Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Wintersemester 98/99
zum Studium der
Religionswissenschaft
Gemeinsame Ringvorlesung
Elsas/Flasche/Greschat/Kraatz/Pye/Rudolph/Spuler-Stegemann11 601 VL Einführung in die Welt der Religionen
(gemeinsame Veranstaltung der Fachgebiete Religionsgeschichte/Religionswissenschaft)
Zeit/Ort: Montag, 9 - 11 Uhr, HG 115 Beginn: 26.10.98
Zielsetzung: Die Vergegenwärtungung der religiösen Pluralität
In teils zeitlich, teils geographisch gegliederter Abfolge werden sieben Marburger ReligionswissenschaftlerInnen in jeweils zwei Doppelvorlesungen Religionen oder Religionsbereiche ihres speziellen Interesses vorstellen, einige auch mit Bildmaterial. Ein Semesterplan wird zu Beginn der Vorlesung verteilt. So vermittelt die Vorlesung einerseits grundlegende religionsgeschichtliche Informationen und läßt andererseits unterschiedliche methodische Zugänge religionshistorischen Arbeitens erkennen.
Mitarbeit: regelmäßige Teilnahme
Literatur: Die fünf großen Weltreligionen. Hg. E. Brunner-Traut. (Freiburg: 1974) (Herderbücherei 488). - Die Religionen der Menschheit in Vergangenheit und Gegenwart. Hg. F. Heiler/K. Goldammer. Stuttgart: 1980. - F. Spiegelberg: Die lebenden Weltreligionen. (FfM: 1977). Suhrkamp TB / Wissenschaft 1305. - Handbuch der Religionsgeschichte. Hg. P. Asmussen, J. Laessoe, i. Verb. m. C. Colpe, Bd. 1 - 3. Göttingen: 1971 - 1975.
Zielgruppe: Studierende der Religionsgeschichte, Religionswissenschaft in jüngeren Semestern und alle an Religionsgeschichte interessierten Studierenden.
Lehrveranstaltungen des FG Religionswissenschaft (FB 11)
Elsas, Christoph/Pye, Michael11 605 SE Ausgewählte Texte von besonderer religionswissenschaftlicher
Bedeutung: (II) westliche Texte
Zeit/Ort: Montag, 16 - 18 Uhr, RW Beginn: 26.10.98
Besprechung klassischer "westlicher" Quellentexte. Unter "westlichen" Texten wird eine breite Streuung schriftlicher Zeugnisse aus Kulturen des Nahen Ostens über Ägypten, Europa bis Amerika verstanden. Den führenden religiösen Traditionen Judentum, Christentum und Islam wird innerhalb dieses Diskurses eine besondere aber nicht ausschließliche Aufmerksamkeit und Behandlung zuteil. Die Übung soll religionsgeschichtliche Grundkenntnisse vermitteln und eine Grundlage für die spätere religionswissenschaftliche Arbeit darstellen.
Mitarbeit: regelmäßige Textlektüre und Referate
(Leistungsnachweis)
Literatur: wird in der 1. Sitzung bekanntgegeben
Zielgruppe: Studierende im 1. u. 2. Semester (siehe Seite 4:
Kernveranstaltungen)
Haußig, Hans-Michael
11 607 SE Probleme und Fragestellungen des Judentums nach dem
Holocaust
Zeit/Ort: Mittwoch, 11 - 13 Uhr, RS Beginn: 21.10.98
Zwei zentrale historische Ereignisse bestimmen das Schicksal des jüdischen Volkes im 20. Jahrhundert: der Holocaust (die Shoah) und die Gründung des Staates Israel. Beide stellen für das religiöse Denken des Judentums eine Herausforderung dar, auf die unterschiedliche Antworten gefunden wurden. Wie in anderen Religionen bot darüber hinaus auch im Judentum die Geschlechterfrage den Anlaß zu einer Überprüfung und Neubewertung traditioneller Postitionen (Jüdischer Feminismus). Ferner bildete das Verhältnis zu anderen Religionen einen Gegenstand der Diskussion. Die Übung will sich der Lektüre und Auswertung einiger zentraler Texte zu den genannten Fragestellungen widmen.
