überwiegend geschehen, den Schwerpunkt der Betrachtung auf den Tantrismus einzelner Länder oder Kulturkreise (Indien, Japan, Tibet) zu legen, unternimmt es die Vorlesung, den esoterischen Buddhismus als ein gesamtasiatisches Phänomen zu würdigen. Die Veranstaltung ist für Anfänger und Fortgeschrittene der Religionswissenschaft, Asienwissenschaften und anderer Fächer geeignet. Bei Studierenden ohne Vorkenntnisse wird jedoch die Bereitschaft zur selbständigen Erarbeitung von Grundkenntnissen des Buddhismus vorausgesetzt.

Literatur:
Roger Goepper, Was versteht man unter Geheimem oder Esoterischem Buddhismus?, in: ders., Shingon: Die Kunst des Geheimen Buddhismus in Japan, Köln, 1988, 13-16;

David Snellgrove, Indo-Tibetan Buddhism: Indian Buddhists and Their Tibetan Successors, London, 1987, 117-304 und 381-526;

Peter Gäng, Tantrischer Buddhismus: Experimentelle Mystik  Radikale Sinnlichkeit, Berlin, 2001 (neueste Einführung in die Gesamtthematik aus indischen Originalquellen; zur Anschaffung empfohlen).


Kleine, Christoph

VL (Blockveranstaltung)
Einführung: 12.04.2002
9  11
Seminarraum RW
Landgraf-Philipp-Str. 4

Daoismus. Eine Einführung

Der Daoismus als uralte religiöse und philosophische Tradition Chinas ist überaus vielgestaltig und nur schwer einzugrenzen. In diesem Seminar sollen möglichst viele der mannigfachen Aspekte dieser Religion behandelt und miteinander in Bezug gesetzt werden. Im Einzelnen sollen z. B. die folgenden Themen besprochen werden: Die Philosophie der Großen Weisen Laozi und Zhuangzi; kosmologische und anthropologische Konzepte; die Begegnung des Daoismus mit dem Buddhismus: Konkurrenz und gegenseitige Beeinflussung; die Suche nach Unsterblichkeit durch Gymnastik, innere und äußere Alchemie, Sexualpraktiken, Atemübungen, Meditation, Drogengebrauch etc. als Heilskonzept; daoistisches Mönchswesen; messianische Bewegungen; das daoistische Pantheon usw. Die Veranstaltung ist als Blockseminar konzipiert. Die Termine werden in der Einführung am 12.04.2002 besprochen.

Mitarbeit: Referate und rege Diskussionsbeteiligung
Beschränkungen: keine.



Klinkhammer, Gritt

SE (Blockveranstaltung)
Einführung: Mo 12.04.2002
13  14 s.t.
Seminarraum RW
Landgraf-Philipp-Str. 4

Märtyrertum in Religionen

Kommentar lag zum angegebenen Termin nicht vor.


Pye, Michael

VL
Mo 9 - 11
Seminarraum RW
Landgraf-Philipp-Str. 4
Beginn: 20.05.2002

Neue Religionen Ostasiens einschließlich Japans

Grundmodelle von Religion sind trotz der gegenwärtigen politischen Unterschiede zwischen China, Korea, Vietnam und Japan in vieler Hinsicht verwandt. Die Vorlesung geht der Frage nach, wie Innovation im religiösen Bereich in den Ländern Ostasiens vom Volk getragen und von Führungskräften gesehen und unter Kontrolle gehalten wird. Nach einer grundlegenden Einführung werden konkrete Beispiele wie die Taiping-Bewegung und Falungong (China), Cao Dai (Vietnam), Won-Bulgyo (Won-Buddhismus) (Korea), und Risshô Kôseikai, Byakkôshinkôkai und Aum Shinrikyô (Japan) zur Sprache kommen. Die Vorlesung (1 SWS) verteilt sich über sieben Termine. Darüber hinaus wird auf das Seminar Neue Religionen Japans (Pye/Schrimpf (SE 2 SWS) hingewiesen.
Zielgruppe: offen

Leistungsnachweis: im Rahmen des Seminars Neue Religionen Japans möglich.


Pye, Michael / Schrimpf, Monika

SE
Mo 11 - 13
Seminarraum RW
Landgraf-Philipp-Str. 4
Beginn: 15.04.2002

Neue Religionen Japans

Die sogenannten Neuen Religionen und Neuen neuen Religionen prägen das Bild der religiösen Gegenwart in Japan maßgeblich. Das belegt sowohl die Vielfalt der Gruppierungen als auch deren hohe Mitgliederzahlen. Seit dem 1995 von Aum Shinrikyô verübten Giftgasanschlag sind neue religiöse Bewegungen und ihre rechtliche Stellung wieder Gegenstand einer lebhaften öffentlichen Diskussion. Die Veranstaltung zielt darauf, die Neuen Religionen Japans einerseits als geschichtliches und zeitgenössisches Phänomen kennenzulernen, andererseits einige Schwerpunkte in ihrer wissenschaftlichen Behandlung vorzustellen. Dem historischen Ansatz entsprechend werden die Entstehungsphasen Neuer Religionen, beginnend mit dem frühen 19. Jahrhundert, sowie einzelne Gruppierungen mit ihren Lehren und Praktiken behandelt. Daneben werden Forschungstendenzen diskutiert, die wie etwa Byron Earhart oder K.-P. Köpping unterschiedliche theoretische Ansätze oder aber verschiedene systematische Themen  etwa Magie, Heilung etc.  aufgreifen. Auf diese Weise soll ein wesentlicher Ausschnitt des gegenwärtigen religiösen Lebens in Japan beleuchtet werden.

