Sommersemester 1995
Lehrveranstaltungen des FG Religionswissenschaft (FB 11)
Hermsen, Edmund
11 603 PS Ansätze der modernen Religionswissenschaft
Zeit/Ort: Mo. 16.00 - 18.00 Uhr / RW Beginn: 24.04.1995
Die Veranstaltung baut auf der Übung für Anfänger I auf. Besprochen
werden kürzere Texte, die sowohl in bekannte Tendenzen der
Religionswissenschaft als auch in charakteristische Stoffe einführen.
Die Übung soll eine erste Erfahrung mit religionswissenschaftlichem
Material als Basis für spätere Teilnahme an Seminaren
ermöglichen.
Mitarbeit: Regelmäßige Teilnahme und vorbereitende Lektüre
erforderlich; Kurzreferate.
Literatur:
Eine Literaturliste befindet sich im Institut (Liebigstr. 37) Zur
Orientierung: Jacques Waardenburg: Religionen und Religion, (De
Gruyter) Berlin 1986
Zielgruppe:
Studentinnen und Studenten der Religionswissenschaft im 1. oder 2.
Semester. Zum Abschluß des Grundstudiums in der Religionswissenschaft
erforderlich.
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Hermsen, Edmund
11 606 SE Aspekte der Mythenforschung
Zeit/Ort: Fr. 9.00 - 11.00 Uhr / RW Beginn: 21.04.95
Bis heute besitzen Mythen durch ihr komplexes Bedeutungs- und
Beziehungsgeflecht in den meisten Religionen und Kulturen eine
überragende Position. Nach den grundlegenden Mythosreflexionen in der
griechischen Antike, der Aufklärung und der Romantik sollen die
wichtigsten Aspekte der Mythenforschung anhand von Texten und
Beispielen des 19. und 20. Jahrhunderts erarbeitet werden. Auf der
Grundlage dieser Klassiker der Mythenrezeption werden noch neuere und
neueste Entwicklungen betrachtet. Zielvorstellung ist die Erarbeitung
einer eigenen Position in der theoretischen Umgangsweise mit Mythen
sowie die Anwendung in eigenen wissenschaftlichen Arbeiten.
Mitarbeit: kontinuierliche Textarbeit und Referate
Literatur: Karl Kerényi: Die Eröffnung des Zugangs zum Mythos. Ein
Lesebuch. Darmstadt 1976; Gerhard Schlatter: Streifzüge durch Tradition
und Gegenwart. München 1989.
Pye, Michael
VL 11 601 Mahayana-Buddhismus (s. auch Übung)
Zeit/Ort: Di 11.00 -12.00 Uhr / RW Beginn: 25.04.1995
Diese Vorlesung gibt Auskunft über die Entwicklung des Mahayana-Buddhismus von den Anfängen in Indien bis hin zu den frühen Chan-Meistern Chinas. Die wichtigsten Schriften, Lehrsysteme und Praktiken werden vorgestellt. Die Vorlesung beschränkt sich auf eine knapp gefaßte Darstellung der wichtigsten Informationen und Perspektiven. In der jeweils darauffolgenden Übung, an der die Hörer normalerweise auch teilnehmen sollten, wird auf einzelne Textabschnitte näher eingegangen.
Vgl. nächste Veranstaltungsangabe.
Literatur: Frauwallner, Erich: Die Philosophie des Buddhismus, Berlin (Akademie-Verlag) 1994
Williams, Paul: Mahayana Buddhism. The Doctrinal Foundations,
London (Routledge) 1989
Leistungsnachweis: s. Übung (unten)
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Pye, Michael
UE 11 602 Übung zur Vorlesung: Mahayana-Buddhismus
Zeit/Ort: Di. 12.00-13.00 Uhr / RW Beginn: 25.04.1995
Diese Übung ergänzt die Vorlesung zum Mah_y_na-Buddhismus mit
entsprechender Lektüre von Textauszügen in Übersetzung. Kenntnisse der
Ursprachen (Sanskrit und Chinesisch) werden nicht vorausgesetzt.
Andererseits wird die wichtigste buddhistische Terminologie in diesen
Sprachen herangezogen.
Mitarbeit: gegebenenfalls Referate, die bestimmte Textauszüge
zusammenfassend vorstellen.