Literatur: COHEN, Arthur A. and MENDES-FLOHR, Paul (eds.): Contemporary Jewish Religious Thought. Original essays on critical concepts, movements, and beliefs. New York/London 1988
11 606 SE Geschlechtsspezifische Rollen und ihre Vorbilder in den Religionen
Zeit/Ort: Mittwoch, 11 -13 Uhr, RW Beginn: 21.10.1998
Priester und Schamanin, Nonne, Yogin oder Medizinfrau - an repräsentativen Beispielen aus verschiedenen Religionen wollen wir der geschlechtsspezifischen Dimension unterschiedlicher religiöser Rollen nachgehen und herausfinden, mit welchen Begründungen oder aufgrund welcher - z. B. göttlicher - Vorbildgestalten einzelne Rollen bevorzugt dem männlichen, dem weiblichen oder beiden Geschlechtern gleichermaßen zugeordnet werden. Ein besonderes Augenmerk soll der Frage gelten, welche Wechselwirkungen zwischen dem Geschlecht religiöser Funktionsträger/innen und ihrer Vorbildgottheiten auf der einen und der geschlechtsspezifischen Identitätsbildung der Mitglieder der betreffenden Gesellschaft auf der anderen Seite festzustellen sind.
Mitarbeit: regelmäßige Teilnahme und ggfs. Übernahme eines Referates
Leistungsnachweis: schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit (Abgabe bis Weihnachten erwünscht, bis 2 Wochen vor Semesterende erforderlich)
Literatur: Karen Jo Torjesen, Als Frauen noch Priesterinnen waren: Frauen im frühen und im aufsteigenden Christentum, Frankfurt am Main, 1995. - Isaline Blew Horner, Women Under Primitive Buddhism: Laywomen and Almswomen, London, 1930, Nachdr. Delhi, 1990. - Adelheid Herrmann-Pfandt, "Wo sind die Töchter der Kali? Auswirkungen von Göttinbildern auf den religiösen Status von Frauen in Christentum, Hinduismus und Buddhismus", Die Rolle des Weiblichen in der indischen und buddhistischen Religionsgeschichte, hg. Manfred Hutter, Graz, 1998, 86-119.
Zielgruppe: Studierende der Religionswissenschaft, Theologie, Indologie, Japanologie u. a. außereuropäischer Sprachen und Kulturen, Soziologie, Pädagogik, Ethnologie
11 602 SE Themen der vergleichenden Religionswissenschaft: Schamanismus
Zeit/Ort: Dienstag, 11 - 13 Uhr, RW Beginn: 27.10.98
"Schamanismus" (oder "Schamanentum") bezog sich einst auf religiöse Komplexe vor allem sibirischer Völker, jedoch ist der Begriff inzwischen auf vergleichbare Phänomene in fast allen Regionen der Welt übertragen worden. Das Seminar hat drei Ziele. Erstens sollen sowohl fachgeschichtlich bedeutsame als auch neuere Arbeiten zum sibirischen Schamanismus besprochen werden. Zweitens soll anhand von Beispielen aus anderen Weltteilen (Lateinamerika, Südostasien, Afrika) durch einen vergleichenden Vorgang die Frage erörtert werden, wieweit es sinnvoll ist, den Begriff allgemeiner anzuwenden. Drittens könnte insbesondere auf die geschichtlich komplizierten Verwandlungen des (mit Nordasien verwandten) Schamanismus Koreas und Japans eingegangen werden. Es ist mit Herrn Privatdozenten Rainer Mahlke vereinbart worden, daß wenigstens der einleitende Teil gemeinsam mit seiner Lehrveranstaltung (vgl. Kommentar) durchgeführt wird. Über die weitere Koordination werden wir dann mit den Teilnehmern entscheiden.
Zielgruppe: Studierende höherer Semester (erfüllt Pflichtforderung für Studierende der Religionswissenschaft im 4. bzw. 6. Semester)
Literatur zum Einstieg: Hans Findeisen, Schamanentum (Stuttgart, Urbanbücher 1957) (möglichst nicht die von anderer Hand überarbeitete Neuausgabe), Mircea Eliade, Schamanismus und archaische Ekstasetechnik (Frankfurt, Suhrkamp 1975).