Auf zwei verwandte Lehrveranstaltungen des Fachgebiets Religionswissenschaft wird hingewiesen: Neue Religionen Ostasiens einschließlich Japans (Pye VL 1 SWS) und Theorie und Methodik der Religionswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung anderer Disziplinen: Sozialwissenschaftliche Theorien über Entwicklung und Wandel der Religionen (Pye SE 2 SWS).

Voraussetzungen: Japanische Sprachkenntnisse werden nicht vorausgesetzt; die notwendige Terminologie wird den Bedürfnissen entsprechend eingebracht und erklärt. Die Zusammenarbeit zwischen Japanologen und Religionswissenschaftlern in der Erarbeitung eines Themas ist wünschenswert. Vorausgesetzt wird dagegen die Bereitschaft, sich auf eine religionswissenschaftliche Annäherung an das Thema einzulassen.

Zielgruppe: Die Veranstaltung steht sowohl Studenten der Religionswissenschaft als auch der Japanologie offen.

Referate: Voraussetzung für einen Leistungsnachweis ist die Übernahme und schriftliche Ausformulierung eines Referates. Die Referate behandeln einzelne Neue Religionen oder bestimmte Ansätze bzw. Fragestellungen der sie betreffenden Forschung.

Referenzliteratur:
Peter Clarke, Bibliography of Japanese New Religions with Annotations and an Introduction to Japanese New Religions at Home and Abroad, Richmond 1999; Byron Earhart, The New Religions of Japan: A Bibliography of Western-Language Materials, Ann Arbor 1983.

Einführende Literatur:

Inoue Nobutaka (Hg.), Recent Trends in the Study of Japanese New Religions. Contemporary Papers in Japanese Religion (2), Tokyo 1991; ders., New Religions: Contemporary Papers in Japanese Religion, Tokyo: 1991; ders., Kômoto Mitsugi, Shioya Masanori et al., Neureligionen: Stand ihrer Erforschung in Japan. Ein Handbuch, übers. v. Johannes Laube, (Studies in Oriental Religions 31, hg. v. W. Heissig und H.-J. Klimkeit), Wiesbaden 1995.


Wilkens, Jens

SE
Do 14 - 16
Seminarraum RW
Landgraf-Philipp-Str. 4
Beginn: 11.04.202

Die Religionen und Kulturen der Seidenstraße

Mit dem Begriff Seidenstraße wird i.a. ein komplexes Wegenetz beschrieben, welches in der Vergangenheit China mit den sogenannten Westlanden verband. Auf diesen Routen kam es einerseits zu einem regen Austausch von Handelswaren von Ost nach West, andererseits wurden diese Wege von buddhistischen, manichäischen und christlichen Missionaren zur Verbreitung ihrer Lehren sowie von buddhistischen Pilgern, die von China nach Indien auf dem Landweg reisen wollten, benutzt. Im Verlauf des Seminars sollen die Teilnehmer mit den wichtigsten Oasenstaaten des Gansu-Korridors (Dunhuang) und des Tarim-Beckens (Turfan, Kuc(a, Khotan) vertraut gemacht werden und die dort in vorislamischer Zeit verbreiteten religiösen Traditionen kennenlernen. Ferner sollen die an der Nord- und Südroute der Seidenstraße ansässigen Völker thematisiert werden, die für die Ausbildung der einzigartigen kulturellen Vielfalt an den Rändern der Taklamakan-Wüste prägend waren (Uiguren, Sogder, Tocharer, Khotansaken, Inder, Chinesen, Tanguten, Mongolen). Auch der abenteuerliche Wettlauf der preußischen, britischen, französischen, russischen und japanischen Expeditionen, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts um die archäologischen Schätze der Ruinenstädte einsetzte, soll ausführlich zur Sprache kommen.


Voraussetzungen:
Grundkenntnisse über Buddhismus und Manichäismus sind erwünscht, werden aber nicht unbedingt vorausgesetzt.

Zielgruppe:

Die Teilnahme ist offen, richtet sich jedoch hauptsächlich an Studierende der Religionswissenschaft.

Einführende Literatur:
Hans-Joachim Klimkeit: Die Seidenstraße. Handelsweg und Kulturbrücke zwischen Morgen- und Abendland (Köln 1988).