Leistungsnachweis: Referat oder schriftliche Arbeit
Einschränkung: nur für Hörer der Vorlesung zum
Mahayana-Buddhismus
Literatur: eine detaillierte Bibliographie wird verteilt. Beispiele: Nobel, Johannes:
Suvarnaprabhasottama Sutra, Leiden (Brill) 1958
Conze, Edward: Buddhist Wisdom Books, London (Allen and Unwin)
1956
Pye, Michael
SE 11 604 Theorie und Methodik: Religionswissenschaftliche
Ansätze aus und zu Lateinamerika
Zeit/Ort: Do. 16.00 - 18.00 Uhr / RW Beginn: 27.04.1995
Im August 1995 findet der 5jährige Kongreß der Internationalen
Gesellschaft für Religionswissenschaft in Mexiko (und damit erstmals in
Lateinamerika) statt. Trotz der Faszination Lateinamerikas
(insbesondere für Ethnologen), und trotz der angeblichen Möglichkeit
moderner Kommunikation, sind die wissenschaftlichen Beziehungen,
besonders auf dem Gebiet der Religionswissenschaft noch sehr zögernd.
Dies hängt teilweise mit der unterschiedlichen wissenschaftlichen und
fachlichen Organisation zusammen. Ziel des Seminars ist, Arbeiten über
lateinamerikanische Religion, die dort und auch anderswo entstanden
sind, nach ihren methodologischen und theoretischen Perspektiven zu
überprüfen.
Mitarbeit: Referate
Voraussetzungen: Kenntnisse des Spanischen oder des Portugiesischen
sind sehr willkommen aber nicht Bedingung für die Teilnahme
Literatur: Die Zeitschrift: Religiones Latinoamericanas und dessen
Anuario Bibliografico
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Pye, Michael
SE 11 605 Japanische Religion und Gesellschaft
Zeit/Ort: Mo. 9.00 - 11.00 Uhr / JZ Beginn: 24.04.95
In den ersten Semesterwochen wird grundlegende Information über die Religion im modernen Japan vermittelt. Anschließend werden Referate über den Bezug von Religion zu verschiedenen Aspekten der modernen japanischen Gesellschaft gehalten, z. B. Erziehung, Familienleben, Industrie, Politik, Tourismus. Unter Umständen nimmt die Veranstaltung die Form einer zwei- oder dreiteiligen Blockveranstaltung an.
Bitte unbedingt an der ersten Veranstaltung teilnehmen.
Mitarbeit: Referate
Leistungsnachweis: schriftliches Referat (10 - 20 Seiten)
Empfehlung: Das Seminar ist für Studenten der Japanologie gedacht,
jedoch nicht auf sie beschränkt.
Literatur: Davis, Winston: Japanese Religion and Society,
New York 1992; Murakami, Shigeyoshi: Japanese Religion in the Modern Century,
Tokyo 1980; NHK Seronchosabu (Hrsg.) Nihonjin no shukyoishiki, Tokyo
1984
Pye, Michael
11607 KO Kolloquium für Magistranden und Promovenden mit
Schwerpunkt: Bibliographie als Gestaltungsmittel
Zeit/Ort: Do. 11.00 - 13.00 Uhr / RW Beginn: 27.04.95
Das Kolloquium dient der intensiven Besprechung von Methodik,
Inhalt, Vorgehensweise und Problemen bei dem Verfassen von Magister-
und Promotionsarbeiten. Es besteht Gelegenheit, vor einer kleinen
Gruppe Ideen und Ansätze der eigenen Arbeitsthemen darzulegen. In
diesem Semester soll insbesondere die Bedeutung der bibliographischen
Arbeit für die Gestaltung der fachlichen Perspektiven und damit auch
für die Erstellung von Einzelarbeiten untersucht werden.
Mitarbeit: Referate und regelmäßige Teilnahme
Zielgruppe: Studierende vor der Magisterarbeit, Promovenden
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Weitere für den Studiengang Religionswissenschaft anrechenbare
Lehrveranstaltungen, insbesondere des Fachgebiets Religionsgeschichte
(FB 05)
Elsas, Chr./Paulus, Chr./Vogt, M./Winzen, P. J.