11 603 KO Kolloquium für Magistranden und Promovenden
Schwerpunktthema: Religionswissenschaftliche Feldforschung
Zeit/Ort: Donnerstag, 11 - 13, RW Beginn: 22.10.98
Das Kolloquium dient der intensiven Besprechung von Methodik, Inhalt, Vorgehensweise und Problemen bei dem Verfassen von Magister- und Promotionsarbeiten. Es besteht Gelegenheit, vor einer kleinen Gruppe Ideen und Ansätze der eigenen Arbeitsthemen darzulegen. Erfahrungsgemäß werden die zur Verfügung stehenden Stunden vorwiegend für diese Zwecke in Anspruch genommen. Trotzdem soll in diesem Semester das Auge nach Möglichkeit auf praktische und theoretische Fragen der Feldforschung gerichtet werden, insbesondere mit Blick auf die Erfahrungen und Bedürfnisse der Teilnehmer.
Literatur (zum Auftakt): Kopiervorlage in der RW eines Aufsatzes des Dozenten: "Philology and fieldwork in the study of Japanese religion", in: Tyloch, Witold (Ed.): Studies on Religions in the Context of Social Sciences. Methodological and Theoretical Relations, Warsaw 1990, S. 146-159.
Zielgruppe: Studierende vor der Magisterarbeit, Promovenden
Pye, Michael
11 604 UE Zentrale Texte des Shin-Buddhismus (2) Tannishô
Zeit/Ort: Montag, 11 - 13 Uhr, RW Beginn: 26.10.98
Diese Übung ist der Lektüre eines sehr bekannten, kurzen Textes des Jôdo Shinshû (Shin-Buddhismus) gewidmet, nämlich des Tannishô . Das Werk enthält prägnante Sprüche des Shinran Shônin (Gründer des Jôdo Shinshû, 1173-1262), die von einem Schüler aufgezeichnet und zur Richtigstellung von Mißverständnissen der Lehre wiedergegeben wurden. Zugrunde gelegt wird die Ausgabe von R. Fujiwara in der Ryukoku Translation Series, die den japanischen Text, den selben Text in lateinischer Umschrift und eine annotierte englische Übersetzung enthält. Diese Veranstaltung dient unter anderem der Vorbereitung des Rudolf-Otto-Symposiums im SS 1999 (Mai), bei dem (durch die Vermittlung des Fachgebiets Religionswissenschaft) Vertreter des Shin-Buddhismus (Jôdo Shinshû) und der Evangelischen Theologie sich begegnen werden. Daher wird einerseits auf Teilnehmer ohne Japanisch-Kenntnisse Rücksicht genommen, und andererseits werden deutsche Übersetzungen dieses Textes kritisch durchgesehen.
Literatur: der oben genannte Text und deutsche Übersetzungen von Ikeyama und von Okochi und Otte (vgl. eine sich jetzt in Vorbereitung befindende Bibliographie über Shinshû).
Voraussetzungen: Japanisch-Kenntnisse erwünscht, Englisch-Kenntnisse unentbehrlich; Allgemeine Kenntnisse des Mahayana-Buddhismus werden vorausgesetzt.
Zielgruppe: Studierende der Religionswissenschaft, der Japanologie und der Theologie
Lehrveranstaltungen des FG Religionsgeschichte (FB 05)
Elsas, Christoph
05 008 VL Religionsgeschichte der Griechen und Römer
Zeit/Ort: Mittwoch, 11 - 13 Uhr, HG 110 Beginn: 21.10.98
Zielsetzung des Lehrenden: Überblick über Geschichte, Besonderheiten und Bedeutung der Religionen der Griechen und Römer im Rahmen des religiösen Erbes Europas.
Vorgesehene Themenbereiche: Von der Erforschung der Anfänge im Rahmen der Kulturen der Indoeuropäer und der alten Mittelmeerkulturen bis zur Darstellung von Ausgang und Nachwirken der Antike.
Leistungsnachweis: Vorlesungsklausur oder mündliche Prüfung
Literatur: MUTH, R: Einführung in die griechische und römische Religion. Darmstadt 1988
Zielgruppe: an europäischer Religionsgeschichte Interessierte
05 011 SE Gnosis und Weltfrömmigkeit - antik und modern
Zeit/Ort: Montag, 14 - 16 Uhr, AU 304 Beginn: 26.10.98
Zielsetzung: Einführung in die Diskussion um zwei Ausdrucksformen menschlichen Selbstgefühls: Einordnung in die Harmonie des Ganzen oder aber Distanzierung kraft "geistiger Erkenntnis". Vorgesehene Themenbereiche: Texte gnostischer Revolte und Argumentationen ihrer heidnischen und monotheistischen Gegner sowie deren Aufnahme in der Diskussion in der Gegenwart.