Münzel, Mark

SE
Mo 14  16
Kugelhaus
Kugelgasse 10
Mo 08.04.2002

Theorie und Methodik der Religionswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung anderer Disziplinen: Mythologie

Die Mythenforschung ist ein zentrales Thema der Religionsethnologie. Fast alle ethnologischen Ansätze wurden gerade auch am Beispiel der Mytheninterpretation durchgespielt.
In dem Seminar sollen verschiedene Mythentheorien vorgestellt und diskutiert werden.

Gedacht für: Alle Semester. Themenbereich: Theoriethemen.


Literatur:

Fuhrmann, Manfred (Hrsg.) 1971, Terror und Spiel: Probleme der Mythenrezeption. (Poetik und Hermeneutik. Arbeitsergebnisse einer Forschungsgrupe, 4) München: Wilhelm Fink. 732 S.

Kohl, Karl-Heinz (Hrsg.) 1992, Mythen im Kontext: Ethnologische Perspektiven. Frankfurt-Main/New York: Ed. Qumran im Campus Verlag. 164 S.

Malinowski, Bronislaw 1926,Myth in Primitive Psychology. London: Kegan Paul.


Pye, Michael

SE
Fr 11 - 13
Seminarraum RW
Landgraf-Philipp-Str. 4
Beginn: 12.04.2002

Forschungsinitiativen der neueren Religionswissenschaft. Schwerpunkt: Postsäkularisierung und Religionswandel

Dieses Seminar stellt die in der Studienordnung für das achte Semester vorgesehene Kernveranstaltung dar, in der unter anderem eventuelle Themen für Magisterarbeiten vorgestellt werden können (früher "Kolloquium für Magistranden und Promovenden").
Letztes Jahr wurde der Frage nachgegangen, inwieweit sich ein religionswissenschaftlich interessanter Bereich zwischen festen religiösen Institutionen und der bewußten Ablehnung von Religion identifizieren läßt. Dieses Jahr soll die Problematik weiter verfolgt werden, indem der

neuere Religionswandel, gerade vor dem Hintergrund vollzogener Säkularisierungsprozesse verschiedener Art, untersucht wird. Die Fragestellung hat eine interkulturelle Tragweite, die in den
Beiträgen berücksichtigt werden soll. In der Einleitung werden (i) die Frage der Übertragung des Säkularisierungsbegriffs auf Ostasien sowie (ii) das Problem der Bestimmung von Religiosität vor dem Hintergrund der Postsäkularisierung erörtert. Für Interessierte wird auf das thematisch verwandte Seminar Barth/Martin/Pye (SE 2 SWS) Religion in Verfall und Verwandlung. Vorbereitung zu einem buddhistisch-christlichen Symposion hingewiesen.

Leistungsnachweis: Der im 8. Semester erforderte Leistungsnachweis wird durch ein Referat mit schriftlicher Zusammenfassung erbracht.

Zielgruppe: Studierende der Religionswissenschaft im 8. Semester. Offen für andere Studierende ab dem 7. Semester.


Anerkennungen aus dem Fachgebiet Religionsgeschichte

  • 05 003 VL Neue Religionen. Flasche

    Mittwoch 11-13 Uhr HG 110 Beginn: 10.04.2002

  • 05 004 VL Islam in Deutschland Spuler-Stegemann

    Montag11-13 Uhr HG 207 Beginn: 8.04.2002

  • 05 005 SE Südamerikanisch-indigene Religionen unter feministischen und

    religionswissenschaftlichen Aspekten Chamorro

    Blockseminar: 3.-4.5.2002, 21.-22.6.2002

    Vorbesprechung: 12.04.2002 13.15 Uhr AU 304

  • 05 006 SE Mündliche Religionsforschung . Elsas

    Dienstag 18-20 Uhr AP 3 Beginn: 09.04.2002

  • 05 007 SE Die Bahai. Elsas

    Mittwoch 9-11 Uhr AU 112 Beginn: 10.04.2002

  • 05 008 SE Hermetik, Alchemie und Astrologie Elsas

    Dienstag 16-18 Uhr AP 3 Beginn: 9.04.2002

  • 05 009 SE Kirche und Moschee  lokale Konflikte und Lösungen. Elsas

    Dienstag 11-13 Uhr AU 304 Beginn: 9.04.2002

  • 05 010 SE Religiöse Sprache. Flasche

    Donnerstag 9-11 Uhr AU 304 Beginn: 11.04.2002

  • 05 011 SE Das Gottesbild im Streit zwischen

    Christentum und Islam Spuler-Stegemann/

    Steinacker

    Mittwoch 11-13 Uhr AU 112 Beginn: 10.04.2002

  • 05 012 OS Zu den Anfängen der Religionswissenschaft. Flasche

    Donnerstag 11-13 Uhr AU 304 Beginn: 11.04.2002

  • 05 013 KO Sozietät: Religionsforschung Elsas/Flasche/Pye u.a.

    Blockveranstaltung nach Vereinbarung

Sprechstunde:Prof. Dr. Rainer Flasche Freitag 10-11 Uhr AP 3

Ansonsten nach den Veranstaltungen und nach Vereinbarung

 

Zuletzt aktualisiert: 08.11.2005 · Czaja

 
 
 
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