BS 05 014 Fundamentalismus und Migration
Zeit/Ort: 10.30 Uhr / RS Beginn: 18.04.95 - 09./10.06.95
Der Zusammenhang von Migration und Fundamentalismus soll religionsgeschichtlich rekonstruiert, sozialwissenschaftlich im gegenwärtigen Kontext der BRD in seinen Funktionen hinterfragt und religionswissenschaftlich erfaßt werden.
Begriffliche Klärung 'Migration' und 'Fundamentalismus': methodische
Klärung religionswissenschaftlichen Arbeitens; Phänomenologische
Klärung anhand aktueller und kontrastiver Beispiele von 'Migration und
Religion', etwa anhand von bireligiösen Ehen, anhand des Islam im
bundesdeutschen Mediendiskurs oder anhand der psychosozialen Situation
von Flüchtlingen.
Mitarbeit: Mitwirkung an der Seminarplanung, Co-Moderation durch
Arbeitsgruppen
Literatur: wird während des 2. Vorbereitungstreffens bekannt
gegeben
Zielgruppe: Studierende der Religionsgeschichte/-wissenschaft, Theologie, Religionspädagogik
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Flasche, Rainer
SE 05 013 Seminar zur Einführung: Gerardus van der Leeuw's
Phänomenologie der Religion
Zeit/Ort: Do. 9.00 - 11.00 Uhr / AU 304 Beginn: 27.04.95
Anhand ausgewählter Kapitel soll in die Phänomenologie der Religion
van der Leeuw's eingeführt werden und mit jener eine kritische
Auseinandersetzung geführt werden.
benoteter Leistungsnachweis: Klausur am Ende des Semesters
Mitarbeit: regelmäßige Teilnahme, evtl. Übernahme von Kurzreferaten
zur Vertiefung der jeweils anstehenden Problematik.
Literatur: eine Kopiervorlage der zu besprechenden Paragraphen liegt Anfang des Sommersemesters im Sekretariat des Fachgebiets Religionsgeschichte aus
Zielgruppe: Studenten der Religionsgeschichte/-wissenschaft,
Theologie, Ethnologie im 1. - 4. Semester
Flasche, Rainer
SE 05 015 Leben und Lebenslegende von Religionsgründern
Zeit/Ort: Di. 9.00 - 11.00 Uhr / AU 112 Beginn: 25.04.95
Kennenlernen und Vergleich der Lebenslegende von Gründern großer
Religionen. Strukturanalytische Ausarbeitung und typologische
Vergleiche.
Bedingung für die Vergabe eines benoteten Leistungsnachweises:
Klausur am Ende des Semesters, regelmäßige Teilnehme und
Vorbereitung
Literatur: das zugrunde gelegte Textbuch ist zu Beginn des
Sommersemesters im Sektetariat der Religionsgeschichte zu
erwerben.
Zielgruppe: Studenten der Religionsgeschichte/-wissenschaft,
Theologie, Ethnologie, Religionspädagogik usw., möglichst nach der
Zwischenprüfung.
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Flasche, Rainer
SE 05 016 Religionsgeschichtliche Arbeitsgemeinschaft: Deutsche
Religionswissenschaft zwischen 1933 und 1945
Zeit/Ort: Do. 11.00 - 13.00 Uhr / AU 304 Beginn: 27.04.95
Intensive Diskussion und Auseinandersetzung mit den
religionswissenschaftlichen Ansätzen und Ausführungen jener Zeit.
Bearbeitet werden sollen die typischen Vertreter einer "arteigenen
Religionsforschung".
Bedingungen zur Vergabe eines benoteten Leistungsnachweises:
Vorlage einer Hausarbeit
Mitarbeit: selbständige Bearbeitung einzelner religionsgeschichtlicher oder -systematischer Entwürfe.
Arbeitsaufwand 6 Std. zur Vorbereitung
Koch, Carsten
UE 05 022 Die Religionswissenschaft bei Richard
Reitzenstein
Zeit/Ort: Fr. 9.00 - 11.00 Uhr / RG Beginn: 21.4.1995
Erarbeitung des religionswissenschaftlichen Ansatzes bei Richard
Reitzenstein anhand ausgewählter Texte; desweiteren soll der
religionswissenschaftliche Hintergrund und das
religionswissenschaftliche Umfeld Reitzensteins eingebracht
werden.