Mitarbeit: Vorbereitung anhand von Texten, Übernahme von Kurzreferaten
Leistungsnachweis: schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit
Literatur: für die erste Sitzung zu lesen: SLOTERDIJK, P.: Die wahre Irrlehre. Über die Weltreligion der Weltlosigkeit wo Nag Hammadi liegt. ebd. 17 - 27. SLOTERDIJK, P./MACHO, Th.H. (Hg.): Weltrevolution der Seele. Ein Lese- und Arbeitsbuch der Gnosis von der Spätantike bis zur Gegenwart. 2 Bd. Gütersloh 1991
Zielgruppe: alle geistesgeschichtlich Interessierten
05 013 SE Interreligiöse Dialogprozesse in Deutschland
Zeit/Ort: Mittwoch, 9 - 11 Uhr, RS Beginn: 21.10.98
Zielsetzung ist das Kennenlernen von Grundpositionen und Problemstellungen in den offiziellen Dialogen, Erkennen der Interessen und der Relevanz von Traditionalität und Modernisierung in der Begegnung. Vorgesehene Themenbereiche: Offizieller Dialog zwischen Religionsvertretern und Alltagsdialogformen angesichts der kulturellen Dimension der Religionszugehörigkeit am Beispiel von Muslimen aus der Türkei.
Mitarbeit: Vorbereitung anhand von und Referate zu wissenschaftlichen Texten, Medienbereichterstattung und Interviews
Leistungsnachweis: schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit
Literatur: Dialog der Religionen 1/1991: Durchbrüche, Ereignisse, Probleme, Perspektiven der interreligiösen Begegnung; Ch. Elsas, Ausländerarbeit, Stuttgart 1982
Zielgruppe: Studierende der Theologie, Religionswissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung
05 014 SE Neue Religionen
Zeit/Ort: Donnerstag, 9 - 11 Uhr/AU 304 Beginn: 22.10.98
Zielsetzung: Die Entstehungsgeschichte, Gestaltwerdung und der Habitus von Neuen Religionen soll untersucht und dargestellt werden. Themenbereiche sind: Neue Religionen des 19. und 20. Jahrhunderts. Die einzelnen Religionen werden in der ersten Sitzung festgelegt.
Mitarbeit: Übernahme eines Referates, Nacharbeitung anderer Referate, Mittragen der Diskussion über die religionensystematische Einordnung von Neuen Religionen
Leistungsnachweis: schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit
Zielgruppe: Studierende der Religionsgeschichte, Religionswissenschaft, Theologie, Völkerkunde, Religionspädagogik. Voraussetzung ist ein religionsgeschichtlich/ religionswissenschaftliches Proseminar
05 010 SE Zur Einführung: Die Religionsphänomenologie van der Leeuw's
Zeit/Ort: Dienstag, 9 - 11 Uhr/AU 304 Beginn: 27.10.98
Es soll sich kritisch mit dem wissenschaftstheoretischen Ansatz der Religionsphänomenologie von der Leeuw's auseinandergesetzt werden und die Möglichkeiten einer wissenschaftlichen Religionsphänomenologie erörtert werden. Themenbereiche sind: ausgewählte Paragraphen aus der "Phänomenologie der Religionen".
Mitarbeit: gegebenenfalls Übernahme von Referaten
Leistungsnachweis: Klausur
Literatur: Kopiervorlagen liegen im Seminar für Religionsgeschichte aus
Zielgruppe: Studierende der Religionsgeschichte, Religionswissenschaft, Völkerkunde, Religionspädagogik, Theologie
05 016 OS Joachim Wach als Religionswissenschaftler
Zeit/Ort: Dienstag, 11 - 13 Uhr/AU 204 Beginn: 27.10.98
Zielsetzung ist das Kennenlernen und die kritische Auseinandersetzung mit der religionswissenschaftlichen Position Wach's und deren Wandel. Vorgesehene Themenbereiche: Ausschnitte aus Büchern und Aufsätze von J. Wach zur systematischen Religionswissenschaft.
Mitarbeit: Übernahme von Referaten zum "wissenschaftsgeschichtlichen Hintergrund" Wach's, regelmäßige Teilnahme
Literatur: FLASCHE, Rainer: Die Religionswissenschaft Joachim Wach's. Berlin 1978.
