Willkommen in der Völkerkundlichen Sammlung
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Keramisches Frauenportrait, Shipibo, Peru
Die Völkerkundliche Sammlung
Die Völkerkundliche Sammlung ist Teil des Fachgebiets Kultur- und Sozialanthropologie des Instituts für Vergleichende Kulturforschung der Philipps-Universität Marburg. Sie stellt einen wichtigen Bereich von Lehre und Forschung dar und hat darüber hinaus einen festen Platz in der Marburger Museumslandschaft.
In den Magazinräumen der Völkerkundlichen Sammlung haben bisher über 5000 Objekte und Bilder aus allen Teilen der Welt ihren Platz gefunden. Die meisten Objekte kommen aus Südamerika und Afrika.
Als Lehrsammlung des Fachgebiets Kultur- und Sozialanthropologie dient die Völkerkundliche Sammlung unter anderem dazu, Studierende in der Museumsarbeit auszubilden. Im Rahmen von Seminaren und in eigenständiger Arbeit wird ihnen der Umgang mit ethnographischen Objekten vermittelt.
Geschichte der Marburger Völkerkundlichen Sammlung
Die Geschichte der Marburger Völkerkundlichen Sammlung ist eng mit
der Geschichte des Fachgebiets verbunden.
Die Voraussetzungen für eine völkerkundliche Sammlung in Marburg wurden in den 1920er Jahren geschaffen, als innerhalb der Geographie mit dem Anlegen einer ethnologisch orientierten Sammlung begonnen wurde.
Der Grundstock wurde aus ersten Sammlungsgegenständen gebildet, die 1929 in Form von Leihgaben aus dem Berliner Völkerkundemuseum in Marburg eintrafen. Dieses Jahr gilt deshalb als das Gründungsjahr der Marburger Völkerkundlichen Sammlung.
Unter Martin Block (1891-1972), der ab 1956 die erste a.o. Professur für Allgemeine Völkerkunde inne hatte, kam es zu einer Institutionalisierung der Völkerkundlichen Sammlung als eigenständige universitäre Einrichtung. Als solche wurde sie erstmals imVorlesungsverzeichnis des Sommersemesters 1958 erwähnt. Durch Zukäufe und Schenkungen wurde der damalige Bestand von etwa 600 Objekten fortlaufend ergänzt.
Mit der Übernahme der Professur durch Horst Nachtigall 1963 wurde das Völkerkundliche Seminar gegründet, das 1971 mit der Völkerkundlichen Sammlung nebst eigenen Ausstellungsräumen im Kugelhaus ein gemeinsames Zuhause fand. Dort wurden 1979 die Bestände das erste Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bis heute haben über 5000 Objekte
und Bilder aus allen Teilen der Welt ihren Platz in den Magazinräumen der Sammlung gefunden.
Objekt des Monats
Das „Objekt des Monats“ ist ein kleines Projekt, das Studierenden der Kultur- und Sozialanthropologie die Möglichkeit bietet, Objekte aus der Völkerkundlichen Sammlung auszuwählen, zu bearbeiten und auf einer kleinen Ausstellungsfläche im Kugelhaus zu präsentieren. Auf diese Weise können interessierte Studierende während ihres Studiums einen Einblick in die ethnologische Museumsarbeit gewinnen.
Schwerpunkt soll unter anderem sein: Ausstellungserfahrungen zu sammeln, sich mit den Schwierigkeiten der ethnologischen Ausstellungstätigkeit vertraut zu machen und Texte zu formulieren.
Interessenten können sich bei Constanze Dupont melden.
Das aktuelle Objekt des Monats:
Musik zwischen zwei Welten
So nah an Indonesien, so weit von Afrika ...

Bambusflöte und Rassel aus Madagaskar
Die viertgrößte Insel der Erde ist Madagaskar.
Sie liegt nur 400 km vor der westafrikanischen Küste
und über 6000 km von Südostasien entfernt im
Indischen Ozean.
Die geographische Nähe der Insel zu Afrika trügt.
Zwischen dem 2. und 14. Jhd. n. Chr. wandern Menschen
aus Afrika, dem Nahen Osten und vor allem Indonesien zu.
Heute wird neben Französisch und lokalen Dialekten vor allem
die malaiisch-indonesische Sprache Malagasy gesprochen.
Die gemeinsame Sprache vereint die unterschiedlichen Ethnie
die im Hochland mehr malaiisch-indonesisch und

an der Küste eher ostafrikanisch beeinflusst sind.
Diese Vielfalt des Landes zeigt sich auch in der Musik.
Sie ist ein fester Bestandteil madagassischer Kultur(en).