Mitarbeit: Übernahme von Referaten
Lektüre: C. Colpe: "Richard Reitzenstein", in: RGG 3, Bd 5, Sp. 951;
Karl Brümm: "Richard Reitzenstein", in: Supplement Dictionnaire de la
Bible, Bd 10, Sp. 200-210
Zielgruppe: Studierende der Religionsgeschichte/-wissenschaft,
Religionspädagogik, Theologie
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Mahlke, Reiner
SE 05 017 Afrikanisches Christentum: Religionswandel im südlichen Afrika.
Blockseminar mit Einzel- und Gruppenreferaten
Zeit/Ort: n. V. / RS Beginn: 18.04.95
Geschichte der Missionierung im südlichen Afrika - die Herausbildung
von AIC (African Independent/Indigenous Churches) als Reaktion auf die
christliche Mission - die verschiedenen Typen von AIC - die religiöse
und gesell-schaftliche Funktion von AIC - "Afrikanisierung" der großen
Kirchen? - religionswissenschaftliche Einordnungskriterien für AIC -
AIC als Herausforderung für die Theologie - Was ist
Religionswandel?
Bedingung für die Vergabe eines benoteten Leistungsnachweises:
schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit
Mitarbeit: regelmäßige Teilnahme, rege Mitarbeit
Literatur: wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben
Zielgruppe: Studenten der Religionswissenschaft/-geschichte,
Ethnologie, Theologie nach dem Grundstudium
Mahlke, Reiner
SE 05 018 Afroamerikanische Religion in Lateinamerika
Blockseminar mit Einzel- oder Gruppenreferaten
Zeit/Ort: n. V. / RS Beginn: 18.04.95
- Die größeren neuen Religionen in Lateinamerika (Schwerpunkt
Brasilien und Karibik) - "Afrikanischer Religionsimport". Wie sah er
aus und wie ist er einzuordnen? - Geschichte der Sklavenverschleppung
aus Afrika - Neue Religionen oder Kulte? - Volkskatholizismus als
religiöser Hintergrund - Was ist eine Neue Religion?
Bedingung für die Vergabe eines benoteten Leistungsnachweises:
schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit
Mitarbeit: regelmäßige Teilnehme, rege Mitarbeit;
Englisch-kenntnisse erwünscht
Literatur: wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben
Zielgruppe: Studenten der Religionswissenschaft/-geschichte,
Ethnologie, Theologie nach dem Grundstudium
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Ouertani, Mustafa
SE 05 019 Zur sozialen Frage in Islam und Christentum
Zeit/Ort: Mo. 18.00 - 20.00 Uhr / HG 104 Beginn: 24.04.95
Zusammenhänge zwischen Religion und Gesellschaftspolitik herausarbeiten. Vergleich christlicher und islamischer sozialethischer Ansätze. Im Seminar sollen Motivationsgründe, Werke, Ideen und Auswirkung historischer Persönlichkeiten nachgezeichnet werden.
Christliche und islamische Refomer des 19. und 20. Jahrhunderts
sowie gesellschaftliche, wirtschaftliche und religiöse Stukturen des
19. und 20. Jahrhunders sind als Themenbereiche vorgesehen.
Mitarbeit: regelmäßige Teilnahme. Bearbeitung der vorgegebenen
Texte. Anfertigung von Referat oder Hausarbeit.
Literatur: Helga Grebing (Hrsg.): Geschichte der sozialen Ideen in
Deutschland. Günter Olzog Verlag, München/Wien 1969; Gernot Rotter
(Hrsg.): Die Welten des Islam. 29 Vorschläge, das Unvertraute zu
verstehen. Fischer TB-Verlag, Frankfurt/M, 1993.