Zielgruppe: Studierende der Religionsgeschichte, Religionswissenschaft und Völkerkunde im höheren Semester mit guten religionswissenschaftlichen Vorkenntnissen
05 015 SE Blockseminar: `Heiler' und' Schamanen' in ethnischen Religionen und als Zeitphänomene
Zeit/Ort: 1. Sitzung: Dienstag, 27.10.98, 11 - 15 Uhr, RW
Der erste Teil des Blockseminars wird zusammen mit dem Seminar von Prof. Michael Pye (FG Religionswissenschaft, Nr. 11 602) durchgeführt.
Zielsetzung: 1. Kennenlernen der wissenschaftlichen und geographischen Einordnung der religionswissenschaftlichen Begriffe Schamane und Heiler. 2. Analyse der Bezugnahme von: `Schamanen' und `Heiler' im Deutschland der Gegenwart auf diese Tradition.
Themenbereiche: Grundlegende Literatur über Schamanismus, Schamanen und Heiler in Sibirien, Nord- und Südamerika, Afrika und Ozeanien an typischen Beispielen, Auftreten und Traditionsbezug von `Schamanen' und `Heilern' in Deutschland.
Mitarbeit: Referat oder Gruppenarbeit
Leistungsnachweis: schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit
Literatur: Lexikalischer Überblick `Schamanen' und `Heiler'. Grundlegende Literatur wird in der ersten Sitzung genannt
Zielgruppe: Studierende der Theologie, Religionspädagogik, Religionswissenschaft und Ethnologie
05 009 VL Muhammad und der Koran
Zeit/Ort: Montag, 11 - 13 Uhr, HG 207 Beginn: 26.10.98
Zielsetzung ist das Kennenlernen der zentralen Glaubensdokumente des Islam: Koran und Aussagen des Propheten Muhammad (Hadithe) sowie deren kritische Analyse. Vorgesehene Themenbereiche: Biographie Muhammads; biblische Stoffe im Koran und deren Rezeption; Entstehen und Entwicklung der isalmischen Theologie.
Mitarbeit: regelmäßige Teilnahme und Lektüre der angegebenen Literatur
Leistungsnachweis: Semesterabschlußklausur
Literatur: Lektüre von "Der Koran" übers. von Adel Theodor Khoury, Gütersloh 1992, 2. Aufl. Ausführliche Literaturliste liegt zu Semesteranfang vor
Zielgruppe: Studierende der Religionsgeschichte, Religionswissenschaft,Theologie und Völkerkunde
Weitere anrechenbare Veranstaltungen aus verschiedenen Fachgebieten
Bangert, Eckhard (Fachgebiet Indologie)
11 311 SE Die buddhistischen Schulen: Sarvastivadins, Sautrantikas und Vasubandhus Abhidharmakosabhasya
Zeit/Ort: Mittwoch, 9 - 11, WR F 112
Die Veranstaltung dieses Semesters ist als Fortsetzung der im Sommer begonnenen Beschäftigung mit den H_nayana-Schulen zu verstehen. Im Vordergrund soll eine Analyse von Vasubandhus Abhidharmakosabhasya stehen, weil dieses Werk als die bekannteste systematische Darstellung der Sarvastivada-Lehren gilt, dessen Autor allerdings vielerorts mit kritischem Abstand zur Sarvastivada-Orthodoxie bzw. hier und da vom Sautrantika-Standpunkt aus sein Werk verfaßt hat (benötigtes Material wird kopiert). Für Teilnehmer an dieser Veranstaltung sind keine Kenntnisse der für die Buddhismuskunde wichtigen Primärsprachen erforderlich.