Traditionelle Musikinstrumente spielen eine wichtige Rolle
bei feierlichen Anlässen und rituellen Festen.
Afrikanische Einflüsse finden sich in den Rasseln.
Sie werden aus getrockneten Flaschenkürbissen
hergestellt und mit Steinen oder Samen befüllt.
Verbreitet sind sie in weiten Teilen Afrikas,
sowie in Südamerika oder Asien.
Die Sodina, eine Art Flöte, ist indonesischen Ursprungs.
Sie wird traditionell aus Bambus oder Schilfrohr hergestellt,
man findet sie heute aber auch aus Metall oder Plastik.
Das Instrument hat sieben Löcher, um die Tonhöhe zu variieren.
Sechs davon befinden sich auf der vorderen, eines an der hinteren Seite.
Schnitzereien oder Brandbemalungen
sind typische Methoden zur Verzierung von Instrumenten.
Das vergangene Objekt des Monats:
Ostafrika- Figurengruppe
Herkunft: Ostafrika, Tansania, Maramba District
Ethnie: Makonde
Eingang in die Völkerkundliche Sammlung: 1968
Sammler: Thomas Maler
Bei den vorliegenden Ausstellungsstücken handelt es sich um eine Figurengruppe aus Tansania. Diese setzt sich aus einzelnen Musikanten und ihnen zuschauenden Frauenfiguren zusammen, die sich jeweils durch charakteristische Attribute wie Trommeln und Kleidungsstücke auszeichnen. Die Skulpturen wurden aus Grenadillholz gefertigt, einem harten, dunkelbraunen Kernholz mit hellbraun-gelblicher Maserung. Durch die Form der Bekleidung und dem Vorhandensein von Schmucknarben im Gesicht lassen sie sich der Kultur der Makonde zuordnen. Die Makonde gehören zu der Sprachfamilie der Bantu und sind im südöstlichen Tansania ansässig. Sie sind die bekannteste kunstschaffende Ethnie Ostafrikas. Die eingeritzten geometrischen Muster im Gesicht, die Hervorhebung der Augen-, Nasen- und Mundpartie, die Gestaltung der kurzen, hohen Frisur sowie die fein ausgearbeiteten Einkerbungen in den Kleidungsstücken der Skulpturen erbringen den Nachweis für die beeindruckende Schnitzkunst der Makonde. Besonders auffallend ist dabei die Dominanz der weiblichen Darstellungen, die im Einklang zu den matriarchalischen Strukturen der Ethnie steht. Dem Schöpfungsmythos der Makonde zufolge wurde die Frau als erster Mensch aus einem Stück Ebenholz geschnitzt, sie gilt daher als Ahnenmutter und als Symbol der Fruchtbarkeit.
Die hier präsentierte Figurengruppe stellt vermutlich die Teilnehmer eines rituellen Tanzfestes etwa bei einer Initiationszeremonie dar, in der einem Kind eine ganze Reihe von Lebensweisheiten durch Singen, Tanzen und Schnitzen weitergegeben wird. Die Szene verdeutlicht, dass die Makonde Kunsthandwerker, Musiker und Tänzer mit großem Gemeinschaftssinn sind.
Öffnungszeiten Fachgebiet Kultur- und Sozialanthropologie
Bitte beachten sie auch die gesonderten Öffnungszeiten für das Sekretariat und die Bibliothek, die sie weiter unten einsehen können.
Sekretariat
Reguläre Öffnungszeiten:Dienstags 13 - 15 Uhr
Mittwochs 12 - 13 Uhr
Donnerstags 10 -12 Uhr
Mittwoch 10-12 Uhr
geschlossen. Die Bibliothek ist zu den gewohnten Zeiten geöffnet.
Bibliothek
Montags 10 - 16 Uhr
Dienstags 9 - 18 Uhr
Mittwochs 10 - 12 und 14 - 18 Uhr
Donnerstags 9 -12 Uhr
Öffnungszeiten in der Vorlesungsfreien Zeit:
Montags 10:00 - 16:00 Uhr
Dienstags 09:00 - 12:00 Uhr
Mittwochs 9:00 - 18:00 Uhr
Donnerstags 09:00 - 18:00 Uhr
Völkerkundliche Sammlung
Montag bis Donnerstag 9 - 16Uhr
Freitag und am Wochenende geschlossen
Führungen nur nach Vereinbarung!
Eintritt frei
Führungen in der Völkerkundliche Sammlung
Nach Vereinbarung sind Führungen durch die Ausstellungsräume der Völkerkundlichen Sammlung möglich.
Bitte kontaktieren Sie die MitarbeiterInnen der Sammlung.
Ansprechpartner: Dr. Dagmar Schweitzer de Palacios und Constanze Dupont