Zielgruppe:Studenten der Religionsgeschichte/-wissenschaft,
Religionspädagogik, Theologie und Studierende anderer Fachrichtungen
nach dem Grundstudium
Schmitz, Bertram
05 020 SE Der Hinduismus - Epochen und Aspekte I
Zeit/Ort: Di 14.00 -16.00 Uhr / RS Beginn: 25.04.1995
In diesem Seminar sollen Grundkenntnisse über die verschiedenen
Epochen des Hinduismus von seinen frühsten erforschbaren Anfängen bis
zur Gegenwart vermittelt werden. Dabei soll der Hinduimus neben den
religiösen Aspekten auch in seinem kulturellen, philosophischen,
politischen, sozialen und psychologischen Umfeld verstanden werden.
Themenbereiche: vorliterarische Geschichte, vedische Religion,
religiöse Vorstellungen in den altindischen Epen, der "klassische"
Hinduismus, hinduistische Philosophie und Gesellschaftsstrukturen,
religiöse Architektur ... - Hinduismus in der Gegenwart.
Mitarbeit: Bereitschaft zur aktiven Teilnahme und zur Übernahme von
eigenen Beiträgen.
Leistungsnachweis: Seminararbeit oder schriftlich ausgearbeitetes
Referat.
Zielgruppe: Studierende der Theologie, Religionswissenschaft und
-geschichte.
Literatur: Gonda, Jan: Die Religionen Indiens, Stuttgart, Bd.I: Veda und der ältere Hinduismus (1978²), Bd.II: Der jüngere Hinduismus (1963); Schneider, Ulrich: Einführung in den Hinduismus, Darmstadt 1989
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Spuler-Stegemann, Ursula
05 010 VL Wesen und Vielgestalt der Schia
Zeit/Ort: Mo 11.00 - 13.00 Uhr / HG 207 Beginn: 24.04.1995
Sowohl Überblick als auch Vertiefung; quellenorientiert, unter Berücksichtigung forschungsorientierter Aspekte.
Geschichte der Schia. Pflichtenlehre und Leidenstheologie im
Vergleich mit dem sunnitischen Islam. Das Passionsspiel. Die Rolle der
Geistlichkeit und die Mollahkratie im gegenwärtigen Iran. Die Fünfer-
und Siebener-Schia. Extrem-schiitische Gruppen (ghulât) wie die
Nusairier.
Bedingung für die Vergabe eines benoteten Leistungsnachweises:
Zweistündige Semesterabschlußklausur für qualifizierten Schein.
Mitarbeit: Mitbestimmung der Schwerpunktsetzung in der ersten Vorlesung. Gesprächsmöglichkeiten begleitend zu der Vorlesung.
Literatur: Halm, Heinz: Die Schia. Darmstadt 1988; Ders.: Der schiitische Islam. Von der Religion zur Revolution. München 1994 (Beck. R. 1047); Ende, Werner: Der schiitische Islam. In: Der Islam in der Gegenwart, München 1984 (3. Aufl. 1991), S. 70-90.
Zielgruppe: Studierende der Religionsgeschichte/-wissenschaft,
Theologie und Ethnologie.
Süss, Joachim
05 021 SE Neo-Sannyasin in Deutschland
Zeit/Ort: Fr 11.00 - 13.00 Uhr / RS Beginn: 21.04.1995
Das Seminar soll in die spezifischen Vorstellungs- und Handlungsstrukturen dieser Gemeinschaft einführen und damit exemplarisch zum Verständnis das Phänomens neuer Religionen in Deutschland beitragen.
Themenbereiche: Meister-Schüler-Beziehung; Heilsvorstellung und
Wirklichkeitsdeutung; Entwicklungsgeschichte. In der
Neo-Sannyas-Bewegung ergänzen sich traditionelle indische
Meditationstechniken und Therapieformen der Humanistischen
Psychologie.
Mitarbeit: regelmäßige Teilnahme. Übernahme von Referaten oder
Hausarbeiten
Literatur: Fritz-Reinhold Huth: Das Selbstverständnis des Bhagwan
Shree Rajneesh in seinen Reden über Jesus, Frankfurt/M. 1993; Joachim
Süss: Zur Erleuchtung unterwegs - Neo-Sannyasin in Deutschland und ihre
Religion, Berlin 1994; die Fachgebietsbibliothek der
Religionsgeschichte enthält eine umfangreiche Sammlung von
Primärquellen.