Mitarbeit: Referate
Literatur: BAREAU, André: Les sectes bouddhiques du petit véhicule. Paris 1955. CHAUDHURY, Sukomal: Analytical Study of the Abhidharmaksoa, K. L. Mukhopadhyay, Calcutta 1976, 83. DE LA VALLÉE POUSSIN, Louis: L' Abhidharmakosa de Vasubandhu; Tradiction et annotatioins, Tomes I-VI, Paris 1923-31. HIRAKAWA, Akira et al: Index to the Abhidharmakosabhasya Part One, Introduction (pp.I-XLIV), Tokyo 1973. JAINI, S. Padmanabh: Abhidharmad_pa with Vibhashaprabhavrtti, Introduction III: Sautrantika and Abhidharmika, K. P. Jayaswal Research Institute, Patna 1959
Zielgruppe: Haupt- und Nebenfachstudierende der Indologie und Religionswissenschaft
Bangert, Eckhard (Fachgebiet Indologie)
11 317 SE Santidevas "Eintritt in das Leben zur Erleuchtung":
9. Kapitel in tibetischer Übersetzung und Exegese
Zeit/Ort: Mittwoch, 11 - 13 Uhr, WR F 112
Bei der allgemeinen Lehrdarlegung der Tibeter orientiert man sich immer wieder einerseits an Tsongkhapas "Stufenweg zur Erleuchtung" und andererseits an Santidevas Bodhicaryavatara. Nachdem bereits Tsongkhapas magnum opus auszugsweise studiert worden ist, soll in diesem Semester das 9. Kapitel des Bodhicaryavatara über die "Vollkommenheit der Weisheit/Einsicht" gelesen werden. In Form von Referaten soll versucht werden, bei besonders ins Gewicht fallenden hermeneutischen Problemen des 9. Kapitels den den verschiedenen Schulen des tibetischen Buddhismus eigenen exegetischen Vorgehensweisen nachzugehen (benötigtes Material wird kopiert).
Die Teilnahme an diesem Seminar setzt Tibetisch-Kenntnisse voraus.
Mitarbeit: Referate
Literatur: BHATTACHARYA, Vidhushekhara (Hrsg.): Bodhicaryavatara of Santideva, Sanskrit and Tibetan Text, Bibliotheca Indica, The Asiatic Society, Calcutta 1960. SAITO, Akira: A Study of Aksayamati (=Santideva)'s Bodhisattvacaryavatara as Found in the Tibetan Manuscripts from Tun-huang, Miye University 1993. (Weitere Literatur im kommentierten Vorlesungsverzeichnis der Indologie).
Zielgruppe: Haupt- und Nebenfachstudierende der Indologie und der Tibetologie
Guglielmi, Waltraud (Fachgebiet Ägyptologie)
11 101 SE Ägyptische Mythen (2 stg.)
In der Trilogie über ägyptische Götter soll abschließend die mythische Dimension behandelt werden, in der der personale Aspekt der Götter im Vordergrund steht. Da die ägyptische Religion eine Kultreligion ist, bildeten Mythen sich erst allmählich heraus und diese Göttergeschichten, etwa der Streit zwischen Horus und Seth um das Erbe des Osiris, erwecken den Eindruck, daß der Mythos nicht in seiner ursprünglichen Form vorliegt. Zunächst sollen Niederschriften und literarische Form behandelt werden. Es folgen die zentralen Themen: Die Frage nach dem Anfang: Kosmogonische, theogonische, anthropogonische Mythen wie die Heliopolitanische Lehre und die Lehre von Memphis (Schöpfung durch das Wort), Transformationsmythen (Frage nach dem Übergang zum jetzigen Weltzustand) wie Das Buch von der Himmelskuh, Mythen über die zentralen Zäsuren des Lebens (Geburt, Krankheit, Tod) wie der Osiris-Mythos, Isis als Zauberin oder die Aufzucht des Kindes, Mythen der königlichen Herrschaft: Die Geburt des Gottkönigs, der Streit zwischen Horus und Seth, die Erklärung von Naturphänomenen: Nilüberschwemmung: Der zerstückelte Osiris (sog. Osiris-Reliquien), Rückkehr der fernen Göttin (Tefnut-Legende). Zum Schluß sollen die aus griechisch-römischer Zeit stammenden Kultlegenden wie Die Geflügelte Sonnenscheibe (Horus von Edfu), Das Buch vom Fajum und Papyrus Jumilhac (Baba und Bata) vorgestellt werden.
Da die meisten Texte in Übersetzung vorliegen, sind Sprachkenntnisse nicht unbedingt erforderlich.
Sommerfeld, Walter (Fachgebiet Altorientalistik)
VL Kultur- und Religionsgeschichte Mesopotamiens im 2. und 1. Jahrtausend v. Chr.