Zielgruppe: Studenten der Religionsgeschichte/-wissenschaft,
Theologie, Ethnologie nach dem Grundstudium
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Weitere interessante Lehrveranstaltungen
Barth, Hans-Martin (Systematische Theologie)
05 105 VL mit Kolloq. Der christliche Glaube im Kontext
nichtchristlicher Religionen
Zeit/Ort: Mo. Do. 11.00 - 13.00 Uhr / HG 7 Beginn: 20.04.1995
Die Begegnung mit nichtchristlichen Religionen wird in den nächsten Jahren zunehmend wichtiger werden. Sie stellt zahlreiche Rückfragen an die christliche Dogmatik. Ausgehend von deren Grundaussagen sollen jeweils vergleichbar erscheinende Aussagen nichtchristlicher Religionen präsentiert, diskutiert und, soweit möglich, für ein vertieftes Verständnis des christlichen Glaubens fruchtbar gemacht werden.
Themenbereiche: "Glaube" - "Offenbarung" - "Heilige Schrift" nach christlichem Verständnis - im Gegenüber zu jüdischen, muslimischen, hinduistischen und buddhistischen Auffassungen.
Die Vorlesung schließt mit der Erörterung des sog.
"Absolutheitsanspruches des Christentums". Sie wird im WS 1995/96
fortgesetzt, kann aber auch als selbstständige Einheit (Prolegomena)
gehört werden.
Mitarbeit: Vorlesung mit Diskussionsphasen und gelegentlicher
Textarbeit; ggf. religionswissenschaftliche Gastbeiträge; Angebot einer
Probeklausur.
Zielgruppe: Theologiestudierende aller Semester; insbesondere auch
LehramtsstudentInnen; religionsgeschichtlich/religiös interessierte
Studierende aller Fachbereiche.
Literatur: Helmuth von Glasenapp: Die fünf Weltreligionen, München
1994 (= Heyne TB 1990), S. 13-141, 364-410; Wilfried Joest: Dogmatik Bd
I, Die Wirklichkeit Gottes, Göttingen 1984 (UTB 1336), S. 13-111.
Münzel, Mark (Ethnologie)
UE Trickster und Clown, tölpelhafter Kulturheros und heiliger
Narr: Zur Ethnologie des Ambivalenten (in Zusammenarbeit mit Ulrike
Ziegler)
Zeit/Ort: Mo 14.00 - 16.00 Uhr / KH (Kugelhaus) Beginn:
24.04.95
Überschäumende Lebensfreude und schmerzhafte Erfahrungen kennzeichnen seine wechselhafte Gefühlswelt; ebenso selbstzerstörerisch wie kreativ beschreibt sich sein Wirken. Seine tierhafte Gestalt mit menschlichen Zügen ist bizarr und krisengeschüttelt. Sein ambivalenter Charakter vereint drei Rollen in einer Person: göttlicher Kulturheros, listenreicher Schelm und triebhafter Tölpel.
Die Rede ist vom Trickster. In vielerei Gestalt geistert er durch
die Mythen. In der Übung sollen einige dieser unordentlichen Gestalten
verschiedener Kulturen vorgestellt werden, wie auch Versuche ihrer
wissenschaftstheoretischen Einordnung.
Literatur: Koepping, Klaus-Peter: Trickster, Schelm, Pikaro: Sozialanthropologische Ansätze zur Problematik der Zweideutigkeit von Symbolsystemen, In: Kölner Zeitschr.f.Soziologie und Sozialpsychologie. Opladen: Sonderheft 26, 1984, S. 195-215;
Radin, P./Kerenyi, K./Jung, C.G.: Ein indianischer Mythenzyklus,
Zürich 1995.
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Ritz-Müller, Ute (Ethnologie)
SE Kontaktritualisierung
Zeit/Ort: Fr. 11.00 - 13.00 Uhr / KH Beginn: 28.04.95
Beziehungen zwischen Eigengruppen und Fremden werden weltweit als gefährlich, ja verunreinigend empfunden. Daraus folgt, daß mit Kontakten Personen (Spezialisten) autorisiert werden, die über entspechende Abwehrkräfte verfügen, so daß sie nicht Schaden nehmen. Ein weiterer Sicherungsmechanismus besteht darin, daß Regelformen der Kontaktnahme ritualisiert verlaufen. Typische Formen, die Gegenstand des Seminars bilden sollen, sind Handelsbeziehungen, diplomatische Kontakte und Kommunikation mit Jenseitsmächten.
In neuerer Zeit kommt es mehr und mehr zu irregulären Kontakten
(Kolonialismus, Krieg, Arbeitsmigration), die entsprechend als um so
bedrohlicher empfunden werden.
Schmidt, Bettina (Ethnologie)
SE Religion als Schauspiel
Zeit/Ort: Di 14.00 - 16.00 Uhr / KH Beginn: 25.04.95
Den Zuschauern wird bei der Beobachtung von religiösen Festen nicht nur ein farbenprächtiges Spektakel geboten, sondern, wie Victor Turner festgestellt hat, "gerade durch den Prozeß der Darstellung wird das, was normalerweise hermetisch in den Tiefen des soziokulturellen Lebens verschlossen, der Alltagsbeobachtung und dem Verstand nicht zugänglich ist, ans Licht befördert ..." (Turner 1989: 17)
In diesem Seminar geht es um die Anwendungsmöglichkeiten einer neuen
ethnologischen Methode. Im Verlauf des Semesters soll versucht werden,
sich der Frage, ob in der Betrachtung von Religion als Schauspiel ein
neuer Weg, ein anderer Zugang zu fremden Religionen liegt, von
verschiedenen Perspektiven zu nähern.
Literatur: Turner, Victor: Vom Ritual zum Theater: der Ernst des
menschlichen Spiels (From ritual to theatre; dt.), Frankfurt/M./NY: Ed.
Qumran im Campus Verlag 1989.
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Köhle-Heinzinger, Christel (Europäische Ethnologie)
SE Heiraten - Studien zur Geschlechterforschung
Zeit/Ort: Di 18.00 - 20.00 Uhr / Biegenstr.9 Beginn: 18.04.95
Im Fach Volkskunde, auch innerhalb der Marburger Europäischen
Ethnologie, bildet das Thema "Heirat" einen wichtigen Schwerpunkt im
Kontext der Kultur-und Sozialgeschichte, aber auch der
Frauengeschichte, der Familiengeschichte. Das Seminar geht von diesen
Ansätzen ebenso aus, wie von jenen der Brauchforschung. "Hochzeit", vor
allem in bäuerlich-traditionalen Welten ein hoch bedeutsamer
Brauchkomplex, gibt Einblicke in reichen Symbolgehalt traditionalen
Denkens und Handelns. Hochzeit ist hier jedoch nur der Einstieg: es
geht um 'Heiraten' (vornehmlich) heute, als aktiver Prozeß, als
(scheinbar) freie Entscheidung; um die Ausgestaltung der 'Heirat', um
ihre Formen und Wirkungen - und damit um einen zentralen Bereich, auch
heute noch (oder wieder?) im Prozeß der "Codierung der
Geschlechter".
Literatur: Eine Literaturliste liegt zu Beginn des Semesters
vor.
Steiner, Roland (Indologie)
SE Einführung in das indische Denken
Zeit/Ort: Mo 11.00 - 13.00 Uhr / WR F 112 Beginn: 24.04.95
Ziel dieser Veranstaltung ist nicht, im Rahmen einer Philosophiegeschichte einen kursorischen Überblick "die indische Philosophie" zu geben, sondern anhand ausgewählter Probleme in verschiedene Weisen "indischen Philosophierens" einzuführen. Dabei sollen auch die hermeneutischen Voraussetzungen für ein philologisches und philosophisches Verständnis indischer Texte und ihrer Vermittlung erörtert werden.
Praktisch wird dies so aussehen, daß einige ausgewählte Abschnitte verschiedener indischer Texte in Übersetzungen (vornehmlich Englisch und Deutsch, ggf. auch Französisch) gelesen und ausführlich besprochen werden sollen. Im Vordergrund wird die vertiefte Behandlung einzelner charakteristischer philosophischer Probleme in ihrem historischen Kontext stehen, wobei abstrakte Generalisierungen, wie sie in der bisherigen "Comparative Philosophy" üblich sind, nach Kräften vermieden werden sollen.
Kenntnisse in indischen Sprachen werden nicht vorausgesetzt.