Zeit/Ort: Mittwoch, 11 - 13 Uhr, HG 115 Beginn: 21.10.98
Der Alte Orient war jahrtausendelang bis zu den Griechen geistiges und kulturelles Zentrum der Welt. Die innovativen zivilisatorischen Leistungen (von der Erfindung der Schrift bis zur Astronomie) legten die Grundlagen für die Entwicklung der orientalischen Welt und prägten nachhaltig das Abendland. Wir begegnen im Alten Mesopotamien allerdings einer völlig eigenständigen geistigen Welt. Die Religion ist im weitesten Sinne ganzheitlich; in die eigentlich religiösen Ausdrucksformen werden Magie, Mantik, (Psycho-)Therapie und das Sozialwesen integriert. Ziel der Vorlesung ist es, den Prozeß der Kulturgeschichte mitsamt deren Ausstrahlungen auf das Abendland nachzuzeichnen und den altorientalistischen geistig- religiösen Hintergrund zugänglich zu machen.
Mitarbeit: Diskussionsmöglichkeit und Vertiefung einzelner Probleme
Leistungsnachweis: ggf. Kolloquium am Ende des Semesters
Zielgruppe: alle Studiengänge
Übelhör, Monika (Fachgebiet Sinologie)
LK Lektüre neokonfuzianischer Schriften
Genauere Angaben zu dieser Veranstaltung sind zu Semesteranfang im Fachgebiet Sinologie zu erfragen.
Vierheller, Ernstjoachim (Fachgebiet Sinologie)
LK Einführung in das Zhouyi (Buch der Wandlungen)
Zeit/Ort: Donnerstag, 18 - 20 Uhr; Freitag, 9 - 13 Uhr
Das Zhouyi, ein Orakelbuch mit Anhängen, ist auch bekannt als Yijing (in der Umschrift von Richard Wilhelm: I Ging). Es gehört nicht nur zum konfuzianischen Kanon sondern ist Bestandteil der gesamten chinesischen Tradition. Für das Verständnis der chinesischen und besonders der konfuzianischen Philosophie ist die Vertrautheit mit diesem Werk eine wichtige Voraussetzung. Die Einführung soll dazu verhelfen, sich in dem Werk zurechtzufinden und zu verstehen, worauf seine Bedeutung für die Geistesgeschichte beruht, und dadurch Grundlagen für eine intensivere Beschäftigung zu erwerben.
Literatur (verkürzt): Übersetzungen mit Erläuterungen: WILHELM, Richard (tr.): I. Ging. Das Buch der Wandlungen. Düsseldorf-Köln: Eugen Diederichs 1956 und später. RUTT, Richard (tr.): Zhouyi. The Book of Changes. Richmond (UK): Curzon, 1996. WHINCUP, Greg (tr.): Rediscovering the I Ching. Garden City, NY: Doubleday 1986; Wellingborough (UK): Aquarian Press 1987.
Weitere relevante Lehrveranstaltungen
Bangert, Eckhard (Fachgebiet Indologie)
11 304 SK Einführung in das Pali (älteres Mittelindisch)
Zeit/Ort: Mittwoch, 14 - 16 Uhr, WR F 112
Ziel dieses Sprachkurses ist die Vermittlung von Pali-Kenntnissen, die die Studierenden befähigen sollen, leichte bis mittelschwere Texte aus dem Kanon des Theravada-Buddhismus selbständig zu übersetzen. Sanskrit-Kenntnisse sind zwar von Nutzen, aber nicht erforderlich. Aufbau des Sprachkurses: 1. Zum Begriff Pali. 2. Überblick über die Pali-Literatur. 3. Phonologie. 4. Formenlehre und Wortbildung. 5. Komposition und Syntax.
Als Grundlage für den Sprachkurs, der sich - je nach Bedarf - über ein bis zwei Semester erstrecken wird, dient: WARDER, A. K.: Introduction to Pali. Oxford 1963 (paperback ed. Oxford 1991).
Leistungsnachweis: Klausur am Semesterende
Literatur: GEIGER, Wilhelm: Pali. Literatur und Sprache. Straßburg 1916 (Grundriß der indo-arischen Philologie und Altertumskunde I, 7). VON HINÜBER, Oskar: Studien zur Kasussyntax der Pali, besonders des Vinaya-Pitaka.München 1968 (Münchener Studie zur Sprachwissenschaft. Beihefte. Neue Folge 2). VON HINÜBER, Oskar: Das ältere Mittelindisch im Überblick. Wien 1986. (Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Sitzungsberichte, 467. Band).
Zielgruppe: Haupt- und Nebenfachstudierende der Indologie und Religionswissenschaft

